Archiv für November, 2008

blocher ist der beste

Veröffentlicht: November 24, 2008 in bildung, blocher, kultur, medien, Politik, reda, sinn, terror, wahlen, zürich
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laut SVP Zürich ist Stöphl Blocher der beste Bundesratskandidat, den sie haben. er ist der erfahrenste wirtschaftsführer, der kompetenteste politiker und die einnehmendste persönlichkeit der SVP.

naja, das kann ich mir schon vorstellen. aber spricht das für Blocher oder gegen die SVP? wenn Blocher der Beste ist, dann bin ich froh, dass ich die schlechteren nicht kenne….

und wenn Blocher das beste ist, was die partei zu bieten hat, ist es kein wunder, dass sie in den letzten monaten bereits einmal zerbrochen ist und dass sie auf eine weitere spaltung zudriften.

eine partei, die blocher hat, braucht keine gegner oder feinde mehr, um dem untergang geweiht zu sein….

christoph-blocher-luegt

meine nichte

Veröffentlicht: November 22, 2008 in erlebnisse, familie, kultur, reda, zürich
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liebt einen banker. dabei wollten wir doch keine arbeitslosen hungerleider mehr in der familie..

😀

geliebte katastrophen

Veröffentlicht: November 22, 2008 in bildung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, kultur, reda, sinn, stil, terror
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nun hab ich einen job, der mir passt, eine liebende und geliebte freundin, meine wohnung, meine freunde und alles läuft glatt….

….

….

…manchmal vermisse ich die zeit, als noch eine katastrophe die andere jagte. adrenalin und kreative ideen um mich wieder aus der scheisse zu ziehen. keine ahnung, wie der nächste tag aussehen würde, manchmal nicht mal die nächste stunde…

jaja, das leben war damals ungeheuer anstrengend und nicht wirklich befriedigend. aber hin und wieder eine kleine katastrophe wird doch wohl nicht zuviel verlangt sein.

aber seit ich meine buddha-natur entdeckt habe, reagiere ich auf alles mit süsslichem vertändnis und fast schon widerlicher gelassenheit.

naja, man kann nicht alles haben. entweder buddha oder adrenalin. beides geht nicht…

naja, wenigstens kann ich noch ein wenig zunehmen:

buddha

sozialleben

Veröffentlicht: November 22, 2008 in beziehung, erlebnisse, familie, geschichten, klugscheiss, leben, liebe, reda
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gestern das gespräch mit einem freund:

ich: jau, zur zeit ists etwas eng. ich arbeite, ich bin in einer beziehung, hab noch einige verpflichtungen und so. da bleibt mir wenig zeit für mich.

er: das kenn ich. es ist grundsätzlich anstrengend mit anderen menschen zeit zu verbringen.

ich: ja, selbst wenns die nettesten leute sind. in kontakt mit menschen zu sein verbraucht immer mehr energie als ich dabei auftanken kann.

er: ich weiss. ich hab eine eigene wohnung, weil ich meine familie manchmal nicht aushalte. (er meint seine frau und seine kinder)

ich nicke verständnisvoll mit dem kopf

ich: schön, jetzt fühl ich mich ein wenig verstanden.

er: das blöde ist, dass jede(r) denkt, es liegt an ihm, wenn ich meine ruhe brauche. und das führt zu endlosen diskussionen.

ich: jep. man sollte nur andere asoziale als freunde haben. die verstehen das wenigstens. machnmal ist ein pc eben die bessere gesellschaft.

zum glück gibts facebook. da kann man freundschaften pflegen, ohne real was mit den leuten zu tun zu haben….

radio energy: revolution light

Veröffentlicht: November 20, 2008 in klugscheiss, kultur, leben, medien, musik, reda, zürich
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der aufstand und die petition von radio energy lässt erinnerungen an den Radio 24-aufstand zu beginn der lokalradio-zeiten aufkommen.

aber wie alles ist es heute einfach anders. sozusagen die H&M-version der Radio 24-bewegung. kaufhauspunk und diät-revolution. aber strategisch eben besser organisiert. ich weiss, ich darf das nicht sagen, aber ich sags halt trotzdem.

