Archiv für Juni, 2008

und noch etwas nostalgie

Veröffentlicht: Juni 30, 2008 in erlebnisse, kultur, musik, reda

*schunkel*


endlich ist die EM vorbei. nun, liebe fans, geht nach hause, nehmt euren müll mit und erwähnt niiiieee mehr unsere stadt. vergesst einfach, dass ihr hier gewesen seid.
ach ja, und du, liebe uefa: bezahl doch noch schnell unsere polizisten, die in deinem auftrag öffentlichen grund in EURO 08-konzentrationslager verwandeln mussten. ach ja, ich kauf ab jetzt nur noch nike, trink nie mehr carlsberg und zerkratze jeden hyundai, der am strassenrand steht. irgendwie ist das werbe-konzept der UEFA und deren sponsoren bei mir nicht aufgegangen.

jedesmal, wenn ich die maskottchen FIESI & MIESI oder wie die hiessen, sah, überkam mich die wilde lust, irgendeinem schiess- und Jagdclub beizutreten.

die euro ist vorbei, die gewinner sind die geldsäcke, die lizenzhändler und wahrscheinlich die müllmafia.

noch was: die streetparade findet dieses jahr in PARIS statt. da gibts freibier und gratisdrogen an jeder strassenecke! sie fliegen extra nackttänzer/innen aus rio ein, und  jeder besucher darf  nachher eine/n mit nach hause nehmen. und es spielen nur die vollgeilen dj’s. ich schwör! übernachten ist da gratis!

FIESI & MIESI sind jetzt ihres lebens nicht mehr sicher:

misstrauisch

Veröffentlicht: Juni 29, 2008 in böse, erlebnisse, kultur, reda, stil

ich hab einen test gemacht (nicht absichtlich):

ich habe eine flasche cola zero drei tage lang bei dieser hitze offen stehen lassen, in der nähe von ameisen, bienen, wespen und anderen viechern. nach drei tagen war cola zero noch immer unberührt.  kein viech hat sich irgendwie daran zu schaffen gemacht. in einem glas wasser nebendran sind einige ameisen ertrunken. im cola zero nicht.

eine so lebensfeindliche flüssigkeit macht mich misstrauisch. bei erdbeben achte ich ja auch darauf, was die tiere machen, wieso sollte es bei getränken anders sein?

des teufels gesöff?

mein freund buddha

Veröffentlicht: Juni 29, 2008 in erlebnisse, geschichten, kultur, musik, reda, sinn, zürich

manchmal ist es genauso beruhigend, wie erschreckend, dass es dinge und menschen gibt, die sich nie verändern.

mein freund buddha hat seinen namen nicht von seiner gauthamischen gelassenheit oder seinem nirvanischen lächeln. buddha heisst buddha, weil er vor zwanzig jahren die kleinen LSD-filzchen mit dem kleinen buddha drauf aus amsterdam eingeführt hat.

buddha war der wilden einer. jeder in unserer hausbesetzer-klique wollte ein wenig so sein wie buddha. buddha war der erste in zürich, der als weisser dreadlocks trug. buddha konnte mit doc martens und schottenrock herumlaufen und nicht lächerlich aussehen. buddha hatte immer die schönsten freundinnen. buddha wusste, welche band gerade absolut im kommen war. buddha wurde überallhin eingeladen. buddha hätte neid geweckt, wenn er nicht so absolut charmant gewesen wär. jeder wollte buddhas freund sein, oder wenigstens mal auf seinen hund aufpassen, wenn er mit seiner band auf der bühne war. buddha war einer der helden der punkbewegung, ohne eigentlich punk zu sein. buddha war buddha (das ist schon beinahe zen).

gestern bin ich buddha nach gut fünfzehn jahren wieder begegnet, am see, in der fanzone. buddha, mit schwarzen dreadlocks, schottenrock, hund und freundin. naja, und mit ein paar zähnen, weniger aber immer noch mit seinen überaus attraktiven gesichtszügen. buddha hatte zwanzig jahre heroin überlebt und dabei noch den grössten teil seines charmes und sicher 80% seines hirns behalten.

und ich hatte einen kleinen rückfall in meine pubertät. für ein paar sekunden war ich wieder der bewundernde kleine groupie, der auch mal so wichtig sein wollte in der szene. buddha kam auf mich zu und begrüsste mich mit namen. ich meine, ich war zwar damals ein teil des harten kerns, aber zu den bigshots wie buddha, kuno und stefan eicher hatte ich nicht den draht. ich dachte nicht mal, dass die mich bemerken.

