Archiv für August, 2008


am samstag war ich auf einer dieser ultra-vip partys in budapest. reingekommen sind wir wohl, weil wir mit unserer sprichwörtlichen zürcher arroganz einfach an den securities vorbeispaziert sind.

und was für eine party. in etwa so, wie sich hollywood europäische houseparties vorstellt. alles glas und weisses leder, electro und etwas balkan techno (üärks), die frauen alle direkt aus dem modelkatalog, mit extentions und implantaten, die männer alle muskelbepackte schönlinge. auf der tanzfläche kamen die griiten nur mit ihren bodyguards, was irgendwie noch witzig war.natürlich tanten die meisten so, dass sie ja nicht ins schwitzen gerieten. ausser den bodyguards, die hatten ihren spass.

naja, es ist sicher einfacher, sich an so einem ort zu bewegen, wenn man nicht dazugehören muss und wenn man entspannt zurücklehnen kann. zum beispiel sind sich diese supermodelgriiten einfach nicht gewohnt, dass man nicht mit ihnen flirtet. zudem weiss ich, dass, wenn man status und aussehen mal weglässt, darunter nichts als verunsicherte kleine mädchen hervorkommen. ausserdem müssen sie in sachen arroganter attitüde einfach noch mal einen auffrischungskurs in zürich nehmen. m. und ich haben uns köstlich amüsiert, vorallem über die angestrengt blasierten gesichter. aber, wie schon gesagt, wir sind zürcher, wir müssen nicht cool tun….

da ich in festen händen bin und models zwar hübsch zum anschauen finde, ihnen aber nicht mehr näher als fünf meter kommen will, konnte ich ziemlich entspannt abtanzen. mit den bodyguards und den anderen muskelbepackten quadratschädeln.

was ich jedoch als superservice empfand, war die kleine tanzshow, die zwei mädchen in der VIP-ecke abgezogen haben. zwei knutschende mädchen in den knappsten outfits ist wohl die männerfantasie nummer 1.

naja, ein zweites mal musste ich da nicht hin. nach budapest schon, an sone party nicht unbedingt. ich brauch keine bodyguards….

das ist ein originalbild vom DOKK, mann mit silikon:

budapest: die reise

Veröffentlicht: August 24, 2008 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, reise
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naja, nach budapest zu kommen, war eigentlich kein problem. rein in den flieger, ökogewissen totschlagen, raus aus dem flieger.

natürlich hatten m. und ich weder einen blick in einen reiseführer geworfen noch haben wir einen gekauft. reiseführer sind für wimps, wir (ich) habe schliesslich google-maps auf dem BB.

also, angekommen, unsere koffer in unserdonauschiffs-hotel geworfen und ab in die stadt. per GPS den weg in die innenstadt finden war kein problem. dann zuerst etwas kultur und geschichte. da ist irgendso ein freiheitsdenkmal auf einem berg mitten in der stadt. punkt auf google-maps eintragen und nur noch dem pfad nachlaufen.

leider sieht man auf google-maps keine höhenmeter. wir keuchen also mitten in der mittagshitze etwa 40 minuten den berg hoch. malerische aussichten! naja, wenisgtens, wenn ich etwas gesehen hätte. aber der schweiss, der mir in die augen lief, hat mich nachhaltig geblendet.

nun, wir erreichen auf jedenfall das monument. da steht eine riesenstatue mit irgendeiner griite, die eine vogelfeder in den himmel hält (fall für den psychiater), rechts ein muskulöser typ, der irgendeinen armen drachen totschlägt (scheisstierquäler) und links ein typ, der mit einer fackel herumrennt (pyromane!). was das ganze mit freiheit zu tun hat, ausser das man wohl in einem land lebt, wo man ohne furcht vor obrigkeit auch noch den dümmsten mist als denkmal verkaufen kann, weiss ich nicht.

ich war sowieso sauer. hab mich den ganzen weg hochgeschleppt, und oben gibts nicht mal kaffee. nur so einen kleinen kioskwagen, der ein vermögen für eine flasche lauwarmes wasser verlangt. wir setzen uns also hin und jammern über unser schicksal. dann beschliessen wir, einmal um das monument herumzugehen und wieder runter zu steigen.

