Archiv für Mai, 2008

schule

Veröffentlicht: Mai 23, 2008 in erlebnisse, kultur, medien, reda, stil, Uncategorized, zürich

wir hatten schulung, alles leute um die dreissig oder älter. wir spickten  mit papierchen, surften im internet, giggelten über zeugs, dass wir uns gegenseitig per msn zuschickten, stellten dumme fragen und giggelten weiter. wenn der lehrer sich umdrehte, sassen wir ganz brav da.

nur einmal sagte gerry: „ich wars nicht, redder hat angefangen!“

diese alte petze!

dafür hab ich sabine an den haaren gezogen, weil der gerry mag nämlich die sabine.

und martina hat natürlch wieder gestrebert. immer ganz brav und konzentriert. martina ist doof.

erwachsenenbildner sein ist die hölle.

bogotá?

Veröffentlicht: Mai 22, 2008 in erlebnisse, gender, kultur, liebe, reda, reise, Satire, sex, single, zürich

Bis jetzt hab ich meine reiseziele immer nach dem klang des namens ausgesucht. marrakesch. casablanca. bang kok. siem reap. ouarzazat. ben nimi. phnom penh. sobald es sich irgendwie nach abenteuer und romantisch anhört, wars für mich ok. über südamerika hab ich mir bisher nie gedanken gemacht…. war irgendwie einfach nicht auf meiner weltkarte. bis vorgestern.

eine freundin eines freundes hat mich auf facebook angequatscht, und wir haben ein wenig gechattet. es stellte sich heraus, dass sie in kolumbien lebt.

gestern haben wir uns dann nochmals online getroffen, mit webcam, zusammen gelacht, ein wenig geflirtet.

mein kontakt in bogotá

naja, ich muss sagen, irgendwie hat bogotá plötzlich den abenteuerlichen klang gehabt, den ich so mag…

aaaber, ich hab mir unsere unterhaltung noch mal durch den kopf gehen lassen, den verbalen teil, nicht den visuellen. sie ist stewardess, dreissig, etwas verwöhnt. sie hat gewisse vorstellungen, was einen schweizer ausmacht. schweizer sind solide, geradlinig, etwas konservativ, treu, fleissig und reich.

nicht das sie aus armen verhältnissen stammt oder unselbstständig wär. sie ist 30, kommt aus dem oberen mittelstand und ist stewardess bei einer südamerikanischen airline.

aaaaaaaaaaber, kolumbien ist katholisch, familenfreundlich und naja, irgendwie heiratsfanatisch. ich weiss nicht, was die kolumbianer von freier liebe halten. sie hat mir erzählt, dass ihr vater ihr bis zwanzig verboten hatte einen freund zu haben. und ich hab ganz klare vorstellungen davon, was kolumbianische väter mit untreuen freunden ihrer töchter machen. ich schau schliesslich CSI Miami! wahrscheinlich machen sie das nur schon aus prinzip mit jedem mann, der in die nähe ihrer töchter kommt…

ausserdem weiss ich nicht, ob ch mit der lateinamerikanischen, hm, sagen wir mal: leidenschaft zurechtkomme. ich mags eher gemütlich… und ich bin ja schon für zürcher verhältinisse unkonventionell….

also, da steh ich nun, mit einer einladung nach bogotá und weiss nicht genau. man fliegt nicht x-tausend meilen nur  wegen eines netten chats. macht man nicht.

hm. ich sollte solche entscheidungen treffen, wenn ich nicht gerade auf ihr bild schaue. manchmal wünschte ich mir, nicht als mann geboren zu sein….

panama? nein, bogotá!

böse-dingens-stöckchen

Veröffentlicht: Mai 21, 2008 in böse, erlebnisse, kultur, Satire, stöckchen, stil

ich hab ein neues stöckchen. eines das wirklich nützlich ist und die welt zu einem besseren platz machen soll.

hier die aufgabe: zähle fünf dinge aus deinem alltag auf, die total überflüssig, ärgerlich und böse sind. in deinr liste darf nichts vorkommen, dass bereits in der liste der beiden vorherigen stöckchen-besitzer war. so erschaffen wir ein lexikon des üblen und können den bösen dingens aus dem weg gehen. die macht sei mit euch!

meine dingens-liste:

1. einweg-rasierer, die über ein unglaublich lächerliches design und über gemeingefährlich schlechte klingen verfügen.

2. kleingeld, das ganz normal aussieht, das aber immer, wenn du unter zeitdruck einen automaten fütterst, einfach durchfällt und klimpernd in der rückgeldausgabe liegt.

3. spam-mails, deren betreff so formuliert ist, dass du nicht widerstehen kannst, sie zu öffnen.

4. kleider, die im laden unheimlich geil aussehen, die sich aber auf dem nachhauseweg in geschmacklose lumpen verwandeln.

5. schraubverschlüsse, die solange klemmen, bis du mit ganzer kraft und mit beiden händen dran drehst. dann geben sie butterweich nach, so dass du, auch mit ganzer kraft, den inhalt über dich und deine umgebung verschütten kannst.

mehr böse dinge zählen bluetime und haze auf….

the passenger

Veröffentlicht: Mai 21, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, zürich

am bellevue, gleich beim see. eigentlich hätte ich mittagspause, aber ich habe keinen hunger.

da quatscht mich einer an:

„häsch nöd en stutz?“ (für unsere deutschen leser: hastemal ne mark?)

ich grabe in meiner tasche nach kleingeld, als ich mir das gesicht ein wenig genauer anschaue.

„bär? bär bist du das?“

er schaut mich einen augenblick an, studiert. es fällt im auch nicht leicht, sich an mich zu erinnern. er schwankt etwas hin und her, konzentriert seinen blick.

„redder?“

wir lachen. wir sagen: weisst du noch, damals? wir sagen: und als wir nur knapp aus dem fenster kamen? wir lachen. wir zählen alte namen auf. pedro. santino. max und weber. grinsen. ganz besonders weber.

ich hab wieder hunger, hole bratwürste vom sternen und wir setzen uns ans seeufer.

er: und du?

ich erzähle ihm den fehlenden teil der geschichte. mit asienreise und glücksfällen. ich erzähle nicht von den menschen, die mir geholfen hatten. er hätte sie sowieso nicht gekannt.

ich: und du?

ich höre mir die geschichte an, wieso immer alles schief lief, und das ab morgen sicher alles besser wird. und dass dieser ihm noch einen gefallen schuldet und einfach aber erst ab morgen…

ich reg mich nicht auf, ich kenn die geschichten. ähnliche hab ich selber erzählt, als ich mein leben noch nicht ändern konnte. ich höre nicht die worte, ich höre seine stimme. die stimme eines alten freundes. ich höre die alten sommertage und unsere mofas.

so sitzen wir da, lachen laut. er in versieften klamotten und mit dem klang von heroin in der stimme. ich im pressefuzzi-outfit, mit cord-sakko und lederschuhen.

die leute schauen, aber uns ist das egal. wir sind gerade in den achzigern, und damals war zwar nicht alles in ordnung, aber wir waren freunde…..

wir stehen auf, und jeder geht in sein leben zurück.

the passenger

der hund

Veröffentlicht: Mai 20, 2008 in erlebnisse, reda, tram, zürich

gestern, wieder einmal im tram.

mann steigt ein, mit riesigem hund an einer fiesen kette. der hund hat freundliche augen und hängeohren. mann und hund setzen sich, mann zieht sinnlos an der kette.

hund: .oO(depp)

kleiner junge setzt sich in die nähe, kebab in der hand.

junge: darf ich ihn streicheln?

mann: nein, das mag er nicht

hund: .oO(lügner)

hund schnuppert, mann zerrt an der leine

hund: üärks

mann: platz!

junge verzieht sich ängstlich, lässt aber ein wenig vom kebab fallen. hund schlabbert schneller, als mann an der kette ziehen kann.

mann zieht an der kette

hund: üärks

mann: platz!

hund: .oO(dafür beiss ich dir eines tages in die eier. aber vorerst piss ich in deine hausschuhe 😀 )

ich (beim austeigen): dir sollte man den hund wegnehmen, du depp!

hund: .oO(genau!)

hund:

traurig

Veröffentlicht: Mai 19, 2008 in erlebnisse, liebe, reda, sinn

es gibt augenblicke, da helfen keine eleganten worte, kein trost, keine klugen erklärungen. dann kann man dem schmerz seiner lieben nur den eigenen schmerz beigesellen und sehen, dass das ganze weniger ist als die summe der einzelnen…

man kann sich gegenseitig in den arm nehmen und gemeinsam weinen. ich weiss, dass wir das überleben werden. es ist ja nicht das erste mal. wir werden irgendwann nicht mehr so oft daran denken, und mit ein oder zwei narben daraus hervorgehen. aber das hilft nicht gegen die zeit der trauer. das ist der preis, den wir dafür zahlen, menschen zu sein.