und gestern erinnert er sich an meinem namen und kommt auf mich zu, um mir die hand zu schütteln.

und trotz allem, auch wenn ich nie und nimmer tauschen wollen würde:

buddha ist buddha.

hier ein link in die vergangenheit, ich bin da auch noch irgendwo auf einem bild:

www.definitiv-zh.ch

pier wescht & letten

Veröffentlicht: Juni 29, 2008 in erlebnisse, kultur, stil, Uncategorized, zürich

gestern war ich das erste mal seit langem wieder mal im pier west, unserer flussbadi. und ich komme nicht umhin, hier wiedermal eines meiner alten gedichte zu posten:

badi

bikinizupfender blondarschengel

brusthaarwinkender stadttarzan

breit brüllende sonnenbrillen

vorhanggemusterte badehosen

iPodien

und der fluss

nun frag ich mich immer, wieso ich vor zehn jahren uuunbedingt zu dieser szene gehören wollte. also, was mach ich? ich geh heute hin und betreibe sozialstudien!

pier west und oberer letten, der letten gilt als deutsche enklave, während pier west eindeutig ein sammelbecken sozial und kreativ tätiger zürcher-szenis ist.

schlechtes karma?

Veröffentlicht: Juni 27, 2008 in erlebnisse, reda, Satire

vor ein paar wochen hat mir eine freundin erzählt, dass tauben die dümmsten tiere überhaupt sind, aber ich wollte das einfach nicht glauben.

gestern hab ich eine taube überfahren. mit dem fahrrad. jetzt glaub ich es. das dumme viech war nicht mal tot. auch nicht besonders verletzt und schon gar nicht verängstigt. ich schüttelte es ein paarmal und überlegte, ob ich es wohl von seinem leid erlösen sollte (halsumdrehn und krckt), aber ich konnte kein leiden an dem doofen vogel feststellen.

wenn ich den vogel erlöst hätte, wär meine karmabalance dann positiv oder negativ beeinflusst worden? ist leiden auch leiden, wenn der dämliche vogel nicht mal weiss, dass er gerade überfahren wurde? ich werde meinen guru anrufen, sobald er aus dem nirvana zurück ist.

die verschwörung

Veröffentlicht: Juni 27, 2008 in erlebnisse, familie, kultur, liebe, reda, Satire, sex, single, sinn, zürich

ich bin viel alleine unterwegs, und im winter scheint das auch keinem besonders aufzufallen. jetzt scheint sich eine verschwörung breitzumachen. deren ziel: mich wahnsinnig zu machen, oder mich zu verkuppeln und zu einem „normalen“ familienleben zu knechten!

normalerweise kann ich in die bäcki, mich da hinsetzen und einfach debil etwas vor mich hingrinsen, während ich die sommerröckchen betrachte und zigaretten rauche. diesen sommer setzen sich irgendwelche pärchen neben mich und unterhalten sich laut übers heiraten. dann rufen freunde an und fragen, wo ich bin. und die zweite frage lautet: bist du alleine?

kinderwagen und frauen, die medizinballgrosse schwangerschaften vor sich hertragen, scheinen sich ungeheuer von mir angezogen zu fühlen. überall, wo ich mich hinsetze, sitzen spätestens zwei minuten später irgendwelche mütter, oder frauen, die gerade dabei sind, ihr pflichtmass an überbevölkerung auszutragen, um mich herum.

freunde, die früher auf meinen singlestatus eifersüchtig waren, schauen mich mit diesem mitleidigen blick an, einen arm um ihre hirnrissig glücklich grinsende neue partnerin geschlungen.

alles scheint mir entgegenzuschreien:
KAUF DIR EINEN VOLVO! HEIRATE! SETZ KINDER IN DIE WELT! VIIIEEELE KINDER! SCHLIESS EINE LEBENSVERSICHERUNG AB! LEG DIR EINEN HUND ZU UND EINEN GARTEN ZU! KAUF DINGE AUF RATEN UND GEH IN EINEN GOLFKURS!

ich denke, da sind sogar geheime botschaften auf der zahnpastatube und in den radiowerbespots. vergesst das. in den radiospots sind die botschaften nicht geheim, da nennt man sie werbung.

aber ich widerstehe! da gibts jemanden, den ich mag. und ich werde mir von all den gesellschaftlichen vorstellungen nichts vorschreiben lassen! alles kommt, wie es eben kommt!

ausserirdische mit einer mission?