Archiv für Januar, 2008

das erste mal ist scheisse

Veröffentlicht: Januar 30, 2008 in allgemein, erlebnisse, liebe, reda, sex, single, stil, zürich

nun ja, man hat sich durch die balz-rituale gekämpft, die erste gehemmte annäherung hat stattgefunden. es ist spät abends, man ist bei ihr zuhause.

sie hat zwei gläser rotwein getrunken, und der DVD läuft eigentlich nur als hintergrundgeräusch.

und jetzt fangen die schwierigkeiten erst an.

krampfhaft versuchst du dich zu erinnern, welche unterwäsche du morgens angezogen hast. warens die mit den bleicheflecken aus der wäscherei in kambodscha? oder die fadenscheinigen aus dem ausverkauf?

ich weiss, als mann sollte man sich solche gedanken tunlichst verkneifen, aber so ists nun mal. du entschuldigst dich und gehst zur toilette, um schnell nachzuschauen. glück gehabt, es ist das einzige paar boss-unterwäsche, das du besitzt. und da wir in zürich sind, ist es nicht mehr ganz neu….

auf dem weg zurück kommt sie dir im korridor entgegen. ihr steht dicht voreinander, das licht aus der küche schimmert in ihrem haar.

das ist der moment, in dem du glücklich bist. du nimmst sie in die arme, küsst sie, und irgendwie landet ihr im schlafzimmer.

das ist der moment, wo du nicht mehr glücklich bist.

wie kommst du bloss aus den engen jeans, ohne wie ein idiot auf einem bein herum zu hüpfen? sie bedeutet dir was, und du willst alles perfekt machen!

vergiss es.

inzwischen habt ihr euch eurer kleider entledigt, und deine aufmerksamkeit wechselt zwischen dem geruch ihrer haut und dem gedanken, wo zum teufel du die gummies hingepackt hast.

ab einem bestimmten punkt versucht sich dein hirn auszuschalten. aber die angst, womöglich zu früh zu kommen, hat sich hartnäckig in deinem kopf festgesetzt. und natürlich reicht schon alleine die angst beinahe aus, ihre bettwäsche vollzuspritzen…

zum glück brauchst du dir um die kondome keine gedanken mehr zu machen, sie hats irgendwie geschafft, zwei hinzulegen, ohne dass du es bemerkt hast.

boaaah, denkst du, zum glück die billigen, die sind so dick, dass du nicht gleich losschiesst, wenn dein willy in die nähe von körperwärme kommt.

nun, ihr habt euch vereinigt, und dir reicht das eigentlich schon. du willst gar nichts anderes, als sie ganz in deiner nähe zu spüren, rund um dich herum.

aber natürlich beginnt sie sich zu bewegen, wie das beim sex halt so ist.

du denkst an deine steuererklärung, an deinen hauswart in reizwäsche, an einen helikopter.

mit einem überraus romantischen „huere siech“ füllst du den gummie. nach siebenundreissig sekunden.

nun hast du zwei möglichkeiten: erstens, du jammerst, entschuldigst dich, und lässt dich auch noch trösten, nachdem du sowieso ziemlich mitleiderregend abgeschnitten hast…

oder, du drehst dich auf den rücken, setzt dein breitestes grinsen auf und sagst. „war ich gut, baby?

bei meinem erlebnis dieser art hatten wir am nächsten tag muskelkater vom lachen.

und hier der trost: die frauen wissen, dass das erste mal nicht immer überragend ist, und beim zweiten mal ist alles besser.

zudem mein tipp: nimm dich, den sex, deine performance und überhaupt die welt nicht so ernst.

das nächste mal: wenn willy nicht will

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blaue augen, ndw humpe

Veröffentlicht: Januar 29, 2008 in kultur, medien, musik, reda, zürich

pure eighties mit annette

abenteuer

Veröffentlicht: Januar 28, 2008 in erlebnisse, kultur, Politik, reda, Satire, zürich

mein bester freund und ich hatten in der nähe des jugendhauses dynamo zu tun. wir schlenderten so den fluss entlang, als plötzlich polizisten hinter einer ecke hervorgerannt kamen. sie namen ihre strategische position ein (einer bei den „verdächtigen“, eine andere zwei schritte entfernt, mit dem funkgerät, zwei weitere in unserem rücken, die hände sichtbar auf den waffen).

„ausweis!“, nicht mal ein „bitte“

wir kramen unsere ausweise hervor, ein kleines grinsen in den mundwinkeln. der ärmel meines freundes gibt die sicht auf seine dämonentattoos frei. inzwischen hat frau polizist den arabischen namen in meinem pass gesehen, plus die ganzen visa aus südostasien. die polizisten werden etwas angespannter, während m. und ich uns über die belange unserer freiwilligen-arbeit unterhalten.

offenbar ist unsere ripol-überprüfung ok, wir sind also keine gesuchten verbrecher. unsere brieftaschen werden verlangt. nach ein, zwei minuten kriegen wir sie wieder zurück. die herren und die dame verabschieden sich deutlich entspannt und freundlich. ob das wohl an meinem presseausweis und seiner legi der schule für soziale arbeit liegt?

wir schlendern weiter.

er: boa ey, wie früher.

ich: ja, voll kuul.

er: das letzte mal war vor fünf jahren, und da waren sie gar nicht freundlich.

ich: jep.

wir schweigen, grinsen.

ich: hätte nicht gedacht, dass uns immer noch irgendwer für gefährlich hält.

wir schweigen und spüren versonnen dem gefühl der gefährlichkeit nach.

auf dem restlichen weg unterhalten wir uns über meine orchideenzucht und m.’s neues afghanisches brot-rezept…

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zürich für anfänger II

Veröffentlicht: Januar 27, 2008 in kultur, reda, Satire, sex, single, zürich

also, willkommen beim zweiten teil (hier zum 1. teil) der überlebensinstruktion für zürich.

multikulti: zürcher haben keine vorurteile gegen ausländer, und wenn, dann nur positive. je exotischer, um so besser. als mann ist es von vorteil, irgendwo aus dem süden zu kommen.

es gibt aber zwei ausnahmen: wenn du aus deutschland oder aus dem argau kommst. Dann ist es zu empfehlen, deine herkunft zu verleugnen (ich komme aus dem deutschspachigen teil von belgien, oder ich komme aus einer ehemaligen deutschen kolonie in afrika)

konzert: am besten gehst du an ein electro-konzert. da stürzt du dich in die ausgelassene menge und flippst völlig aus. du wippst mit dem fuss, aber die arme nicht bewegen, wir wollen ja nicht gleich übertreiben. das gilt übrigens für alle konzerte ausser für heavy-metal. da darfst du noch ein bisschen hysterisch mit dem kopf nicken.

partnersuche, single: naja, es gibt einen grund dafür, dass du nach zürich kommst: ohne zuwanderung wären die zürcher nämlich ausgestorben. zürcher sind an und für sich so cool, dass sie niemanden brauchen. so gehst du abends aus, in eine szenebar und niemand nimmt von dir kenntnis. merke, es gibt zwei chancen auf ein fortpflanzungsritual. der zürcher weg: du schaust den ganzen abend die gleiche person an, wenn sie zurückschaut, ja nicht lächeln! kurz bevor die kneipe schliesst, gehst du zu ihrem tisch und stehst da cool herum. wenn sie dich dann nicht anspricht, pech gehabt. wiederhole dies einige jahre jeden abend und du wirst irgendwann glück haben. der exotische weg: geh hin, sprich jemanden an und lache, du wirst dich damit gleich als nicht-zürcher outen, aber damit hast du dann den exoten-bonus. von vorteil ist, wenn du mit akzent sprichst. ideal ist es, wenn du als mann bündner, walliser oder noch besser latino oder araber bist.

als frau ist es egal, woher du kommst. wenn du einen zürcher ansprichst, kriegt er sowieso einen schock, und du kannst ihm im spital erklären, wer du bist und woher du kommst. merke: wenn du als frau in zürich einen mann ansprichst, niemals ohne notfalltropfen.

die ausnahme: streetparade und technopartys. hier kann es vorkommen, dass du flachgelegt wirst. aaaber: wegen des drogen- und alkoholkonsums wird sich dein gegenüber am nächsten tag weder an dein gesicht noch an den eigentlichen akt erinnern. und du musst mit dem kennenlernen wieder von null beginnen. nur im fall völliger notgeilheit zu empfehlen, da sex mit jemandem, der „all die schönen farben“ sieht, oder sich im abstand von 3 minuten neben das bett übergibt, nicht zu den wirklich guten erfahrungen zählt.