hinter dem monument erfahren wir, dass google-maps einem nicht sagt, dass man den bus hätte nehmen können. auch sagt einem google-maps nicht, dass hinter dem monument 3 (drei!!!) cafes mit vorzüglichem italienischen espresso sind….

naja, vielleicht nehm ich nächstesmal einen reiseführer.

die geschichte, wie wir mit GPS den weg zum Park der sozialistischen monumente gefunden haben, erzähl ich ein andermal. genauso wie die geschichte mit der VIP party mit den tanzenden lesben in bikinis.

hier zwei meiner souveniers:

Budapest

Veröffentlicht: August 21, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, zürich

Ich mag flughäfen. Besonders, wenn ich wegfliege. Ich vemiss irgendwie meinen Lebensstil der letzten Jahre. Dauernd unterwegs..

Aber damals hab Ichs dann auch irgendwann gehasst.

Jetzt gehts ab in den Osten, yipeah!

die botellón-frage

Veröffentlicht: August 20, 2008 in böse, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, Satire, stil, terror, zürich
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ich weiss gar nicht, was so speziell ist an diesen saufanlässen ist. früher nannten wir das grillieren und machten unsere ersten erfahrungen mit alkoholvergiftungen und notaufnahmen.

diejenigen von uns, die ihr dreiundzwanzigstes lebensjahr erlebten, schworen danach jeden montag, dass sie nie mehr ein glas alkohol anrühren würden.

ach, es waren eben die goldenen jugendjahre. in nachbars blumentopf kotzen. morgens irgendwo aufwachen und feststellen, dass man nachts den weg zum klo nicht mehr gefunden hatte. immer ganz gespannt darauf warten, bis einem die freunde am nächsten morgen erzählen, wie genau man sich dieses mal absolut unmöglich gemacht hatte. oder die netten kellner, die einem auf ein lokalverbot hinwiesen, an das man sich nicht mehr erinnern konnte…

erst mit fünfundzwanzig hatten wir die lösung:

endlich kamen die ganzen xtc und speedpillen auf den markt. und da hatte man auch nicht gar so einen grossen kater, wenn man vor dem schlafengehen genug schlaftabletten und ein wenig heroin nahm.

hach, wie schön es ist, der jugend zuzuschauen, wie sie sich lebenerfahrung erarbeitet…

da wollen wir alle hin:


ich war heute schell in meinem kleinen romantischen, lieblingsbücherladen (orell füssli) um mich fürs wochenende mit lesestoff einzudecken.

ich hasse bücher mit „BOTSCHAFT“. paolo coelho hätte besser kalenderblätter beschrieben, und bei den meisten literarischen romanen schläft mir der arsch ein. ausser vielleicht bei  haruki murakami, aber dessen botschaft hab ich auch noch nicht entziffern können. ich liebe leichten lesestoff. die freizeitphilosophen, die mir dinge beschreiben, die man nicht  aus büchern lernen kann, gehen mir auf den sack.

ich liebe science fiction. ein paar der besten sozialanalysen sind von scifi-autoren geschrieben worden, und zwar so, dass einem nicht die füsse einschlafen. also, es gibt bei orell füssli beinahe keine scifi-romane mehr, die ich nicht schon kenne, aber heute hab ich gleich zwei neuerscheinungen gefunden.

ich weiss nicht, was sich die verlage überlegen. scifi wird immer mit schreienden farben, mystischem weltraum und explodierenden raumschiffen gecovert. so kann einem das beste buch peinlich werden. es wär was anderes, wenn es echter 50er jahre-trash wär. aber die kerle versuchen es, richtig peinlich zu machen und nehmen immer künstler mit einem ganz schrägen sinn für eleganz.