spielzeugs

Veröffentlicht: November 19, 2008 in bildung, erlebnisse, familie, gender, geschichten, kultur, leben, reda, sinn, stil
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jedes jahr ab dem 19. november tauche ich wieder in meine kindheit ein. damals kamen um diese zeit die spielzeug-kataloge vom franz karl weber. voll mit plastikscheiss, der auf den bildern immer so unheimlich kuul aussah. später kam dann die tv-werbung dazu.

autos, die man aufziehen und gegen die wand fahren lassen konnte, wo sie in ihre einzelteile zersplitterten. *wuuusch*zack*, um sie nachher wieder zusammen zu bauen und von neuem *wuuuusch*zack*…

Big Jim, dessen Muskeln anschwollen, wenn man seinen kleinen plastikarm beugte. immer in martialischen outfits mit einer menge knarren und tarnfarben. sie machten einen karate-schlag, wenn man ihnen auf den rücken drückte. barbies für jungs.

die erste generation transformers von matchbox, bunt in alu und plastik.

autorennbahnen, bei denen der rennwagen nicht mehr in einer rille geführt wurde. die kisten konnten die fahrspur wechseln! wie GEIL ist das denn.

dann kam weihnachten und ich packte jede menge pädagisch wertvollen holzschrott von pastorini aus. dinge, die in langweiligen farben bemalt, nicht *wuusch*zackig* waren, aber dafür garantiert einen gutmenschen aus dir machten (sonst geld zurück). spielsachen, die solange hielten, dass man sich schon mit neun auf seine eigenen kinder freute, damit man ihnen das langweilige zeugs vererben konnte.

so schaue ich jeden tag mindestens eine halbe stunde werbung, schau mir das bunte, verführerische zeugs an und weine eine kleine träne. ich bin einfach nicht mehr neun jahre alt.

ein wunder dass nicht meine GANZE generation schwul wurde: big jim

bigjim

kapitalismus futsch, towaritsch?

Veröffentlicht: November 19, 2008 in bildung, kultur, medien, Politik, reda, stil
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20 jahre nach dem untergang der sowjetunion geht der kapitalismus bachab. nein, natürlich nicht. es ist nur so, dass staatsgarantien und anleihen die schwer geschlagene wirtschaft stützen müssen (opel). 

der kapitalismus ist in einer glaubenskrise. und das ist schlimm, denn geld ist per definition magie. ein virtueller wert, der nur durch glaube und vorstellungskraft etwas in der physikalischen welt bewirkt.

eine hunderter note hat einen physikalischen wert von etwa 0.02 franken (papier, farbe, arbeit) und trotzdem die kaufkraft von 100 franken. und das nur, weil wir dran glauben.

nun, da geld eigentlich nur noch virtuell stattfindet, nur noch binäre abläufe auf bankenrechner, ist es schwerer daran zu glauben. gerade, wenn diese virtuellen werte milliardenweise einfach verschwinden.

wer ist da gefragt?

natürlich die schamanen der medien.

weisse magie: „der markt reguliert sich selbst, es gab immer schwankungen in der weltwirtschaft.“

schwarze magie: „alles geht den bach runter, geld ist nichts mehr wert. wir werden alle verhungern (die einen früher, die anderen später :))

 

na, leute, mir kommt da nur der zauberlehrling in den sinn:

„die (markt)kräfte, die ich rief, werd ich nun nicht mehr los:

walle, walle, manche strecke

das zum zwecke

gelder fliessen

und in rauhen grossen mengen

in die taschen sich ergiessen!

Weiche nun, oh marktwirtschaft

auf dass der staat nun ordnung schafft!

 

oder so… 🙂

Wirtschaft für dummies

Veröffentlicht: November 18, 2008 in kultur, medien, Politik, reda, terror, zürich
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habsch von bela bekommen:

Kreditwirtschaft:

Heidi besitzt eine Bar in der Bieler Innenstadt. Um den Umsatz zu steigern beschliesst sie, die Getränke der treuen Kundschaft, mehrheitlich Alkoholiker ohne Arbeit – aufzuschreiben (ihnen also Kredit zu gewähren). Das spricht sich herum und dadurch drängen sich immer mehr Kunden in Heidi’s Bar. Da die Kunden sich um die Bezahlung vorerst keine Sorgen machen müssen, verteuert Heidi die Preise für Wein und Bier, die meistkonsumierten Getränke, und erhöht damit massiv ihren Umsatz.

Der junge und dynamische Kundenberater der lokalen Bank sieht in diesen Kundenschulden wertvolle künftige Guthaben und erhöht die Kreditlinie von Heidi. Er macht sich keine grossen Sorgen, er hat ja die Schulden der Alkoholiker als Deckung.

Am Sitz der Bank transformieren top ausgewiesene Banker diese Kundenguthaben in SUFFBOND, ALKBOND und KOTZBOND um. Diese Papiere werden dann weltweit gehandelt. Niemand versteht zwar, was die Abkürzungen bedeuten und wie sie garantiert werden. Da die Kurse aber steigen, werden die Papiere ein Renner.

Eines Tages und obwohl die Kurse immer noch steigen, stellt ein Risk Manager (inzwischen selbstverständlich entlassen. Begründung: er war zu negativ) der Bank fest, dass man die Schulden der Alkis von Heidi’s Bar langsam einfordern sollte. Die können aber nicht zahlen. Heidi kann ihren Kreditverpflichtungen nicht nachkommen und macht Konkurs. SUFFBOND und ALKBOND verlieren 95%, KOTZBOND hält sich besser und stabilisiert sich nach einem Verlust von 80%.

Die Lieferanten hatten Heidi’s Bar längere Zahlungsfristen gewährt und zudem in die Papiere investiert: der Weinlieferant geht Konkurs, der Bierliererant wird von einem Konkurrenten übernommen. Die Bank wird durch den Kanton gerettet.

Disclaimer: frei erfundenes Beispiel zu Schulungszwecke, Ähnlichkeiten mit eventuell wahren Gegenbenheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

das wunder passiert

Veröffentlicht: November 15, 2008 in beziehung, gender, kultur, liebe, medien, musik, reda, sex, stil
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habsch gefunden und hat mein herz bewegt. die grosse zarah:

ich weiss, es wird einmal ein wunder…

und noch eins:

Kann denn Liebe Sünde sein?

aber ich mag deutsche!

Veröffentlicht: November 15, 2008 in erlebnisse, geschichten, klugscheiss, kultur, Politik, reda, zürich
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neulich im cafe

sie: wir deutsche habens hier jetzt echt schwerer. es kommen immer mehr von uns, und die zürcher mögen uns sowieso nicht.

ich: naja, es ist nicht, dass wir euch nicht mögen. wir sind ein zurückhaltendes völkchen. weisch. wir umarmen euch nicht gleich, aber wir hauen auch nicht gleich zu. zudem seid ihr uns manchmal einfach zu laut und zu direkt. einfach nicht so elegant-

sie: aber die franzosen mögt ihr auch nicht, und die sind doch elegant.

ich: nein, die franzosen sind nicht elegant, die sind nur eingebildet. nicht alle, nur die pariser…

sie: egal. aber du hast doch auch was gegen deutsche. auch du magst XXXX nicht, du behandelst sie, als wär sie eine unangenehme hautkrankheit. du schaust ihr höchsten mal auf den hintern.

ich: erstens mag ich deutsche, ich sitz ja hier und plaudere mit dir. zweitens schau ich nie niemandem auf den hintern. und drittens: was ich an euch deutschen so mag, ist euer selbstbewusstsein. wenn euch jemand nicht mag, denkt ihr, das ist, weil ihr deutsche seid. nie käme einer von euch auf die idee, dass man sie nicht mag, weil sie ein unsäglich dummer pferdearsch ist. ich mag auch viele schweizer nicht. die wissen aber meist, dass das eine ganz persönliche sache ist und nix mit der nationalität zu tun hat.

hach, was würde ich nur ohne meine vorurteile machen….