kunst und pornograpie

Veröffentlicht: Mai 19, 2009 in böse, bildung, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, medien, reda, sex, sinn, stil, terror, zürich
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ich war gestern mal wieder an einem zürcher-szeneanlass. ihr wisst schon, so voll kuul, mit grossen sonnenbrillen und farbigen kleidern von kleinen urbanen designern (oder warens kleine kleider von farbigen urbanen designern?).

egal. da gabs einen stand, der reizwäsche verkaufte, einen weiteren, der mit dem chic der 60er jahre pornographie spielte.

wenn mich was zum würgen bringt, dann ist es, wenn kunst mit pornographie oder der drogenszene kokettiert. natürlich sonnt sich der städtische szeni gerne im licht der halbwelt. sollte aber eine drogensüchtige prostiuierte in sein stiegenhaus kotzen, ist es aus mit der anbiederung.

zudem, pornographie ist keine kunst, sondern eines der ältesten konsumgütern. da gehts nicht um botschaft oder befreiung. da gehts darum, schmuddelige dinge anzuschauen, die man selber gerne tun würde, für die man sich aber eigentlich schämt. pornograhie hat mit säften, genitalen grossaufnahmen und ins gesicht spritzen zu tun.

kunst hat nichts mit pornographie zu tun, weil kunst auf den geist zielt, pornos aber auf die libido. pornographie ist eine selbstbefriedungshilfe, keine ausdrucksform. 

kaputte freaks wie helmut newton, die versuchen mit faschistischer kälte modefotographie in die nähe von porn zu rücken, schaffen zwar eine eigene ästhetik, aber keine lust… auch filme über drogen (von christiane f. bis zu trainspotting) vermitteln immer nur eine plakative gruselwelt. oder so schönscheiss wie pretty woman oder striptease…

pornographie ist sicher keine kunst. wenn schon, dann ist kunst manchmal pornographie…

helmut newton: zu kalt um heiss zu werden:
newton-2

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Kommentare
  1. erotica sagt:

    na ja….
    irgendwie ja und nein 🙂
    es gibt durchaus pornografische kunst im bereich der fotografie zb.
    aber deinen letzten satz, den mag ich!

  2. burgerstocker sagt:

    wer bist du, um zu beurteilen, was kunst ist und was nicht? kunst geht über den individuellen geschmack weit hinaus. nur weil dir ein (sehr wichtiger) teil der kunst nicht gefällt, heisst das nicht, dass es keine kunst ist. pornographie ist immer auch ein ausdruck der gesellschaft (jeder gesellscahft die pornographie, die sie verdient). und somit auf jeden fall auch in der kunst zu verwerten.

    dass dich allerdings „szeneanlässe“ stören, die mit „kunst“ kokettieren, das verstehe ich gut. und drum: nicht hingehen, dafür ins museum oder eine gute galerie.

  3. redder sagt:

    @burgerdingsi: um deine erste frage zu beantworten: ich bin redder. Wie du am blogheader leicht ablesen kannst, befindest du dich in meiner welt. Hier ist mein wort gesetz…
    Aber niemand zwingt dich, mit mir einer meinung zu sein. Wieso ich mich befaehigt fuehle, ueber kunst zu urteilen? Naja, erstens darf das jeder, und zweitens war ich dch eine weile teil der szene…

    Kunst ist (in meinen bescheidenen augen) elitaer und kreative selbstbefriedigung. Wenn sie auch noch eine botschaft hat, ist es auch noch geistige selbstbefriedigung. Museen erreichen nicht das volk. Werbung erreicht das volk

    Ach ja, mickey mouse halt ich fuer kunst….

  4. kopfchaos sagt:

    ….. das wort „kunst“ stammt vom wort „können“ – verkaufen können…..
    ….. kannst in ’ne ecke kacken – kannste’s verkaufen is‘ es kunst – kannste’s ned verkaufen is‘ es scheisse…..

  5. Definiere „Teil der Szene“.

  6. redder sagt:

    Nein, das sind blog-groupies. Ausser sie schliefen auf dem sofa, dann sinds kritiker

  7. Thommen sagt:

    Porno kommt von griechisch „Porneia“ Hure, oder „Porneios“ sinnverwandt Lustknabe. Die Abbildung davon heisst Pornographie, ursprünglich also Werbung für Huren und Lustknaben.

    Heute ist Pornografie gleichbedeutend mit „Abbildung von sexueller Betätigung“. Immerhin betrachten dies die meisten als quasi schönste Beschäftigung – im Ggs. zu entgeltlicher Beschäftigung.

    Warum wohl wird die Pornografie denn immer noch so streng reglementiert? Daneben ist die Darstellung verbotener Handlungen wie Mord, Totschlag etc. so ziemlich freigegeben – vor allem zum Konsum. Hier wird seltsamerweise nicht „kokettiert“!

    Das mit den Säften, Genitalien etc. ist nicht eigentlich „pornografie-“ sonder „zeittypisch“.

    Mir fällt auf, dass Du hier völlig die heterosexuelle Tour fährst: Koketterie mit Homosexualität, aber unter Verwendung von zwei Frauen (Lesbenporno als Sexualphantasie heterosexueller Männer) und unter Ausblendung der Schwulen!

    Von einer Trennung von Geist und Libido kann überhaupt nicht die Rede sein. Das ist bürgerliche Ideologie. Das entsexualisierte Familienbild und die sexualisierte entgeltliche Sexualität sind das Produkt davon. Einen wesentlichen Teil bildet die Pornografie…

  8. redder sagt:

    @thommen: keine ahnung, was die alten griechen mit pornographie gemacht haben, aber heute wixen die leute zu pornos, im bestenfall gemeinsam mit jemandem, den sie mögen.

    nix geist. hand. nix kultur. reiben. nix politik. kommen.

    ach ja, ich klammere nix aus. ich hab nicht mal den anspruch auf vollständigkeit. natürlich sind meine schwulen freunde, die gleichberechtigterweise sicher genausoviel oder mehr pornos konsumieren wie ich, auch mitgemeint.

    verbindung von geist und libido ist nichts als schögeistige selbstbefriedigung für menschen, die in der sexualität immer noch etwas spezielles sehen müssen, weil sie sich für ihren reinen trieb schämen…

    und mein bild sollte eben nicht pornographie illustrieren, sondern die keimfreie vorstellung von pornographie, die nur in künstlerhirnen entstehen kann.

    • burgerstocker sagt:

      @ redder: ist dein blog, da werd ich dir doch nicht die hölle heiss machen. gerne mal auf einer neutralen unterlage.

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