also, ich in meinem pseudo-intellektuellen-outfit, cordjacke, weisses hemd und bart (!), schnappe mir die zwei buntesten bücher mit explodierenden raumschiffen und gehe zur kasse. die junge dame da grinst. sie grinst als ich ihr die bücher gebe. sie grinst als sie den strichcode einliest. sie muss ein kichern zurückhalten, als ich ihr das geld gebe und sie grinst wieder als sie mir die bücher einpackt.

irgendwie war das ziemlich demütigend.

das waren noch covers:

.ch ist ein sozialprojekt

Veröffentlicht: August 20, 2008 in bildung, kultur, leben, medien, Politik, reda, Satire, zürich
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jeden morgen, wenn ich zur arbeit gehe, sehe ich mindestens sechs junge frauen, die wägelchen voller .ch ausgaben in die stadt ziehen und die dinger in briefkästen verteilen. tapfer stopfen sie die ausgaben, die sie vortags bereits in die selben briefkästen gelegt haben nach hinten, um platz für die aktuelle ausgabe zu schaffen.

renomierte, überbezahlte journalisten sind sich nicht zu schade, gegen gutes entgelt beiträge für ein blatt zu schreiben, das niemand liest.

so gesehen ist saschas blatt ein sozialprojekt. welcher philantrop gibt sonst schon 20 millionen jährlich aus, um arbeitsplätze  in einer zeitung zu schaffen, die niemand liest, und in der keine werbung geschaltet wird?

danke .ch, für die arbeitsplätze. aber könnten eure leute die zeitung nicht direkt in die altpapiersammlung bringen? dann hättet ihr noch mehr sympathien bei der bevölkerung!

.ch sammelstelle

mein porsche

Veröffentlicht: August 19, 2008 in geschichten, kultur, reda, reise, stil, zürich
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naja, meinen porsche hab ich von meinem schwager bekommen. er ist ein autonarr, wer häts gedacht? mein porsche hat aber zum glück nur zwei räder, besteht fast nur aus stauraum und verzichtet ganz auf einen motor.

mein porsche ist ein rollkoffer, keine midlife-crisis-schleuder. ein köfferchen von porsche. und dass mein schwager ihn mir geschenkt hat, zeigt mir, dass er wohl aus dem porschealter heraus ist.

naja, ich bin wohl noch nicht im porsche-alter. irgendwie ist es mir peinlich, neben meiner freitagtasche einen porsche-rollkoffer neben mir herzuziehen. aber was solls. das teil ist stabil, nicht übermässig aufdringlich und bequem in höhe und handling. dann leidet mein ruf als urbaner dschungelkämpfer ein wenig, dafür hab ich keine rückenschmerzen.

eigentlich ist es ja schon ein kompromiss, nicht mit meiner alten arzttasche aus leder zu reisen. rollkoffer sind was für weicheier. dann bin ch halt ein weichei. aber ich bin ein weichei mit ersatzhemden, genug unterwäsche und ohne rückenschmerzen.

ach ja, mein schweizerpass ist innerhalb von drei tagen ausgestellt worden. die haben sich echt ins zeug gelegt. ich freu mich schon, euch von budapest zu erzählen. männerurlaub. hehe.

ferdi hat auch koffer und möbel ispiriert:

kuscheltier-rassismus

Veröffentlicht: August 18, 2008 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, sinn, zürich
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jedesmal, wenn ich nach hause komme, sehe ich durchs fenster ins schlafzimmer einer nachbarin. sie selbst hab ich noch nie gesehen, aber ich weiss, dass sie täglich ihr bett macht, dass sie alle viereinhalb tage ihre bettwäsche wechselt und dass sie doofe kuscheltiere hat.

sie hat diese dämlichen schafe. ihr wisst schon, die schafe, welche die diddlmaus vom spitzenplatz der selten dämlichsten viecher gestossen hat. und sie hat gleich zwei davon. ein schwarzes (was wahrscheinlich ihre dunkle seite verkörpert) und ein weisses, dass einfach nur doof ist…

aber ehrlich, wer bin ich schon, um über die kuscheltiere anderer leute die nase zu rümpfen? wenigstens hat sie kuscheltiere! ich hab schliesslich willy, das sprechende wiesel, als nachtwache bei meinem bett. wenn man willy auf den rücken drückt, gibt er jammerlaute von sich. und ich liebe ihn.

