Archiv für November, 2008


nicht, dass ich in die USA will. bevor obama nicht einiges geändet hat, ist in die USA reisen, als ob man in den 70ern nach südafrika in die ferien ging (ja, ray und a., ich weiss, dass nicht alle amerikaner scheisse sind, das waren aber die südafrikaner auch nicht…)

offenbar wollen die amis aber auch gar nicht, dass irgendwer kommt. ab januar kommt man nicht mal in ein flugzeug richtung staaten, ohne sich vorher auf dem internet anzumelden und der Homeland Security einige fragen zu beantworten:

aus dem tagi-online:

…ihre E-Mail-Adresse sowie Daten aus dem Pass angeben. Danach müssen sie Fragen beantworten wie: «Leiden Sie an einer ansteckenden Krankheit?», «Sind Sie drogenabhängig?», «Reisen Sie zum Zweck krimineller oder sittenwidriger Handlungen?», «Sind Sie an Spionage- oder Sabotageakten, an terroristischen Aktivitäten oder an Völkermord beteiligt?» Es handelt sich dabei um dieselben Fragen, die USA-Reisende bisher auf einem grünen Formular im Flugzeug beantworten mussten.

das eine ist, dass die fragen impertinent sind. das andere ist, dass die homeland security offenbar eine trachtengruppe von vollidioten ist. und was bitte ist sittenwidrig? sex vor der ehe? weisse socken zu schwarzen halbschuhen?

„ja, ich bin HIV-positiver terrorist und völkermord begehe ich nur mit meinen freunden aus dem kegelklub.“

„ich spioniere ich lieber in japan. da lohnt es sich wenigstens.“

„sabotieren muss ich nichts, ihr sägt euch ja schon selber die hosen ab.“

online beantworten muss man das, damit die heinis zeit haben, die terroristen auszufiltern, lange bevor das flugzeug landet….

wenn man auf die homeland-security seite geht, popt ein kleines fenster auf, dasss einem jeden missbrauch dringend abrät.

ich hab mir überlegt, was wohl passiert, wenn ich unter falschem namen die obenstehenden antworten einfüge, aber ich lass es lieber. wenn die heimatschützer meine IP-adresse ausfindig machen und meinen namen herausfinden, schicken die mir sicher ein bis an die zähne bewaffnetes undercover-team ins haus. ich kenn das, ich geh schliesslich auch ins kino!

wenn jetzt jemand denkt, ich übertreibe, soll doch bitte nochmals den obenstehenden text lesen. den hab ich nicht erfunden…

ach ja, ich werde das land meiden. obama hin oder her.

supertroopers

die neue droge

Veröffentlicht: November 14, 2008 in bildung, erlebnisse, klugscheiss, kultur, leben, medien, musik, Politik, reda, stil, zürich
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habt ihr den film „der wüstenplanet“ gesehen? (jaja, gibts auch als buch, aber da spielt sting nicht den bösewicht, tz) da gabs ne droge, die hiess spice.

in der geschichte verleiht die droge das zweite gesicht und macht unheimlich blaue augen. für die damalige filmische umsetzung beeindruckend.

jetzt spukt „spice“ im netz herum. allerdings verleiht es nicht das zweite gesicht, sondern gibt dem ersten einfach rote augen und einen etwas schweren hinterkopf.

spice soll eine mischung aus den verschiedensten kräutern sein und schlüpft so durch die maschen des betäubungsmittelgesetzes. der drogenfachmann des ZDF meinte: „die droge ist gefährlich! es kann zu schwindelanfällen und bewusstseinsveränderungen kommen!“

ich dachte, deshalb nehmen die kids das zeugs…

mich erinnert das an meine jugend, als mir ältere jugendliche erzählten, dass gerauchte muskatnuss tierisch einfahre und ich mir die seele aus dem leib gekotzt hab. oder dass eine mischung stechapfel, bilsenkraut und  tollkirsche das wahre sei. und ich danach drei tage intime diskussionen mit meinem fahrrad führte. irgendwie glaub ich einfach, dass solche geschichten zum erwachsen werden gehören. das oder alkohol.

naja, als erwachsener muss ich nun über die neue drogengesetzgebung abstimmen. für mich ist das leicht. obwohl ich total abstinent lebe (nix, niente, nicht mal alkohol), bin ich für die heroinabgabe und für die entkriminalisierung des cannabis.  beim ersteren hab ich einfach genug leute am stoff von der strasse verrecken sehen, oder sie haben jahre in psychiatrie oder gefängnis verbracht, weil sie auf irgendwelchem rattengift scheisse gebaut haben.

beim zweiteren denke ich, dass ein bisschen mehr jugendschutz da ist, wenn die kids das gras an offiziellen verkaufstellen kriegen und nicht von der strasse. hier in zürich kifft sowieso jeder zweite unter 25. die polizei steht wegen einem solchen vergehen nicht mal auf.

also, werde (online) abstimmen und die mühlen der demokratie mahlen lassen.

kampfhündeler

Veröffentlicht: November 14, 2008 in böse, kultur, leben, Politik, reda, sinn, zürich
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ich mag hunde (natürlich mag ich katzen mehr) und ich denke nicht, dass man mit dem verbieten von einigen hunderassen unfälle und übergriffe verhindern kann.

meist liegts sowieso an den haltern und nicht an den hunden. ich kenne hunde, die seit jahren mit ihren biersaufenden besitzern am stadlehofen rumhängen. und das schlimmste, was sie den passanten antun, ist, dass sie ihnen die hosen vollsabbern, weil sie gestreichelt werden wollen.

aber ich kenne auch leute, die aus jedem süssen welpen eine kampfmaschine machen würden.

aber im ernst, es gibt manchmal auch gute gründe, dass ein hund durchdreht:

Los Angeles – Jennifer Aniston verwöhnt ihren Corgi-Terrier Norman nach Strich und Faden. Die Schauspielerin soll jetzt sogar einen Therapeuten für ihr alterndes Schosshündchen engagiert haben.

da würd ich mich doch auch auf den nächstbesten stürzen, wenn mich so eine doofe tussy zum gehirnklempner schickt. soll sie doch selber gehen…

freisinnige ethik

Veröffentlicht: November 13, 2008 in bildung, kultur, medien, Politik, reda, sinn, terror, zürich
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Am Montag teilte die UBS mit, dass Rainer-Marc Frey – seit Oktober neues UBS-Verwaltungsratsmitglied – UBS-Aktien im Wert von 17,7 Millionen Franken verkauft hatte.

naja, denkt sich der banker, ich verkaufe meine aktien, bevor sie futsch sind. übrigens auch eine entschuldigung für UBS-manager, die boni-aktien nicht zurück zu geben: die sind sowieso bald nix mehr wert.

jetzt, da die banken wanken kennt der freisinn nur  neoliberale hilfsmittel:

„Wir entlassen die leute, BEVOR es unserer firma schlecht geht, damit wir dann nicht überraschend mit den kündigungen kommen.“

und

„Wir wollen weniger steuern und weniger staat. nur gerade soviel staat, dass unsre milliardenverluste gedeckt werden können.“

„ach, und irgendwer muss sich um die faulen arbeitslosen penner kümmern.“

da lob ich mir die facebook-DADA-gruppe, die in der alten börse geld verbrennen will:

(bild klicken, du depp 🙂

geld

das kleinere übel

Veröffentlicht: November 12, 2008 in blocher, kultur, medien, Politik, reda, terror, wahlen, zürich
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ich war nie ein grosser fan von bundesrat schmid. ich mochte ihn nicht, als er noch für die svp stand, und auch heute sind meine sympathien nicht bei seinen politschen ansichten.

wie er sich jedoch gegen den SVP-despoten blocher durchgesetzt hat, wie er, leicht dröge, in die kameras gebrabbelt hat und wie er es jetzt geschafft hat, mit einem positiven schlusspunkt abzutreten, ist genial. 

schmid geht, und alle, die als nachfolger/innen in sicht sind, erscheinen mir noch viiiiieeel übler.

naja, er war alles in allem das kleinere übel…

messi oder tabula rasa?

Veröffentlicht: November 9, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, stil, web 2punkt0 (update folgt), zürich
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dieses wochenende war ich strohwitwer, da meine freundin irgendein weiterbildungsseminar hatte.

jaja, ihr denkt: „er mit den kumpels und so. die sau raus und so.“

aber nein. erstens war ich krank und zweiten musste ich mal ordnung in meinem leben machen. das heisst in erster linie zeugs wegschmeissen.

sollte ich zumindest. aber ich habs nicht fertiggebracht, meinen ganzen techschrott wegzuwerfen. ich hab meinen 500mhz und meinen 733 mhz rechner liebevoll abgestaubt und in den schrank versorgt. ca 10 kilometer kabel aufgerollt und in kisten verpackt. eine spezielle kiste hab ich für kaputte mp3-player der ersten generation, mit 256 mb speicher…. und meine alten handys sind schön aufgereiht auf meinem sideboard. dann noch meine spielesammlung: ich habe noch ein version manic mansion, dass sich auf einer floppydisc befindet und sich nur noch auf windows 3.11 spielen lässt….

viel leichter fiels mir bei anderem zeugs. die liebesbriefe der letzten fünf beziehungen? ratsch und ab ins klo. die kuscheltiere meiner kindheit? auf der strasse ausgesetzt, an einen laternenpfahl gebunden. all die gescheiten bücher, die ich geschenkt gekriegt hab? mit klebband zusammengebunden und ab ins altpapier.

dann die ganzen mitbringsel, die herzförmigen andenken und all den scheiss in grosse säcke verpackt und in den container. der süsse, mit kleinen spiegeln beklebte holzelefant aus indien? ab in den ofen.

die tagesdecke meiner ururgrossmutter väterlicherseits habe ich in kleine stücke zerschnitten und kann sie jetzt als putzlumpen gebrauchen. nichts geht über handgewebten stoff zum putzen.

jetzt hats wieder etwas platz in meiner wohnung. ich muss gleich los, mir neuen techschrott anschaffen…

züri: Who is Who?

Veröffentlicht: November 7, 2008 in böse, erlebnisse, klugscheiss, kultur, leben, medien, reda, sinn, zürich
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als neues arbeitsinstrument fiel mir heute eine ausgabe des „who is who in Zürich“ in die hand. die 200 wichtisten leute für und in zürich. naja, dachte ich. naja.

wenn man wer ist, in zürich, kennt einem ja sowieso jeder. und wenn man niemand ist, kommt man nicht in ein solches buch. ists also für jene die gerne wer wären? so einfach ist es nicht. das buch ist eine onanievorlage für servelat-promi-groupies. ihr wisst schon, für leute, die  im kaufleuten luftküsschen an der schulter vorbei schmatzen und schuhe und handtaschen aus rom tragen.

„mit der war ich auch schon an einer party!“ (abspritz)

leute, die ein (pseudo-edles) who is who lesen, nennen servelat-promis NUR beim vornamen, wenn sie mit ihren arbeitskollegen über sie reden.

*weisch, da hab ich AMANDA gesehen, sie war grad mit BLABLA am plaudern.“

es ist also in erster linie ein buch für die zürcher szene, die sich ausgiebig selber feiert und noch immer unter mangelndem selbstbewusstsein leidet. leute, die gerne hätten, dass zürich wie london oder new york ist. nur, dass unsere leute in london oder new york untergehen würden, weil es da einfach nicht so gemütlich ist.

die leute, die in meinem zürich eine rolle spielen (zum beispiel joeyjoey, der strassenkünstler, das team von der bäcki, das den feinen quarkkuchen macht oder boni, der die rätselabende im helsinky organisiert), würden nie in so einer publikation erscheinen. ich glaub, die würden wohl auch gleich auswandern.

die einzige rubrik, die mir im WW gefallen hat, waren die newbies. da sind ein paar junge leute dabei, die zürich ein wenig aufmischen.

die anderen promis und möchtegern-promis sieht man sowieso jeden tag in der regenbogen-presse.

also bleibt mein arbeitsinstrument wohl weiterhin das online-telefonbuch und facebook, da geschieht wenigstens was spannendes.

Obama: sex & politics

Veröffentlicht: November 5, 2008 in bildung, klugscheiss, kultur, medien, Politik, reda, sex, terror, wahlen
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obama ist der neue president. und er hat seine wahl seinem charisma und seinem sexappeal zu verdanken. hundertausende weis(s)er frauen haben für ihn gestimmt.

damit ist er in der bredoullie: genau wie andere junge charismatische demokraten (clinton, J:F:K:) muss er höllisch aufpassen, dass er seinen lümmel nur da hinsteckt, wo er von der kirche abgesegnet ist. und da er ein mann ist, muss er jemanden dafür anstellen, der auf ihn und seine moral achtet. am besten wärs, wenn seine frau einfach nie von seiner seite weicht.

zwei dinge können dem angekündigten wandel ein ende bereiten: baracks libido und ein gezielter anschlag auf den ersten schwarzen (hm, hellbraunen) US-präsidenten.

drücken wir ihm die daumen, dass er wirklich mehr verändern kann als nur das image des präsidentenamtes.

live-blogging aus der wahlnacht

Veröffentlicht: November 4, 2008 in bildung, kultur, leben, medien, Politik, reda, sinn, stil, wahlen
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……*schnarch*einkuschel*……….*umdreh*schnarch*……..*unverständliches gemurmel*…*spotzl*……*neu einkuschel*….*weiterschnarch*

die bilder aus der wahlnacht:

darkroom1

palin for president!

Veröffentlicht: November 4, 2008 in böse, bildung, kultur, medien, Politik, terror, wahlen
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wir (ich) wünschen uns einen wahlsieg für McCain. natürlich wollen wir dann, dass der herr kriegsveteran den löffel abgibt und Missus Hockey-Bum Palin ins amt kommt.

ab da hätte die internationale presse für vier jahre keine probleme mehr, geschichten zu finden. klar, die USA würde noch schneller den bachab gehen, aber sicherlich mit viel mehr gelächter als ohne palin.

 

wird obama president, wird er wohl die ersten vier jahre nicht überleben. dafür eignet er sich viel zu sehr als märtyrer…

wir vergessen, dass auch obama ein ami ist. das heisst, sobald er im amt ist, wird er sich der rüstungindustrie, der ölindustrie und den christlichen fundamentalisten beugen. vom augenblick der wahl herrscht die angst, nicht wiedergewählt zu werden.

und noch was: kein ami wird präsident, ohne die unterstützung der industrie. obama ist intelligent und charmant, aber er wird am ende auch nur ein US-präsident sein…