ich bin bei euch, und ich liebe euch.

blumen

Veröffentlicht: Mai 18, 2008 in erlebnisse, gender, liebe, reda, single, stil, zürich

mein freund X. und ich, vorhin im cafe

er: sie ist etwas launisch in letzter zeit

ich: hm, was bestimmtes

er: nö, eher so allgemein

ich: geh doch auf dem nachhauseweg am HB vorbei und kauf ihr mal überraschenderweise blumen

er: spinnst du? dann bin ich in echten schwierigkeiten. dann denkt sie, ich hätte was wieder gut zu machen. pfft…  dann warte ich lieber, bis sie sich über blumenmangel in ihrem leben beklagt und kaufe dann reumütig einen strauss. dann freut sie sich drüber UND kann mir vorwerfen, ich sei ein unaufmerksamer partner. ein grösseres geschenk kann ich gar nicht machen. heute hol ich ihre lieblings-yoghurts. die sind unverfänglich, aber sie freut sich auch und geniesst sie…

unverfänglich:

spruch der woche

Veröffentlicht: Mai 18, 2008 in gender, liebe, reda, Satire, sex, single, spruch des tages

„kein sex ist auch keine lösung“

frei nach den Toten Hosen

spass in zürich

Veröffentlicht: Mai 18, 2008 in böse, erlebnisse, kultur, reda, Satire, stil, zürich

es kann ja immer mal wieder vorkommen, dass mir langweilig wird in zürich. hier drei freizeit-tipps für die stadt, die dein leben sicher aufpeppen:

nr 1

geh mit einer bekannten in die bäckeranlage. setz dich irgendwo hin.warte ein paar minuten und schau dich nach einem szene-pärchen um. such dir am besten eins aus, dass ganz verliebt wirkt. dann stehst du auf, gehst zu ihnen rüber und sagst zum typen:

„ey mann, wenn du noch einmal meine freundin ansabberst, dann tätschts aber gewaltig. aber sowas von. mann ey, du hast doch selbst eine freundin, da musst du doch nicht meine auch noch dauernd anglotzen!“

dann setzt du dich wieder hin, und wirfst noch ein oder zwei finstere blicke rüber. jetzt kannst du den ganzen nachmittag oder abend beobachten, wie er sich aus dieser situation windet. 🙂

nr 2

du gehst in die bäcki. schaust dich nach einem pärchen mit kinderwagen oder kind um. du gehst hin, schaust lieb in den kinderwagen oder ins kindergesicht. dann zu ihr:

„hei, der gleicht dem georg aber überhaupt nicht!“

dann unsicherer blick zum vater, dann wieder zu ihr

„ou, sorry, ich dachte er wüsste es“

nr3

diesmal kanns irgend ein gartenlokal sein. du gehst rein, holst dir was zu essen. dann kommst du wieder raus, setzt dich hin. nach ein paar minuten stehst du auf, gehst wieder rein. beim rauskommen schreist du deinen freunden zu:

„hei, der typ, der immer ins essen gespuckt hat, arbeitet immer noch hier, die sau!“

so, fröhliche freizeit wünsch ich euch 🙂

ganz der vater:


kein arbeiten! naja, wenigstens nicht den ganzen tag. jetzt gehts erst mal frühstücken und danach an den kanzlei-flomi. da kann ich wenigstens unnützen müll kaufen, ohne mich finanziell zu ruinieren. einkaufen ist wie therapie. je unnützer desto so gesünder.

zudem durfte ich mich gestern bei meiner lieblings-hintergrund-lifestyle-magazin-wissens-redaktorin ausjammern. danke 🙂

sie meinte, beziehungen seien für mich zu wichtig. irgendwie scheint das zu stimmen. ich habe alles andere ausprobiert. zuerst ideen, so das ganze linke zeugs, ich hab danach meine esoterische phase gehabt, danach kunst mit botschaft, dann erfolg und geld, drogen und kriminalität. aber

das einzige, dass mich wirklich interessiert, sind zwischenmenschliche beziehungen. wahrscheinlich hat sie recht. aber in meinem leben haben karriere, politik, überzeugungen, glaubenskredos, philosophien bereits versagt. das einzige was zählt, ist, dass ich mit mir und meinen mitmenschen so umgehe, dass ich mir morgens noch ins gesicht sehen kann. ja, ich denke, beziehungen sind das wichtigste für mich 🙂

neuer tag, neues glück