ausserdem misstraue ich menschen, die keine kuscheltiere haben. egal ob versteckt oder offen, kuscheltiere sind ein beweis unserer zivilisation. höhlenmenschen, karrieristen und andere frühstufen des homo erectus haben keine kuscheltiere.

zeig mir dein kuscheltier und ich sag dir, wer du bist:

twittern

Veröffentlicht: August 18, 2008 in kultur, medien, reda, zürich
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also, ich hab mir jetzt zu allen anderen virtuellen dingen, mit denen ich meine zeit verloche, auch noch einen twitter-account eröffnet.

völlig überflüssig, aber witzig.

naja, mal schauen wie lange das hält


hier mal wieder ein wenig cyber-philosophie für leute wie mich, die nichts besseres mit ihrer zeit anfangen…

es war ein mal ein kleiner opportunist namens bill gates, der informationstechnologie aus den händen der militär und multis reissen wollte. jeder und jede sollte zugang zu einfacher software haben. er klaute einem kommilitonen die grundidee für windows und begann mit der vermarktung. hehres ziel, rüde methoden und ein wenig pionier-romantik.

innerhalb kürzester zeit entstand ein multi, der andere softwareentwickler entweder aufkaufte oder andersweitig vernichtete und mit deren angepasster software weiteres geld machte. wahrscheinlich verwalten zwei drittel der weltweiten regierungen ihre geheimnisse mit windows. quellcode natürlich noch immer bei mr gates und freunden.

ein anderer idealistischer junger mann, steve jobs, nahm sich vor, gegen microsoft und IBM zugleich anzutreten, also gleich zwei marktbeherrschende firmen in die knie zu zwingen. gutes konzept, gute hardware, aber zu beginn keine chance. erst mit einem werbekonzept, das seinesgleichen sucht, und ein wenig schöngeistigem design konnte er plötzlich unter den ganz grossen mitspielen. und siehe da, aus dem ursprünglichen rebellen wird ein weiterer monopolist (iTunes, iPod), der im selben schlammloch badet wie mr gates und inzwischen soger dessen software auf IBM basierter hardware unter dem apfellogo laufen lässt. zudem lutscht er den music-multis wie Sony BMG oder EMI und der hollywood-yakuza (Time/Warner, Universal, etc) mit seinem iTunes die schwänze.

einige kreative studenten versuchten eine datenbank aufzubauen, in der man sich über seine mitstudenten informieren konnte. man will ja wissen, wen man datet. daten wurden gesammelt, freiwillig eingespeist und google war geboren. der freie informationsdienst, eine eigentlich anarchstische idee, wuchs und wuchs. und sammelte daten über die benutzer, die jetzt den verschiedensten geheimdientsen zur verfügung stehen. die userdaten, nicht die internetinfos…. zudem lässt sich google freiwillig von der chinesischen und der burmesischen regierung zensieren. sie kraulen der zensur die eier.

das sind nur einige der grossen beispiele. die urfeinde der freien information sind nur in den seltensten fällen die regierungen. die haben nur angst, dass ihre korrupten geheimnisse an die öffentlichkeit geraten… meistens sind es multinationale konzerne, die angst um ihre marktmonopole haben. wie soll man den noch kohle machen, wenn jedes patent oder dessen voraussetzungen in drittweltländern kopiert und billiger hergestellt werden kann?

naja, etwas gutes hat es allemal. normalerweise frisst eine revolution ihre kinder (siehe sowjetunion, kuba und die DDR). aber die oben erwähnten pioniere haben geister gerufen, die sie nun nicht mehr los werden. das net lässt sich nicht mehr abstellen oder kontrollieren. es wächst, und die rechnerleistung um es zu kontrollieren ist einfach nicht vorhanden. hihi. globalisierte information ist der untergang der politschen und marktwirtschaftlichen systeme. nicht heute, auch noch nicht morgen, aber vielleicht schon nächsten donnerstag. hehe

die geister, die ich rief….: