der katastrophenfall

Veröffentlicht: April 23, 2009 in bildung, erlebnisse, kultur, leben, reda, sinn, stil, terror
Schlagwörter:

gestern abend unterzog ich mich meinem üblichen haarschneideritual. ich setzte mich wie immer nackt in die leere badewanne, nahm mit meditativem griff meinen haarschneider und rasierte mir erst mal einen streifen mitten über den kopf. ungeheuer befreiend.

ich setzte zum zweiten streich an.

haarschneider: *PFRRRRRRRR tf tf PRFF ttftftf—–tf______________*

stille

ich stupse den haarschneider mit dem finger an. er macht keinen wank, surrt nicht fleissig, stellt sich tot.

ich denke nach (langsam wirds kalt in der badewanne). das gerät ist aufgeladen. also kanns nur kaputt sein. ich habe einen mittelstreifen auf den kopf rasiert. das gerät ist kaputt, die geschäfte sind bereits geschlossen. das gerät ist kaputt. DAS GERÄT IST KAPUTT!

als ich drauf kam, dass ich mit diesem haarschnitt heute in die redaktion muss, fand ichs an der zeit, einen hysterischen anfall zu bekommen.

ich warf die hände in die luft und rannte schreiend in die küche. dann rannte ich schreiend ins wohnzimmer, um von da schreiend ins badezimmer zurückzurennen.

das half nicht.

ich nahm das gerät in die hand und überlegte. irgendwer hatte das zusammengebaut. dann sollte ich das auch wieder in ordnung bringen können.

wie  Mac Giver holte ich mein schweizer taschenmesser, schraubte das teil auseinander. und siehe da, ein gebrochener kontakt. und wie Mac Giver schaffte ichs, das teil mit klebeband und einer reiszwecke (ungelogen!) wieder zum laufen zu bringen. wenigstens vorläufig.

ich durfte das teil einfach nicht zu heftig bewegen. das hiess, ich hielt den haarschneider starr in die luft und bewegte meinen kopf der schneide entlang.

ein kleiner preis, um nicht mit einem mittelstreifen zur arbeit zu müssen. aber wiedermal ist bewiesen: selbst ist der mann!

Kommentare
  1. Niela sagt:

    Danke für den Lacher am morgen 🙂

  2. animaxima sagt:

    slapstick mässig…

  3. d'Frou G. sagt:

    unglaublich ungeheuerlich ungemein schön
    doch schade um den ungedrehten Punk
    wenigstens für einen Tag

  4. Das ist aber schade… ach manno…. Hast du wenigsten ein Foto mit Mittelstreifen gemacht?

  5. Mirjam sagt:

    hahaha danke! musste grad so lachen! 🙂

  6. Katja sagt:

    also, bin durch zufall auf diese seite geraten. was treibt einen menschen dazu, seinen täglichen dünnschiss öffentlich zu stellen. habe mich gefragt, ob mir das egal sein sollte und mich in meinem narzissmus dazu entschlossen diesen menschen zu fragen ob er einfach nur einsam ist?

    geburtsdatum september, sternzeichen jungfrau, alter fast 4o.

    aber bei aller kritik schon irgendwie mutig

  7. redder sagt:

    @katja: man koennte ja fast meinen, dass du meinen blog nicht magst…

    Ich bin ziemlich vieles. Manche behaupten, ich sei doof, kindisch, narzistisch, selbstherrlich und arrogant.

    Solchen leuten kann ich nur zurufen (zurufen ist so herrlich altmodisch):

    ja, ja, und nochmals ja! Und ich habe lange an meinen macken gearbeitet, gegen heimtueckische therapeuten angekaempft, die mich heilen wollten, und immer fleissig vor dem spiegel geuebt!

    Aber eines bin ich wirklich nicht, meine liebe katja. Ich bin nicht einsam.

    Und danke für deinen mitfühlenden kommentar. Aber ehrlich, ich bin doch schon bald vierzig, und jungfrau. Ich weiss, was ich tue. Gibts nicht irgendwelche vögelchen, die aus dem nest gefallen sind und deiner herzengüte bedürfen?

  8. *lol* Man der Abend ist für mich gerettet. Klasse Story Mc Gyver!

  9. Ray sagt:

    Das Teil solltest Du jetzt der EMPA für deren Kuriositätenkabinett übergeben. Vielen Dank für die Lacher – wie immer sind die auf Kosten der anderen die besten…

  10. Katja sagt:

    naja, hatte nicht gedacht, dass du so wirklich alles kommentieren musst.

    ist schon interessant, wie übertragung funktioniert.

    deswegen habe ich mich an dich gewandt, da ich meine herzensgüte an „vögelchen“ wie dir laben wollte.

    aber da du ja kein interesse verspürst, darf ich mich hochachtungsvoll von dir verabschieden.

    und wenn du schon vom thema sprichst, darf ich dir das buch von karen horney empfehlen: neurosen und menschliches wachstum. sehr interessant.

  11. redder sagt:

    Liebe katja,
    Dafuer, dass du meinen blog nicht magst, bist du aber ziemlich oft hier. Ich kann das nur so deuten, dass dir wirklich was an mir liegt. Dies und dein voll krasser buchtipp (ich hab noch nie sowas gescheites gelesen! Und werde es wohl auch nie. Ich frag mal meine gute freundin, die psychotherapeutin) haben mich dazu bewogen, dir die frage zu stellen:

    Katja, willst du meine freundin sein?

    Ja _

    Nein _

    Vielleicht _

    (Bitte ankreuzen)

  12. Katja sagt:

    wenn du zweimal als ziemlich oft bezeichnest, stimme ich dir zu.

    wer hat gesagt, dass ich deinen blog nicht mag?(ich nannte es sogar mutig)

    p.s. habe leider meinen filzstift nicht bei mir.

    gruß katja

  13. redder sagt:

    ha, zweimal! tz, ich seh woher das meine besucher auf meinen blog kommen. ich seh die IP-adresse, und die seite, wo sie herkommen…

    jaja, big brother lässt grüssen

    • Katja sagt:

      du fällst aber auch auf alles rein.

      wie ein spürhund, dem man eine fährte legt. manche männer sind ja so programmierbar.

      aber jetzt scherz auf seite. ich wollte dir nichts und war einfach nur gespannt, was für ein mensch du bist.

      wünsche dir ein gutes leben und werde mich nicht mehr blicken lassen.
      (mit dem big brother hast du recht. ist schon erschreckend dass du deine leute so ausspionierst)

      ein gutes leben
      lieben gruß katja

  14. redder sagt:

    ach meitschi, meitschi *kopfschuettel*. Ich schau doch nicht extra nach, wer woher auf meinen blog kam. Bei mindestens 250 leuten waer das schon ziemlich bloed. Das war einfach mal ein schuss ins blaue.

    Viellicht solltest du das geld fuer deinen „maenner-programmierkurs“ zurueckverlangen…

  15. Sandro Pfammatter sagt:

    Ich finde die follow-up-soap noch geiler als den Text. Die Frau wollte definitiv. Also vielleicht. Oder auch nicht. Oder so.

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