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jungfrauen-kult

Juni 14, 2008

nach jahren der emanzipation, aufklärung, sexueller revolution in den 60er und 70ern, treffe ich immer noch frauen, die das gefühl haben, sie gäben etwas weg, sie verschenkten etwas, wenn sie sex haben.

das gefühl, dass sie etwas wertvolles besitzen und das dann als geschenk einem mann geben. pfft. diese psychosoziale konditionierung stammt noch aus der tiefsten vergangenhet. aus einer zeit, als die patriarchalische jüdische und später christliche morallehre die jungfräulichkeit als instrument für soziale kontrolle missbrauchte. männer hatten damals noch solche angst vor dem weiblichen körper, der leben erschaffen konnte, dass die väter versuchten, durch überbewertung der jungfräulichkeit kontrolle über die sexualverbindungen und die evt. daraus entstehende nachkommenschaft auszuüben…

aber hei, sex hat wenig mit moral zu tun. sex hat mit biologie und emotionen zu tun.

liebe frauen, es wird euch beim sex nichts weggenommen. im gegenteil, man tauscht und wird über den tauschwert aus beschenkt. egal welches geschlecht. wenn das mal nicht so ist, dann hattet ihr einfach schlechten sex. indem ihr den männern das gefühl gebt, ihr hättet eine goldene rose, die ihr nach absolut undurchsichtigen kriterien verschenkt, macht ihr euch zum objekt. und uns zu jägern. womit wir wieder in der steinzeit angekommen wären.

naja, es ist nicht so, dass nur frauen diese sichtweise pflegen. bei männern führt dasselbe phänomen zu der teilung der weiblichen population in madonnas und schlampen. schlampen sind die, welche ihr geschenk weggeben, madonnas die, bei denen man sich nicht einmal getraut, danach zu fragen.

also, meine lieben, auf zu einer gleichberechtigten sexualität. lasst die religiösen moralketten hinter euch, verlasst den tempel des jungfrauen-kultes, begebt euch ins dritte jahrtausend und betreibt einen lustvollen austausch an körperflüssigkeiten. benutzt eure eigene moral, eure emotionen, aber wertet nicht das eine oder andere geschlecht künstlich auf. weil, das ist blöd.

„papi hat gesagt, ich sei seine kleine prinzessin“

25 Kommentare

  1. ich bin und bleibe jungfrau, bis ich sterbe. im sternzeichen :-)


  2. Ich bin auch so erzogen worden. Zwar nicht mit dem Drohfinger, aber doch mit der Meinung, dass eine Frau beim Sex mehr von sich hergibt als ein Mann und sich deshalb sehr genau überlegen soll, wann und mit wem sie ins Bett steigt.
    Wenn ich heute jemandem von meinem Gelegenheitsmann erzähle – was ich ausserhalb der Blogs nicht sehr oft tue – werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob ich mich von ihm nicht ausgenützt fühle.


  3. Sobald Du mal etwas, ca. 18 cm langes für ungefähr 14 Minuten in einer Deiner Körperhöhlen stecken hattest, reden wir nochmals darüber, warum für Frauen Sex aus einer anderen Perspektive zu betrachten ist.


  4. @chnübli: natürlich kann ich als weltoffener und neugieriger mensch auf die oben beschriebene erfahrung zurückblicken. ich darf also nach deinen kriterien durchaus mitreden.

    trotzdem hab ich mich nie benutzt gefühlt. benutzt fühlt man sich nur, wenn man etwas anbietet, das man eigentlich nicht teilen will, um etwas anderes zu bekommen, daseinem dann vorenthalten wird..

    solange ich die qualität meiner sexalität an meinem geschlecht festmache und meine identität an meinen genitalien, werde ich auch nie ausgeglichen sex haben. erst wenn ich verantwortung für meine sexualität übernehme, und sie nur so lebe, wie ich mich auch wohl fühle damit, kann ich ein ausgeglichenes sexualleben führen. sex ist keine währung, auch keine emotionale. der wert von sex besteht im teilen, nicht im schenken.


  5. Das mit dem Teilen ist was feines. Klappt leider weder beim Sex immer noch wenn es darum geht, dass alle Menschen genug zu essen haben. Dream on…


  6. @chnübli: ich kann nicht alle menschen ernähren, aber ich kann mit meiner sexualität verantwortungsvoll umgehen.


  7. @chnübli: ich weiss ja nicht, woher der groll kommt, aber ich wars sicher nicht.


  8. aha, die sexuelle revolution der blumenkinder wird neu aufgelegt: sexuelle revolution 2.0
    motto: sex macht spass, spass muss sein.

    wie hiess jetzt auch jene sekte in amerika, die die sexuelle revolution 3.0 hemmungslos auslebte, ja sogar verordnete und nun 13 und 14 jährige zur mutter wurden? war jetzt etwas sarkastisch, am eigentlichen thema haarscharf vorbei.

    aber ich bin der überzeugung, ein minimum an moral darf ruhig bleiben.

    aber du hast schon recht, etwas weniger kompliziertheit, mehr offenheit dürfte sein. am schlimmsten sind jene eltern, die heute noch ihre töchter bis sie heiraten, behütet zu hause haben wollenl. jene „norweger“-familien, die ihnen sogar zeitschriften mit bildern oder kinobesuche moralisch ausreden.

    allerdings stört es mich nicht, wenn frauen von sich aus finden, sie wollen aus überzeugung nicht so weit gehen. sollen dies es tun, die wollen, ohne von den anderen ins schiefe licht gerückt zu werden.


  9. naja, sexuelle freiheit bedeutet eben auch, auf sex zu verzichten, wenn man will. in erster linie eigenverantwortung.


  10. viele männer sind einfach nicht gut im bett, davor muss sich FRAU schützen. vor allem die, die schlechte liebhaber nicht schnell aussortieren :) )))


  11. sexuelle evolution würd ich redders inputs eher nennen.!

    ich gehöre auch zu den verfechterinnen von unkompliziertem sexuellem austausch – eigenverantwortung und fairness lvorausgesetzt . die evolution besteht meiner meinung nach darin, dass wir heute über ganz vieles bescheid wissen, was vor 40 jahren noch nicht bekannt war: über die folgen/konsequenzen von ungeschütztem sex ebenso wie dass frauen ebenso lustvolle wesen sind wie männer (und deswegen noch lange nicht huren!) und immer noch hocken diese steinzeitlichen zensoren in den köpfen und neben den betten. unter dem strich bin ich mit redders plädoyer einverstanden.

    etwas, das aber nicht einfach im grossen aufwisch untergehen darf, ist:
    alle haben wir unsere eigenen ideen und theorien, wie wir unsere sexualität leben wollen, DOCH da sind eben auch erfahrungen. und die bremsen uns oft aus. wenn also eine frau nicht beliebig körperflüssigkeiten austauschen will, hat das womöglich nicht mit veralteten moralvorstellungen und überhöhter rosen-hüterei zu tun, sondern unter umständen mit verletzungen oder irrationalen ängsten und was weiss ich noch alles. und natürlich gibts das auch umgekehrt , denn auch männer können sich ‘zieren’. ach, ja, gemäss statistiken (ob wahr oder nicht, weiss i net) verlieben sich frauen eben dummerweise schneller in ihre liebhaber als ihnen lieb ist und schneller als es männer im umgekehrten fall tun. schön doof, aber das könnte eben auch einen hinweis auf das sich-zieren geben. selbstschutzreflex?

    und dann kommts ja noch drauf an, ob es beim potentiellen austausch von körperflüssigkeiten :-) um ‘mehr’ geht, will heissen, ob der eine oder die andere mit dem gegenüber etwas gemeinsames vorhat … soll ja vorkommen.

    ich plädiere daher für kommunikation, auch wenn das ist nicht immer so romantisch ist…)


  12. kommunikation ist der grössere teil von sex :)


  13. Für mein Empfinden wird hier ein wenig zu wild gemischt..

    Freie Sexualität und das „behüten“ der Jungfräulichkeit hat nicht viel miteinander zu tun…

    Ich weiss dass ich zum Al Bundy mutieren werde sobald eine meiner kleinen Prinzessinnen irgendwann mal einen Freund heimbringen werden…

    Mir geht es jedoch nicht um das Vorenthalten der Sexualität sondern um das beschützen vor Missbrauch und Ausnutzung…

    Fakt ist halt einfach nun mal dass Männer und Frauen oftmals eine andere Vorstellung der Sexualität besitzen…
    Sexualität läuft auf so vielen Ebenen ab dass ich die Reduktion auf den reinen, rein raus Akt nicht ganz treffend finde…

    In der Beziehung zwischen meiner Frau und mir gehört Offenheit, Kommunikation und viel Spass einfach dazu… das erfühlen dessen was das Gegenüber möchte und was halt eben auch nicht…

    Ich meine, so schwer ist es ja nicht die Zeichen des Partners (egal ob Langjährig oder gerade erst kennengelernt) zu deuten, könnte man meinen, aber leider scheint diese Gabe nicht allen gegeben zu sein…


  14. Kein Groll – aber wenn man die Sexualität schon sachlich betrachtet, also etwas was man geben, nehmen, teilen und auch kaufen kann, dann sollte man zumindest – wie bei jedem wirtschaftlichen oder dienstleistungstechnischen Produkt – sich darüber im Klaren sein, dass jeder „Geschäftspartner“ den für sich besten Vorteil herausholen will. Und was Sex anbelangt, waren die Männer einfach die klügeren Parteien, zumindest wenn ich von meinen sowie den Erfahrungen meiner Freundinnen auf die unmittelbar jetzt als Single durch die Gegend streifenden Frauen schliessen darf.


  15. naja, teilen, hab ich gemeint, und ich hab nicht gesagt, dass männer das besser umsetzen als frauen.


  16. Diese Aret der Diskussion und des Umganges finde ich abstoßend und widerlich. Als sehr fader Beigeschmack, bei dem sich mir der Bauch zusammenkrampft, bleibt eine rational-analytische Ebene, auf der sich „Parteien“ positionieren und festbeißen.

    Danke Männer, danke Frauen – ihr seid eine SEHR große Hilfe, und vor allem seid ihr Euch wahnsinnig selbst bewusst.

    Keiner fragt ernsthaft danach und es interessiert offenbar auch überhaupt niemanden, woher die Situation kommt, wie sie ist. Und dieser Ansatz ist eben keinesfalls linear-logisch, sondern dazu müsste man sich etwas tiefer ins Feld reinbewegen. Unter anderem ein desaströses Problem und Phänomen einer Gesellschaft, die nicht in der Lage zu sein scheint, Ursachen von Wirkungen zu unterscheiden.

    Sex ist nicht Sex, und insofern gilt es zunächst zu klären, was die Absicht derjenigen ist, die mit etwas nicht zufrieden sind. Und das sind nachweislich beide Geschlechter, woraus sich die Unsinnigkeit einer Diskussion üver Verantwortung, außer der eigenen, zwingend ergibt.


  17. oh gott, ein intelleler. wie hast du dich bloss auf meinen blog verirrt? hier gehts um wahrheiten in den verschiedensten farben, meistens ganz persönliche, denen man weder mit sprache, noch mit intellekt beikommen kann.

    da helfen keine scharfsichtig- und züngigen analysen, da hilft nur mut, leben und ausprobieren. .oO(sex ist nicht sex. gott, wie tiefsinnig)

    sorry, du hast einen wunden punkt getroffen. klugschwätzer der überflüssigen sorte bin ich selbst noch zu oft.


  18. *kreisch* noch schlimmer, auf deiner website steht, es gebe nur EINEN weg zur wahrheit. und wahrscheinlich kennst DU ihn. irgendwie erinnert mich das an die netten freunde von scientology. oder die freikirchen. tut mir leid, mein sohn. für die solche gruppierungen bin ich der teufel. luzifer. der lichtbringer. leute die denken, es gibt eine wahrheit sind meine designierten gegner. egal welche farbe dein dogma hat, es besteht nicht gegen die geistige beweglichkeit.

    willst du mein lieblings-sparringspartner werden? kommentiere weiter meine beiträge und ich verspreche dir, dein dogma löst sich auf.


  19. [...] der unglücksrabe, der das pech hatte, meinem jungfrauen-beitrag mit moral und intellekt beikommen zu wollen, hat sich heute niemand zum kampf [...]


  20. Verrückt! System-Managemententwicklung? WTF?


  21. Ein bischen eigen muss der Tobias schon sein; unter „Gesellschaft“ setzt er einen Link auf Parallel-Gesellschaft Würdest du da reinpasen redder? Tausend Menschen – Tausend Welten Verbunden in Freiheit und Harmonie… (sic) Auch andere Referenzen sind erstaunlich. :)


  22. nein, da würde ich nicht reinpassen. das sind idealisten ohne humor. ich kenn solche gruppierungen zur genüge (früher war ich auch nicht klüger). man will die welt verändern, kommt aber nicht mal mit dem eigenen nachbarn klar.

    tut mir leid, aber das einzige was mich wirklich ein bisschen gereizt macht, sind leute, die an ideen glauben. ideen waren immer am beginn der grössten schlachtereien der menschheitsgeschichte. egal welche ideen.


  23. ich habe ehrlich gesagt nichts verstanden was „admin“ da geschrieben hat.


  24. @sittenpolizei: er auch nicht :lol:


  25. [...] LINK [...]



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