knabenschiessen

Veröffentlicht: September 15, 2008 in böse, bildung, gender, geschichten, kultur, reda, zürich
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wie schon beim sechseläuten gibts hier auch beim knabenschiessen eine kleine belehrung in sachen geschichte:

was heute als riesengaudi für jungen und mädchen daherkommt, verklebt mit zuckerwatte, magenbrot und süsslicher waffengeilheit, hat als aktiver gesellschaftspolitischer akt begonnen.

der geschichtliche hintergrund:

in der schweiz hatten wir anfang des 14. jahrhunderts einen unheimlichen überschuss an männlichen nachkommen.

da immer nur einer den hof oder das geschäft erben konnte und die zweitgeborenen nur wie mittelalterliche hippies in den kneipen rumhingen und raufhändel suchten, beschlossen die zürcher, dem ein ende zu setzen.

sie diskutierten, wie man dem knabenüberschuss herr werden könnte und baten schliesslich die schützenvereine um hilfe.

die nahmen sich der sache an und veranstalteten das erste knabenschiessen. da konnten die eltern und geschwister ihre überschüssigen kleinen brüder abgeben und in einem riesengaudi zuschauen, wie sie auf einem hügel als zielscheiben aufgestellt wurden.

man konnte wetten, welcher schütze wohl welchen knaben wo erwischte. damals noch mit armbrüsten.

das führte dazu, dass nach ein paar jahrzehnten wieder mehr mädchen als jungen das heiratsfähige alter erreichten. als mädchen damals musste man sich plötzlich nach auswertigen jungen zum heiraten umschauen. seither kommen die bündner männer jedes jahr einmal nach zürich, um uns die mädchen wegzunehmen.

so war das.

Kommentare
  1. rogerrabbit sagt:

    Wie die Welschen zu sagen pflegen: Tirer les enfants.

  2. Pascal sagt:

    Bin kein Besserwisser, aber…

    Graubünden rulez

  3. ginger sagt:

    bündner männer? *lurk* …schön wärs!

  4. soerli sagt:

    …wenn ich das nur schon führer gewusst hätte! glück gehabt kleiner

  5. David sagt:

    Mist, dass Ihr schon am Mittag Redaktionsschluss habt. So können Eure Kolporteure nur mündlich mitteilen, wie viele Knaben geschossen wurden. Übrigens hat einer der Aktivisten der Jugendbewegung (?) (oder der 68er) damals eine fiktive Pressemeldung lanciert: „Heute war Knabenschiessen. Zehn Knaben wurden geschossen.“ Oder so. Ich fand das damals schon originell. Vielleicht könnte man sie heute anschliessend im Puls5 ausstellen.

  6. Vreneli sagt:

    ich bin froh, haben wir in der richtigen Schweiz keine solch makaberen Bräuche, wie ihr im Zürcherischen Ausland

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