Archiv für April, 2008

geschichts-lektion

Veröffentlicht: April 12, 2008 in erlebnisse, kultur, Politik, reda, Satire, zürich

wieder mal im tram. drei jugendliche, zwei mädchen und ein junge, alle etwa um die 15.

erste sie (liest eine gratiszeitung, runzelt die stirn) : hei, wer ist Gorbatschow?

schweigen

zweite sie: das war doch der voll extreme schachspieler, der hat doch dieses terroristengewehr erfunden!

er: nein, das terroristengewehr hat kalaschnikow erfunden, das ist voll krass, klemmt nie. der kalaschnikow war ein genie, der war auch schachweltmeister. der gorbatschow war einer von marx‘ generälen, als der in russland noch an der macht war. sagt mein vater. irgend so ein kriegsverbrecher, wie die jugos.

erste sie: der ist auf jedenfall schweinereich.

er: wer? kalaschnikow? klar, in allen PC-games benutzen die ja seine knarre, der bekommt sicher jede menge kohle!

erste sie: nein, der gorbatschow. dem gehört doch „vodka gorbatschow“. und hier steht „perestrojka und glasnost“. der sack hat sicher auch noch „trojka vodka“ gekauft. dem gehören alle vodkas.

zweite sie. jep, „glasnost“ schreien die, bevor sie die vodkagläser in den kamin werfen. hab ich im film gesehen.

er: ja, die russen saufen doch eh alle

…ich mache mir langsam sorgen um die zukunft unserer welt.

die panzerknacker:

der teufel

Veröffentlicht: April 11, 2008 in erlebnisse, kultur, medien, reda, Satire, sinn, spruch des tages, stil, zürich

„…du veränderst nicht den teufel, der teufel verändert dich!“
statement eines freundes zu meiner anstellung bei einem grossen verlag im boulevard-bereich.

clevelands next topmodel

Veröffentlicht: April 10, 2008 in kultur, Satire, sex, stil

längste liebe

Veröffentlicht: April 9, 2008 in erlebnisse, liebe, reda, reise, sex, single, stil, zürich

nun will ich doch auch mal eine geschichte über herz und romantik erzählen, nicht nur über die anderen gut durchbluteten organe.

meine erste liebe traf ich, als ich etwa sechs war. sie war die tochter einer nachbarin. und zwar der schönsten nachbarin, die’s überhaupt gibt. das waren die siebziger, damals, und die nachbarin hatte haare bis zum po, kurze kunstfelljacken und hohe schuhe. unerhört für die provinz, in der wir damals lebten…

aber das hier ist die geschichte ihrer tochter. ich musste auf dem weg in den kindergarten an ihrem haus vorbei, und jedesmal, wenn ich sie traf, tat ich mein interesse kund, indem ich sie an den haaren zog oder versuchte ihren rock zu heben. irgendwie schien sie meine zuneigungsbeweise nicht zu verstehen, und rannte jedesmal weg, wenn sie mich sah. wir zogen dann weg…

ein paar jahre später, ich war inzwischen zwölf, traf ich sie wieder. und sie war die schönste 12-Jährige, die ich jemals gesehen habe. mein hirn schmurzelte wieder auf kindergartenniveau, aber ich zog sie nicht an den haaren. im gegenteil, ich schrieb wahnsinnig romantische briefe, von wegen zusammen in den sonnenuntergang reiten (kein scheiss!!!), und das, obwohl ich einer der gefüchtetsten rabauken war, die die vorstadt damals gesehen hatte. mit der hilfe meiner schwester schaffte ich es, meine angebetete zu einem nachtessen einzuladen (meine schwester als anstandswauwau dabei). aber wieder sollte es nicht sein. ich wurde in ein internat geschickt, in der hoffnung, dass katholischer fanatiker schon das böse aus mir rausprügeln würden. (was ihnen nicht wirklich gelang).

wieder sechs jahre später. ich war inzwischen 18 und arbeitete in einem musikladen und war toooootal hip und kuul und erfahren und was weiss ich. bis eines tages meine erste liebe in den laden spaziert. wieder die totale regression in meinem hirn. ich stotterte, wurde rot und meine ganze souverenität ging den bach runter. es stellte sich raus, dass sie in einem laden ein paar türen weiter arbeitete. eine weile schafften wir es, uns immer mal wieder zu treffen, aber sie hatte damals einen freund und ich hatte einen ganzen arsch voll schwierigkeiten. als ich den job da aufgab und in zürich mein kunststudium anfing, verloren wir uns aus den augen. ich war künstler und hausbesetzer. ich lebte in zürich. ich war so kuul, dass es wehtat. dabei hatte ich einfach schiss, ihr meine gefühle mitzuteilen.

nun lebte ich mein leben. bewegt, aufregend, beschämend und irgendwie sehr schnell. es dauerte volle fünfzehn jahre, bis wir uns wiedertrafen. ich hatte damals gerade eine 180° wende in meinem leben vollzogen, hatte drogen, alkohol und kriminalität gegen geistige gesundheit eingetauscht und war grad kurz vor einer längeren reise nach nordafrika. ich war mit meinem besten freund in der altstadt unterwegs (ja, genau der), als mich beinahe eine BMW-fahrerin über den haufen fuhr. trotz meiner abneigung gegen autos im allgemeinen und BMWs im besonderen, hielt ich mich zurück, besann mich auf meine buddha-natur und ging weiter. dann hupt diese kuh auch noch und dreht das fenster runter. ich drehe mich um und geh zurück. durchs fenster seh ich dieses gesicht. und ich war wieder sechs jahre alt, mein herz klopfte bis in die haarspitzen und die zeit blieb stehen. nein, die zeit drehte sich zurück. sie stieg aus und ich labberte belangloses zeugs. aber wir schafften es, uns zu verabreden. und wir schafften es auch, drei oder vier nächte in irgendwelchen kneipen, an die ich nur noch wage erinnerungen habe, durchzuquatschen.

und dann, irgendwann, schafften wir es auch, uns zu küssen. und da hab ich meine seele verloren. ich hab mich so verliebt, dass es mich ängstigte und ich erst mal weit weg rannte und mich nicht mehr meldete. schliesslich war sie inzwischen verheiratet. ich kam nicht mal auf die idee, dass sie das verletzen könnte. ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass sie wirklich etwas für mich empfand.

als wir uns dann ein halbes jahr später wieder verabredeten, hatte ich schon etwas mehr mut. und schliesslich landeten wir zusammen im bett. ich war total unsicher (mit 35!), und wahrscheinlich wars für sie nicht gerade berauschend. aber egal. ich liebte sie.

und dann ging ich wieder auf reisen. ich war glaub ein ziemlich egozentrischer arsch. trotzdem, auch heute, wenn wir uns ab und zu auf ein sushi treffen, mein herz schlägt noch immer bis zum hals und ich will ihr einfach nur nahe sein……..

frühlingsputz

Veröffentlicht: April 9, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, Satire, single, stil, zürich

ich bin ganz bestimmt kein sammler, eher schon en jäger. heute hab ich meinen frühlingsputz eingeläutet. der dauert bei mir immer einige wochen, also kann man nicht früh genug beginnen.

ich hab zehn 35 liter müllsäcke voller dinge weggeschmissen. dinge, die ich nicht brauche. dinge, von denen ich nur eine wage ahnung habe, woher ich sie habe und wofür man sie vielleicht gebrauchen könnte. einen porzelan-kolibri, der als salzstreuer dienen könnte, wenn die löcher nicht von der schlampigen glasur verstopft wären. zwei lampen ohne fassung. eine kiste voller leerer cd-hüllen. pc-spiele, die noch mit windows 3.11 betrieben wurden. 1000 000 000 zerkratzte cds mit daten, games und musik, die man nie mehr hören kann. einzelne schuhe. schuhe, deren solen schon nicht mehr vorhanden waren. coladosen aus mauretanien. und aus kambodscha. ich hab coladosen von kambodscha mitgenommen!!!! zwei hemden, für die man in ländern mit gutem geschmack gleich standrechtlich erschossen wird. erst noch gefoltert. und noch eine million andere dinge.

ich will immer dinge haben. ich bin ein jäger. aber wenn ich sie habe, frage ich mich wofür. ich bin definitiv kein sammler.

als ich vor zwei jahren in diese wohnung zog, haben mein damaliger mitbewohner und ich 8 hundertzehlitersäcke dinge weggeschmissen oder verschenkt. und in der damaligen wohnung war ich knapp über ein jahr.

dinge.

mein zügelwagen:

liebe, sex & ambivalenz IV

Veröffentlicht: April 8, 2008 in erlebnisse, gender, liebe, reise, sex, single, sinn, stil

…ich will ein sexobjekt sein! ja. nämlich.

ich weiss gar nicht, wieso das immer so negativ bewertet wird. nach spätestens drei wochen will ich sowieso wieder meine ruhe und meinen laptop. wenn ich schon nur begrenzt beziehungsfähig bin, wieso kann ich dann nicht einfach von jemandem ins bett genommen werden und spätestens nach der morgenzigi und einem anständigen kaffee wieder meines weges gehen, bis zum nächsten mal.

das heisst ja nicht, dass ich nicht zu tiefen gefühlen fähig wär. aber nicht für längere zeit. also nur, wenn man mir wochenweise pause lässt. ich weiss, dass ich so funktioniere.

ich will guten sex, und das ist (für mich) nur mit einer gewissen emotionalen verbundenheit möglich. sonst kann ich mich einfach nicht so gehen lassen. also, will ich kurzzeitig richtig tief eintauchen und dann wieder singe sein.

eine alte freundin  hat das als sauna-beziehungen betitelt. rein in die hitze, schwitzen und nachher wieder raus in die kälte und türe zu….

nur scheinen das viele frauen emotional nicht auszuhalten. schade.

objekte:

fan-meile

Veröffentlicht: April 7, 2008 in erlebnisse, kultur, Politik, reda, Satire, sinn, stil, zürich

..ich hab post von der stadt bekommen. ich wohne mitten in der fanmeile. naja, wenigstens am rand der fanmeile.

nun hat mir die stadt mitgeteilt, dass ich nett zu den fans sein soll. ich darf also nicht aus dem fenster pinkeln, wenn die draussen grölen. ich darf keine fans hauen. auch nicht ein bisschen. tja.

aber ich darf sie in die falsche richtung schicken, wenn sie nach öffentlichen klos fragen. und vielleicht einen oder zwei in den see schubsen, wenn sie so besoffen sind, dass sie nicht mehr gehen können. vielleicht kommen sie ja schwimmend besser vorwärts….

nachbarin

Veröffentlicht: April 7, 2008 in erlebnisse, gender, liebe, reda, sex, single, stil, zürich

..ich hab eine neue nachbarin. ich seh jeden morgen ihre schuhe vor ihrer tür. keine highheels, nur pumps, schwarz, etwa grösse siebenundreissig. sie selbst hab ich noch nie gesehen. sind uns einfach nicht begegnet, obwohl sie schon etwa eine woche hier wohnt.

wir haben am wochenende beide gewaschen, und sie hat, wie hier im haus üblich, meine wäsche aus dem tumbler genommen und zusammengelegt (darf ich erinnern? totenkopf-unterwäsche und homer-simpson-socken).

natürlich hab ich mich revangiert und ihre wäsche schön gefaltet. schöne wäsche, schwarze spitze, truimph.

heute früh hab ich meine hemden gewaschen und vorhin in den tumbler werfen wollen, und siehe da, sie waren schon auf bügel gehängt, aufgeschüttelt und die knopfleisten gerade gezogen. in unmittelbarer nähe ihrer bluse….

nun bin ich gespannt, wann sie das nächste mal wäscht……

triumph (aufreizender, aber man darf ja noch träumen)

vorbilder

Veröffentlicht: April 7, 2008 in erlebnisse, kultur, medien, Politik, reda, sinn, stil

..wie kommt man als kind dazu, den einen helden zu lieben und den anderen nicht? mein erster held war robin hood. nicht irgendein robin hood, sondern der fuchs von walt disney. damals wusste ich noch nicht, dass walt ein alter faschisz und rassist reinsten wassers war. und dieser robin hood war subversiv, tolpatschig, clever und charmant.

er setzt sich für die schwachen ein, ist ein outlaw, nimmt sich selber nicht so ernst und hat natürlich maid marianne (meine erste grosse liebe).

zorro hat mich nie so fasziniert. zorro war zu macho, zu ernsthaft und einfach nicht so liebenswert….

später kamen vorbild-figuren, die für mich immer näher an robin als an zorro waren, so zum beispiel che guevarra.  oder peter pank.

und heute gibts nur noch einen helden, den ich aus tiefstem herzen verehre…

wieder an der arbeit

Veröffentlicht: April 7, 2008 in erlebnisse, reda, sinn, zürich

man glaubt es kaum. nach drei wochen urlaub hab ich mich wieder richtig auf meinen job gefreut. vorallem auf die leute.

das ist doch echte lebensqualität. wenn man sich freut, seine kollegen wieder zu sehen.