
freie information
August 17, 2008hier mal wieder ein wenig cyber-philosophie für leute wie mich, die nichts besseres mit ihrer zeit anfangen…
es war ein mal ein kleiner opportunist namens bill gates, der informationstechnologie aus den händen der militär und multis reissen wollte. jeder und jede sollte zugang zu einfacher software haben. er klaute einem kommilitonen die grundidee für windows und begann mit der vermarktung. hehres ziel, rüde methoden und ein wenig pionier-romantik.
innerhalb kürzester zeit entstand ein multi, der andere softwareentwickler entweder aufkaufte oder andersweitig vernichtete und mit deren angepasster software weiteres geld machte. wahrscheinlich verwalten zwei drittel der weltweiten regierungen ihre geheimnisse mit windows. quellcode natürlich noch immer bei mr gates und freunden.
ein anderer idealistischer junger mann, steve jobs, nahm sich vor, gegen microsoft und IBM zugleich anzutreten, also gleich zwei marktbeherrschende firmen in die knie zu zwingen. gutes konzept, gute hardware, aber zu beginn keine chance. erst mit einem werbekonzept, das seinesgleichen sucht, und ein wenig schöngeistigem design konnte er plötzlich unter den ganz grossen mitspielen. und siehe da, aus dem ursprünglichen rebellen wird ein weiterer monopolist (iTunes, iPod), der im selben schlammloch badet wie mr gates und inzwischen soger dessen software auf IBM basierter hardware unter dem apfellogo laufen lässt. zudem lutscht er den music-multis wie Sony BMG oder EMI und der hollywood-yakuza (Time/Warner, Universal, etc) mit seinem iTunes die schwänze.
einige kreative studenten versuchten eine datenbank aufzubauen, in der man sich über seine mitstudenten informieren konnte. man will ja wissen, wen man datet. daten wurden gesammelt, freiwillig eingespeist und google war geboren. der freie informationsdienst, eine eigentlich anarchstische idee, wuchs und wuchs. und sammelte daten über die benutzer, die jetzt den verschiedensten geheimdientsen zur verfügung stehen. die userdaten, nicht die internetinfos…. zudem lässt sich google freiwillig von der chinesischen und der burmesischen regierung zensieren. sie kraulen der zensur die eier.
das sind nur einige der grossen beispiele. die urfeinde der freien information sind nur in den seltensten fällen die regierungen. die haben nur angst, dass ihre korrupten geheimnisse an die öffentlichkeit geraten… meistens sind es multinationale konzerne, die angst um ihre marktmonopole haben. wie soll man den noch kohle machen, wenn jedes patent oder dessen voraussetzungen in drittweltländern kopiert und billiger hergestellt werden kann?
naja, etwas gutes hat es allemal. normalerweise frisst eine revolution ihre kinder (siehe sowjetunion, kuba und die DDR). aber die oben erwähnten pioniere haben geister gerufen, die sie nun nicht mehr los werden. das net lässt sich nicht mehr abstellen oder kontrollieren. es wächst, und die rechnerleistung um es zu kontrollieren ist einfach nicht vorhanden. hihi. globalisierte information ist der untergang der politschen und marktwirtschaftlichen systeme. nicht heute, auch noch nicht morgen, aber vielleicht schon nächsten donnerstag. hehe
die geister, die ich rief….: