Archiv für Januar, 2009


naja, zu beginn musste ich mich auf facebook beruflich vernetzen, ihr wisst schon, all die servelat-promis. einige kenn ich persönlich, und die mag ich auch, aber zum grössten teil wars berufliche vernetzung….

immer mehr leute wurden meine freunde,  journis, szenis und wurschtprominenz tummelten sich auf meiner freundesliste.

und da geschah es, ich erreicht den tipping point bei ungefähr 300 freunden.

plötzlich werde ich angefragt. von den leuten. plötzlich denken die leute, es sei wichtig mit mir befreundet zu sein, weil ich ja mit allen befreundet bin. 

natürlich schmeichelt das meinem ego. 🙂

ach ja, es gibt noch einen anderen kleinen trick. ich bin „attending“ jede hundsverlochete, so dass der eindruck aufkommen kann, ich sei überall mit dabei. die leute treffen mich nicht da, aber sie könnten mich je einfach verpasst haben…

zum glück gibts ein web 2.0 sozialleben 🙂 da kann sogar ich erfolgreich sein…..

Zitat des Tages

Veröffentlicht: Januar 16, 2009 in klugscheiss, kultur, leben, medien, musik, spruch des tages, stil

„Gott hat einen harten rechten Haken.“

peter fox, haus am see


Ein redaktionsmitglied:
„Er war einfach der falsche mann zur falschen zeit am falschen ort…“

Ich schlucke einmal leer und:
„Genau. vor 2.5 millionen jahren auf einem planeten ohne athmosphaere waer er sicher nuetzlicher gewesen…“

moral: die guten gegen die guten

Veröffentlicht: Januar 14, 2009 in böse, bildung, klugscheiss, kultur, leben, reda, sinn, stil, terror
Schlagwörter:

das schlimme an unserer welt sind nicht die bösen. böse gibt es eigentlich gar nicht. die bösen sind immer die anderen. da kann man fragen wen man will. kein schwein wird sagen: ich bin terrorist, ich bin böse. oder: ich bin eine unterdrückende imperialistische macht, ich bin böse.

irgendwie hat mich das gelehrt, mich vor den guten in acht zu nehmen. jeder, der sich für gut oder, noch schlimmer, für besser hält, erweckt sofort mein misstrauen.

ich halte es mit den leuten, die sagen können: „ich bin gar nicht so schlimm“

ein renner meiner gunst ist auch die aussage:“das weiss ich nicht. vielleicht könnte es so sein..“

naja, leute die wissen, und leute die vor allem wissen, was die wahrheit ist, sind bei mir unten durch.

wenn man beide seiten fragt, findet ein krieg immer zwischen den guten der einen seite und den guten der anderen seite statt. Gut und böse ist interpretationssache…


Heute lag wiedermal ein abstimmungscouvert in meinem briefkasten und erinnerte mich an meine politische entwicklung und meine gesellschaftliche verantwortung.

Als ich juenger war, dachte ich, die welt liesse sich schnell und nachhaltig veraendern. Mit pflastersteinen und molotow-cocktails. Natuerlich erreichten wir etwas. Aber nicht aus politischen gruenden, sondern aus wirtschaftlichen. Es war fuer stadt einfach zu teuer, die innenstadt jedes mal wieder aufzuraeumen, nachdem wir sie in schutt und asche gelegt hatten. Nachhaltig? Nein. Meine genossen von damals sind heute genau die leute, denen wir frueher die autos angezuendet hatten.

Ich glaube noch immer nicht an politik, aber ich glaube an historische prozesse. Langsam wird die welt besser.

Jetzt hoer ich schon die ewigen opfer jammern: nichts wird besser! die ganzen rechtsextremen, die neue armut, die vielen kriege und all der rest! Verglichen mit dem zustand unserer welt vor 60 jahren, vor 90 jahren oder vor 120 jahren, gehts uns eindeutig um einiges besser…

Es braucht zwei bis drei generationen, um eine gesellschaft nachhaltig zu veraendern. Erst wenn einstmals neue ideen wie humanitaet und soziale gerechtigkeit zum drittenmal von den eltern an die kinder weitergegeben werden, wachsen sie zu tief verwurzelten werten. Vor 75 jahren war krieg in europa fuer die meisten noch eine heroische sache, jetzt plaedieren nur noch hilflose idioten fuer gewaltloesungen.

Also geb ich mein radikales gedankengut, meinen sinn fuer naechstenliebe und meine verueckten ideen an meine nichte und mein patenkind weiter und hoffe, dass ein wenig davon ihre kinder erreicht…

Bis dahin geh ich an die urne und waehle corine mauch 🙂


einige leute haben sich die mühe gemacht, die besten blogbeiträge der letzten zeit zu sammeln und zu archivieren.

natürlich haben sie tausende von meinen beiträgen übernommen. 🙂

wenn euch langweilig ist, oder wenn ihr einfach mal ein bischen gute beiträge lesen wollt, klickt doch einfach auf

blogbibliothek

und gönnt euch ein zwei zeilen 🙂

neujahres-diaet

Veröffentlicht: Januar 11, 2009 in bildung, kultur, leben

Ich hab auf facebook eine einladung von daniela baumann (ex-dj bobo-griite) gekriegt, um an irgendeinem fitness-dings mitzumachen. Fett weg im neuen jahr.

Ich hab ihr geantwortet, dass ich mein gewicht selber wieder runterbringe:
Ich rauch einfach ein wenig mehr, schlaf weniger und trink mehr kaffee. und ich verzichte auf fruechte und so suesses zeug.

Man muss doch ein wenig auf sich achten, tz…


Am roemerhof und bei der sihlporte gibts seit einiger zeit zwei neue cafes der belgischen cafekette „le cafe quotidien“ oder so.

Die bedienungen tragen t-shirts mit dem aufdruck „100% cotton“ quer ueber der oberweite.. Dazu kaeme mir einiges in den sinn….

Man kann da auch frisches brot kaufen, zum vierfachen des normalen preises. 100 prozent organic! Naja, die benzinkosten mal abgerechnet, das brot wird da naemlich nur aufgebacken. Die geschaeftsfuehrerin ist widerlich kumpelhaft. Was sich halt belgische cafeketten unter „herzlicher athmosphaere“ vorstellen.
Ein latte kostet 7 franken.
Ich muss zugeben, die einrichtung ist stilvoll, aber es ist einfach zuviel. Ein cafe fuer pseudointellektuelle, die denken, kultur sei, wenn man drei zitate aus der weltliteratuir auswendig kenne.

Die kroenung des ganzen ist die klassische musik ab endlosband. Ratet mal! Genau: die zauberfloete und vier jahreszeiten…

…Und im zeitungstaender haengt eine ausgabe von „le monde“

Wo zum teufel sind meine schaebigen, liebenswerten quartierkafis mit rauchern, hunden und spielenden kindern? Nur noch szene-scheiss und cafeketten


gestern hatt ich ein gespräch, wos um selbsterkennung, selbstwertgefühl und irgendwie auch um das finden der eigenen mitte ging. das brachte mich auf die idee, wiedermal weisheiten aus meiner (selbst zusammengeklauten) ziemlich einfachen lebensphilosophie zum besten zu geben.

am anfang steht die 

demut

da gehts nicht darum, vor irgendwem auf den knien rum zu rutschen und sich selbst zu geisseln. demut ist der zustand innerer kongruenz. ich kann mich also im spiegel betrachten und sehe mich so, wie ich bin. nicht so wie ich gerne wär, oder so wie ich angst hab, dass ich sein könnte. demut heisst, ich bin nicht so ein supergeiler typ, wie ich anderen gerne vormache, aber ich bin auch nicht so ein arschloch, wie ich nachts vor dem einschlafen befürchte…

beide übertreibungen sind am ende egozentrik, machen mich im positiven oder im negativen wichtiger, als ich wirklich bin.

dann kommt das 

mitgefühl

um mitgefühl zu entwicklen, muss man erst mal die eigenen schwächen kennen. das heisst für mich, jedesmal, wenn mir einer so tierisch auf den sack geht, muss ich mich nur daran erinnern, was für ein arschloch ich selber schon war und auch immer mal wieder bin. danach muss ich mir bewusst sein, dass keiner aus spass ein arschloch ist, sondern weil er zu diesem bestimmten zeitpunkt nicht anders kann. ab dann ist es schon viel einfacher, mitgefühl für ein gegenüber zu empfinden, anstatt ihn einfach nur für einen arsch zu halten. wenn alles nichts hilft, kann man sich auch noch vorstellen, man müsste sein leben gegen das des anderen eintauschen. das hilft immer.

als gutes werkzeug empfehle ich

egoismus

damit meine ich eine urbuddhistische art von egoismus. erst mal muss ich schauen, dass ich es mir gut geht, damit ich meine kraft für andere einsetzen kann. damit es mir aber wirklich gut geht, muss ich mich auch um meine umgebung kümmern. wenn ich nicht nur für mich selber schaue, sondern mich auch noch um meine mitmenschen kümmere, steigt mein wohlbefinden und ich habe wieder mehr kraft für mich selber. eine positive feedbackschlaufe sozusagen. ich kümmere mich um mich und meine umgebung, und alles wird gut. und ich häufe kein schlechtes karma an. naja, wenisgtens nicht ganz soviel…

helfen tut auch

meditation

ich meditiere nicht oft. nur wenns grad irgendwo brennt. wenn ich christ wär, würde ich wohl auch nur zu gott beten, wenn die kacke am dampfen ist. das ist aber nicht der punkt. ich kann meditieren oder beten. ich habs gemacht und wenn ich unter druck komme, kann ich meinen inneren frieden oder die hilfe einer höheren macht durch die übungen finden.

einfach auf den arsch sitzen, atmen und sehen was kommt. wem das nicht reicht, kann auch irgendeinen meditationskurs besuchen. ich empfehle anapana sati. und lasst den religiösen oder esoterischen oder philosophischen mist weg.

mein freund, der dalai lama meinte zu diesem thema: „Du brauchst kein buddhist zu sein, um den inneren frieden zu finden. sei einfach kein arschloch!“

oder wie bereits Zen Sensei Kawasaki in seinem 17 koan rätselte: „der reine  klang einer klatschenden hand ist für ein arschloch unhörbar“

und Mulllah Ibrahim drückte es so aus: „Allah legt seinen heiligen finger nicht auf beschmutzte stellen. so werden arschlöcher nicht von gott berührt“

und St. Beinhards Mystizismus für beginner empfiehlt: „Der weg zu gott folgt dem natürlichen Zyklus. also beginne nicht am falschen ende!“


heute meinte eine mitarbeiterin im lift, ich sei  „ein komischer“. das meinte sie bestimmt nicht im sinn von „witzig“, eher im sinn von seltsam.

und es war das erste mal in meinem leben, dass ich seltsam nicht eindeutig als kompliment aufgefasst hab.

ich bin seltsam. keine frage. und bisher war ich auch immer stolz drauf, schliesslich hab ich lange an meinen macken gearbeitet, und dann will man ja schon eine gewisse anerkennung.

aber heute hatte das eher so eine beigeschmack von „unheimlich“. 

ach was solls. für eine junge frau kann ein mann mit meinem abgründigen humor und meinem verständnis von arbeitsmoral und meinem lebenslauf durchaus ein wenig unheimlich wirken.