>>>>zürich für fortgeschrittene

hier DAS zürcher-accesoire: eine freitag-tasche, sie muss mindestens fünf jahre alt sein und man beachte die farbe:

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männergedanken

Veröffentlicht: Januar 25, 2008 in kultur, reda, Satire, sex, single, zürich

mein bester freund und ich, auf der bellevue-brücke am frühen abend, wir schauen auf den see, junge frau geht vorbei, wir schauen.

er: ou

ich: mhm

schweigen

eine weitere frau geht vorbei

ich: hm

er: jep

er: jetzt wirds schlimmer. der frühling kommt.

schweigen

ich: jetzt ist aber auch schon schwierig.

er: ja. mit diesen stiefeln, die jetzt alle tragen.

ich: hmhm

schweigen, eine weitere frau geht vorbei

ich: ich hab genug. ich geh wieder an meinen laptop. ist mir zu anstrengend hier draussen.

er: im winter wars besser, da waren alle in dicke jacken gehüllt.

wir stellen uns einen haufen decken mit einem netten hütchen vor.

beide: nein, es ist auch nicht einfacher im winter.

zürich für anfänger I

Veröffentlicht: Januar 23, 2008 in kultur, reda, Satire, single, zürich

…man hats nicht leicht als neu-zürcher. alles ist hier so verwirrend. deshalb hab ich mir gedacht, ich geb kleine nachhilfestunden.

also, erstes gebot in zürich ist understatement. beispiele:

er: gibt ein vermögen für seinen schwulen friseur aus, damit der ihm eine fritte schnitzt, die aussieht, als wär die kleine schwester mit der kindergartenschere am werk gewesen.

sie: gibt ein vermögen für denselben friseur aus, um danach auszusehen, als ob die kleine schwester mit der kindergartenschere und hairconditioner am werk gewesen sei.

kleidung: man trägt NICHTS neues. wenn man ein neues teil hat, trägt man es solange als pyjama, bis es alt aussieht. kleidungsstücke müssen CHARAKTER haben, heisst, sie müssen alt aussehen. wenn man abends ausgeht, sieht man schlampig aus, als ob es total egal wär, wie man wirkt. man ist zürcher, man muss sich nicht auch noch aufbröseln. auch wenn das heisst, dass man dreimal die verwaschenen t-shirts gewechselt hat, bis man genau RICHTIG gleichgültig aussieht. man trägt mindestens ein teures teil (gurt aus london für 200 pfund, oder schuhe aus rom, 700 euro), um es lässig mit seinen flohmarkt-t shis und seinen alten dc oder carhartt jeans zu tragen. keine designer brands, dass überlassen wir den russen und den argauern. (secondos dürfen designer-sachen tragen, weil von wegen authentizität).

mobilität: man fährt rad. und wenn man nicht rad fährt, tut man so, als ob man rad fahren würde. zweite wahl ist ÖV. zürcher haben KEIN auto. höchstens eine mobility-mitgliedschaft. und sollte man doch ein auto besitzen, muss man sich eine lange und tragische geschichte dazu ausdenken, wieso man es braucht. (ich muss immer die totkranke schwester meiner blablabla in *provinz* besuchen).

musik: electro. electro-house, electro-trance, electro-ragga, electro-rock, electro-schlager, electro-soul, wenn du nicht sicher bist, im zweifelsfall ein electro davor, und du bist dabei.

arbeit: man jobt. und man hat projekte. job=geld, projekt=kreativität. das projekt muss gar nicht existieren, aber ein möglichst kompliziertes konzept davon (über konzepte gibts dann einen eigenen eintrag). und lass dir ja nicht einfallen, dein projekt umzusetzen, dann bist du nämlich plötzlich kommerziell und mainstream.

soweit die erste lektion. damit kommt ihr durch die erste woche…

>> zürich für anfänger II

nostalgie, nostalga

Veröffentlicht: Januar 23, 2008 in reda, zürich

wenn man nur lange genug im net rumsurft, findet man auch was. gefunden hab ich ein klassenbild der zweiten klasse 🙂

(war im album eines alten freundes, facebook.com natürlich)

welcher bin ich?

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