Archiv für April, 2008

banale liebe

Veröffentlicht: April 18, 2008 in erlebnisse, kultur, liebe, reda, sex, single, stil, zürich

naja, bei meiner letzten liebesgeschichte hab ich nicht ganz die wahrheit gesagt. eine meiner ex-freundinnen ist einfach aus meinem leben verschwunden….

ich war etwa sechzehn, als ich sie das erste mal sah. sie stieg in denselben zug ein wie ich, und ich konnte meine augen nicht von ihr lassen. einfach nicht. sie war schön. wirklich schön. so schön, dass es mich in den augen schmerzte und im herz, wenn ich sie länger als ein paar sekunden ansah. irgendwas hat bei dieser zugfahrt klick gemacht in meinem innern. man muss dazu wissen, dass ich mit sechzehn nicht gerade ein selbstsicherer junger mann war. ich war arrogant und klugscheisserisch, aber schönen mädchen gegenüber war ich total unsicher.

trotzdem schaffte ich es, sie anzusprechen und auf einen kaffee einzuladen. in den nächsten monaten trafen wir uns immer wieder. ich wurde zu einer art bestem freund. jemand, mit dem sie reden konnte, wenn ihr schlecht ging. jemand, bei dem sie sich ausweinte, wenn sie wieder von irgendeinem arsch verletzt wurde. jemand, der viel zu nett war, als dass sie sich in ihn verliebte. irgndwann verloren wir uns dann aus den augen. es war für mich einfach zu schmerzhaft, die ganze zeit in ihrer nähe zu verbringen, ohne von ihr wirklich wahrgenommen zu werden.

zwei jahre später trafen wir uns wieder. inzwischen war ich künstler, an der einzigen freien kunstschule in zürich, und sie war ballettänzerin und nahm schauspielunterricht. ich hatte einen ruf in der hausbesetzerszene, kuule freunde und war selber ein toller hecht (quak). das besetzte haus, in dem ich damals wohnte, wurde gerade geräumt, und ich konnte bei ihr einziehen. und irgendwie verliebte sie sich in mich. wir landeten im bett zusammen. da wir schon zsammen wohnten, wars nur logisch, dass wir mit der zeit als paar auftraten.

und nun das eigentlich perverse an der ganzen sache: wir blieben nicht zusammen, weil wir uns so wahnsinnig liebten, sondern, weil wir die vorstellung des anderen an unserer seite liebten. wir hatten in der zürcher szene so einige auftritte. sie die schönheit, die empfindsame schauspielerin. ich der künstler, der denker, der mann mit botschaft. sie meine muse, ich ihr anker. natürlich liebten wir die verfilmung „henry und june“ die verfilmung von henry millers jahre in paris…..

wir hätten uns nicht so lange gegenseitig ausgehalten, wenn wir nicht beide ungeheure egomanen gewesen wären. aber so hats gestimmt. für eine weile. ich kann mich nicht mehr erinnern, wies auseinanderging. aber so wie ich mich kenne, lags an meinem unmässigen drogen und alkoholkonsum.

die ganze geschichte war banal, aber sexy.

henry & june (im film)

mord und totschlag

Veröffentlicht: April 18, 2008 in erlebnisse, reda, stil, terror, zürich

es gibt tage, da finde ich meine buddha-natur nicht gleich auf anhieb. an den tagen konnte ich menschen einfach vom balkon stürzen. vom vierten stock. aber nie grundlos.

was mich in den wahnsinn treibt in meinem arbeitsumfeld, sind affektiertheit, talentneutrale „kreative“ buchstabenbrünzler und totale ignoranz. heute hat sich alles in einer einzigen person manifestiert.

ich sag jetzt nicht, was alles vorgefallen ist, aber ich bin ein sehr ausgeglichener mensch, und einige meiner kollegen haben meine innere anspannung bemerkt, nur natürlich die eine person nicht. nicht einmal als ich deutlich wurde. wenn ich chef von der welt wär, würde ich……….

und, meine lieben, ich hab sie nicht erwürgt. neinein. hab ich nicht.

ich kenne nichts….

Veröffentlicht: April 18, 2008 in kultur, liebe, musik, stil

weils so schön ist: die schmalzkehle xavier

magersucht

Veröffentlicht: April 17, 2008 in Uncategorized

endlich mal ein zeichen. frankreich hat die verführung zur magersucht unter strafe gestellt. wer kranke, überschlanke models idealisiert muss mit busse oder gefängnis rechnen. vielleicht werden zukünftigen generationen folgende dialoge erspart:

1. die wahrheit

sie: schatz? ist mein hintern zu dick?

er: nein, liebes, dein hintern ist perfekt.

sie: du hast doch gar nicht hingeschaut.

er: aber ich seh doch deinen hintern jeden tag!

sie: so, mein arsch ist also unübersehbar?!!

*game over*

2. der vergleich

sie: schatz, ist mein hintern zu fett?

er: nein, deiner ist viel knackiger als der von silvia.

sie: was schaust du dir den hintern von silvia an?!!!

*game over*

3. liebevoll

sie: schatz, mein arsch ist zu fett!!!

er: nein, mein liebling (umarmt sie, legt beide hände auf ihren hintern)

sie:sicher?

er: sicher, da hat man was um zuzupacken.

sie: du chauvi! du siehst mich immer nur als objekt!!

*game over*

po:

gefahren der pornographie

Veröffentlicht: April 15, 2008 in erlebnisse, reda, Satire, sex, single

nein nein, ich meine nicht sittenzerfall, charlotte roche oder sehnenscheiden-entzündung (kindisch kicher). ich meine echte verluste!

wie zum beispiel meinen alten laptop. auf meinem alten laptop sind verschiedenste wichtige dateien: mein lebenslauf, ein 180-seitiges manuskript, auf das der verlag schon lange wartet, kurzgeschichten und jede menge andere wichtige daten. und meine mediendateien mit einigen filmchen mit eindeutigem inhalt…

nun gibt mein alter laptop vor einem halben  jahr den geist auf. keine ahnung an was es liegt. alle meine daten eingesperrt auf einer festplatte. natürlich könnte ich meine alte maschine zum doktor bringen und die festplatte spiegeln lassen. aber. mach ich nicht. wär mir zu peinlich. wegen meiner kleinen pornosammlung. plöd, nicht. und keiner meiner freunde versteht genug von pcs, um mir aus der klemme zu helfen.

naja, vielleicht überwinde ich mich ja doch noch eines tages…

kein schweinisches bild:


es mag sich in diesem blog vielleicht anders anhören, aber ich komme mit all meinen ex-freundinnen sehr gut aus. sagte ich alle? nein, da gibts eine am ufer der themse, die hält mich für den arsch des teufels.

wir hatten uns beim reisen kennengelernt und nicht sofort verliebt. wir waren dann einige wochen in asien zusammen unterwegs, hatten mehr oder weniger guten sex und konnten ziemlich unkompliziert gemeinsam reisen.

zurück in europe, entschieden wir uns, es zusammen zu versuchen. eine fernbeziehung. ich ging immer mal wieder nach london, wo sie lebte und sie kam einige male in die schweiz.

sie nannte zürich hobbit-city, weil ihr hier alles so klein und gut organisiert erschien. ich mein, das geht ja gar nicht!

ich nannte London den arsch der welt, weil alle da so gestresst und unhöflich waren.

nun gut, es stellten sich erste schwierigkeiten ein, weil ich mich gewohnt war, unabhängig zu denken und zu handeln (das hiess nicht fremdgehen, ihr schweine!). und ich konnte mit der englischen beziehungskultur nichts anfangen.

ein beispiel: wenn in unserem englischen freundeskreis ein pärchen schwierigkeiten hatte, dann ging die frau zu ihren freundinnen, und da wurde über den mann gelästert. der mann ging mit seinen kumpeln saufen.

das ist hier ja nicht gross anders, aber! das wars dann. kein gespräch miteinander, kein versuch , etwas zu ändern, keine innerbeziehungskommunikation. bis es ein paar wochen später wieder krachte.

ich bin schweizer, nein, ich bin zürcher. sozialkompetenz ist etwas, dass ich mir von meinen freunden wünsche. von meiner partnerin erwarte.

dinge werden ausdiskutiert, und nochmal, und wieder. und dann von vorne. und ein weiteres mal. bis es einfacher ist, etwas im verhalten zu ändern, als nochmals mit dem gegenüber hinsitzen zu müssen.

das betrifft freundschaften genauso wie liebesbeziehungen. das ist die basis der demokratischen streitkultur. jemanden solange zu langweilen, bis sie dir zustimmt oder du ihr. nur damit endlich ruhe ist

ok, irgendwann meinte ich, dass ich in dieser beziehungsform nicht mehr glücklich bin, und dass ich nun in zürich bleiben werde.

ich reiste dazu extra für zwei wochen nach england. sie versuchte das thema die ganze zeit zu vermeiden und ging dann zu ihren freundinnen, um zu weinen.

wie kann man sich trennen, wenn man nicht zusammen weint? und neben dem weinen, man muss doch auch zwischendurch mal wieder lachen, trotz allem schmerz. ich muss mich über mich selber und meine situation lustig machen können, weil nie alles so schwarz ist, wie es im augenblick erscheint.

am letzten tag wollte sie noch immer nichts davon hören, dass ich nicht zurückkommen werde.

als ich wieder in zürich war, erhielt ich einen brief, in dem sie schrieb, dass unsere zeit eigentlich nie etwas wert gewesen sei, und das ich ein schwein sei.

ich fand das so verletzend, dass unsere ganze geschichte plötzlich nichts mehr wert war, dass ich erst mal sprachlos war. komischerweise liebte ich sie immer noch, auch wenn ich nicht mehr mit ihr zusammen sein konnte.

inzwischen bekomme ich jeden zweiten monat einen brief folgenden inhaltes:

du bist der arsch des teufels und sein seine ranzigen eier kleben in deinem herzen!

natürlich etwas ausführlicher formuliert und begründet. aber ich fühl mich einfach nicht schuldig.

kleines arschloch (ich bin grösser):

böög hinrichtung

Veröffentlicht: April 14, 2008 in kultur, Politik, reda, Satire, zürich

sechseläuten in zürich …  da sieht man mal wieder, wie traditionsbewusst, beinahe schon rückständig wir sind. da könnten wir uns durchaus eine scheibe von den amerikanern abschneiden.

wenn die sich mit dem winter in form eines bööggs auseinandersetzen müssten, hätten sie ihn schon im letzten frühling verhaftet und irgendwo in der innerschweiz verhört. mit ein wenig waterboarding hätten sie wohl bald die geheimnisse des winters aus ihm herausgeholt. natürlich würden sie den böögg nie öffentlich verbrennen. das ist ja barbarisch! sondern mit drogen gefügig gemacht und irgendwo in einem gefängnis per giftspritze hingerichtet. oder standrechtlich erschossen.

auch würden sie nicht mit pferden (!) um einen brennenden holzstoss reiten. davon wär ich als winter auch nicht beeindruckt. sie würden mit panzern um eine cruise-missile herumkurven. und zum schluss würden sie einige taktische nuklearsprengköpfe in den himmel schiessen, damit das wetter auch weiss, dass sie es ernst meinen.

ihr seht, wir müssen uns nicht wundern, wieso uns das wetter auf der nase herumtanzt. wir sollten ab morgen sämtliche meterologen überwachen, telefone abhören und überhaupt, menschen mit skiern und handschuhen sollten, als mögliche kollaborateure und schläfer, eingesperrt werden.

dies ist ein krieg. und wir müssen uns schützen.

20 000…

Veröffentlicht: April 14, 2008 in medien, reda

…besucher auf meinem blog. danke 🙂

moers hitlersong

Veröffentlicht: April 13, 2008 in kultur, medien, musik, reda, Satire, stil

hier wieder mal, weils so schön ist:

passanten-surfen

Veröffentlicht: April 13, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, zürich

ich will gerade aus dem 11er aussteigen, als mich eine kleine, alte dame mit gehstock fragt, ob ich ihr aus dem tram helfe. mein gutmenschentum klatscht in die hände, und ich hab sowieso zeit. also nehm ich ihre kleine hand und helfe ihr beim aussteigen. draussen schaut sie mich kurz an, und fragt dann, ob ich ihr nicht noch über die strasse und bis zum hauseingang helfen könnte. ich zögere einen augenblick, dann gehen wir los.

sie erklärt mir, dass sie grad neben dem travelershop „spatz“ wohnt. ich will ein bisschen angeben und erzähle, dass ich da meine austattung für meine südostasienreise gekauft hab. darauf meint sie: ja, auf reisen sei sie auch immer gerne gewesen. in indien habe sie vor fünfzig jahren mit ihrem zweiten mann für eine weile gelebt. aber jetzt sei sie zu alt..

ich schau sie jezt genauer an. und sie war wirklich alt, so alt, dass es schön ist. ich frage, wie alt sie denn sei?

vierundneunzig geworden, anfang jahr. diese frau war also schon vor fünzig jahren auf reisen, und selbst damals war sie schon älter als ich heute. und reisen war damals nicht ein von der globalisierung weichgespülter luxus!

wir kamen dann zu ihrer haustür, wo sie mir ihren schlüssel in die hand drückt und mich bittet, ihren briefkasten zu leeren. ich frage, ob sie keine angst habe, wildfremde leute bis an ihre haustüre zu nehmen.

sie grinst mich an und meint: „junger mann. ich kann zwar nicht mehr reisen, aber ich hab immer noch meine kleinen abenteuer. ich kann durchaus alleine von der tramstelle nach hause gehen. aber das wär langweilig. ich gehe jeden mittag ins cafe am kreuzplatz. auf dem weg dahin lasse ich mir von passanten helfen, habe ein kleines schwätzchen und lasse mich dann von jemandem anderen nach hause begleiten. und gefährlich? in meinem alter wär sogar ein kleiner raubüberfall eine willkommene abwechslung!“

..und ich dachte, meine generation hätte den schwarzen humor erfunden. 🙂

so alt, dass es schön ist: