sucht, muster und lüge

Veröffentlicht: März 16, 2009 in beziehung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, leben, reda, sinn, stil, terror, zürich

ich hatte dieses wochenende eine kleine diskusion zum thema sucht. in erster linie gings um drogensucht, aber so eng sehe ich das nicht…

die meisten menschen, die ich kenne haben suchtmuster in ihrem verhalten. da gehts nicht darum, dass man einer droge, dem essen, der arbeit oder dem sex nicht widerstehen kann. da gehts darum, wahnsinnig überzeugende aber unwahre gründe zu finden, um es wieder zu tun. („ich musste zu ihm zurück, auch wenn er mich schlägt, ich liebe ihn einfach“ oder“ ich war so gestresst, ich musste einfach runterkommen und ähnlichen schwachsinn“)

am klarsten tritt die sucht dann zutage, wenn ich leute dabei beobachte, wie sie ausreden dafür finden, dinge zu tun, die ihnen klar nicht gut tun.

es ist einfach, einmal auf etwas (droge, sex, bestätigung) zu verzichten. schwieriger ist es, nicht wieder damit anzufangen. das weiss jeder, der schon mal mit dem rauchen aufgehört hat.

sucht ist es, hundertmal dasselbe experiment zu machen, und ein anderes ergebniss zu erwarten. sucht ist die fähigkeit, totalen schwachsinn zu erzählen und sich selbst mit grossen augen zuzuhören. sucht ist es, ungesundes zu tun und es als unumgänglich darzustellen.

letztens fragte mich eine freundin, ob sie wohl alkoholikerin ist. ich sagte ihr, wenn sie sich schon die frage stelle, sei es an der zeit, hilfe zu holen…

es gibt da ein nettes zitat eines freundes:

„gibt einem süchtigen eitwas gehaltvolles, und er wird versuchen, sich damit umzubringen“

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Kommentare
  1. Nina sagt:

    Tja, gerade einen Status als „Kaffeejunkie“ durchgegeben und schon in den richtigen Blog geschaut. 😉

  2. Benjamin Tharin sagt:

    es gibt da ein Zitat:

    Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit.

    Scheint wohl auch bei Süchtigen so zu sein. Selbstbetrug ist immer noch die weitverbreiteste Tugend zur Zeit und sie wird rege gepflegt.

  3. Milena sagt:

    yessss.. als (gute integrierte) drogensüchtige gebe ich dir recht…
    allerdings habe ich längst aufgehört mich selber zu belügen…
    ich habe gelernt mit meinen abstürzen zu leben, oder besser gesagt sie in mein leben zu integrieren.
    ich trete damit auch keinem anderen in den garten, was ich auch wichtig finde.

  4. redder sagt:

    @milena: was verstehst du unter gut integriert? wahrscheinlich funktionierst du in der gesellschaft im sinne vn produktivität, heisst, du hast einen job und liegst niemandem finanziell auf der tasche. respekt, das ist ziemlich schwer, wenn man süchtig ist.

    aber du scheinst dich nicht als teil der dich umgebenden menschen zu sehen. sonst wär dir klar, dass der raubbau, den du an dir und deiner seele betreibst sehr wohl andere betrifft. die leute, die dich lieben sind immer auch ein teil von dir und deiner verantwortung… aber lassen wir das.

    viel mehr interessieren würde mich, wieso du denkst, dass du abstürzen musst. was gibts in deinem leben, dass dich immer wieder den alten weg gehen lässt? ich meine, das wär ja kein problem, wenn du und dein selbstwertgefühl nicht darunter leiden würden.

    wenn du mehr über ein drogenfreies leben und dessen qualität wissen willst, melde dich doch einfach bei mir, ich hab ein oder zwei tipps, die für mich funktionieren.

  5. Hallo Reda,
    mir gefällt Deine ganzheitliche Betrachtungsweise! 🙂
    Wieder einmal treffend formuliert.

  6. botschaftneukoelln sagt:

    Noch ein Zitat: «Ein Süchtiger allein ist in schlechter Gesellschaft»

  7. redder sagt:

    auch das hab ich schon einige male gehört 🙂

  8. redder sagt:

    oder just for today 😀

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