Archiv für Mai, 2009


es gibt orte, an denen man das soziale verhalten von leicht angetrunkenen frauen zwischen zwanzig und dreissig in ihrem natürlichen umfeld beobachten kann. an der reh- bzw elefantentränke (es waren auch britinnen dabei).

wo man die findet? ich hatte einen logenplatz an einem konzert, gleich neben dem damenklo. rudelweise kamen sie, kicherten sich durch die menge und verschwanden durch die tür. und sie kehrten jede halbe stunde zurück, um sich neu zu stylen und zu schnattern. alle.

ab und zu drängte sich eine einzelne, den harten blick starr vor sich auf den boden gerichtet, bis zur rettenden tür. nach einer gewissen zeit schienen die toiletten voll und die mädchen mussten anstehen… ab da wurde diese ecke zu einer art öffentlicher pyjama-party. die girls unterhielten sich über ihre jeweiligen begleiter, die irgendwo draussen oder an der bar warteten, tauschten verhütungstipps aus und teilten ihren rudelgspänli mit, wieso sie mit dem typ nach hause gehen würden oder eben nicht. sehr aufschlussreich.

erweiterter kloraum sozusagen. ist aber als jagdgebiet absolut tabu. zwei jungs, die sich mit ihren bieren vor der tür platziert hatten und ab und an einen flotten spruch riskierten, wurden behandelt wie kaninchen, die ins wolfsgehege eingebrochen sind.

wir männer stehen nur vor dem pissoir und der einzige ton, den wir im klo von uns geben ist ein erleichtertes „buooofff“, wenn der druck auf der blase nachlässt….


Badi pier west: Auf dem brett neben mir liegt eine bernerin. Zwei deutsche gesellen sich dazu. Sie versuchen, leichte konversation zu machen.

D1: „bist du oft hier?“

Die bernerin schafft es mit einem langsamem „iu gaeng“ den komplexen sachverhalt auszudruecken, dass sie zwar gerne oft hier waer, dass sie aber keine millionaerin sei, tagsueber arbeiten muesse, dass sie die frage doof finde, aber dass sie sowohl die frage wie auch ihr leben als ganzes mit humor trage…

D2: „wie?“


ich muss mich bei vladimir, dem partytiger entschuldigen. obwohl er unsäglich verkatert war, hat er seinen job überdurchschnittlich gut gemeistert. wenn man den service beim kiosk oder in der pumpstation als massstab nimmt.

die gehen mir da echt tierisch auf den sack. sie haben extrem überrissene preise, sind unfreudlich, und bringen AUS PRINZIP nie das, was man bestellt hat.

dann haben sie da diese kleinen elektronsichen PDAs, die den ablauf vereinfachen sollen. man kann also nur bei einem angestellten bestellen, der über so ein gerät verfügt, und bezahlen darf man auch nur bei denen. das vermeintlich bestellte zeugs bringen aber andere. da die die bestellung nicht aufgenommen haben, irren sie erst in der gegend umher und fragen alle, wer jetzt wohl kartoffelsalat bekommt.

auch das bestellen selbst ist ein spass. natürlich gehe ich in weiblicher begleitung in die pampstation. und frauen verstehen menükarten als eine art modulsystem.

„ich hatte gerne menü 3, aber bitte ohne pommes, dafür mit den nudeln von menü 4, und lieber mit kalbschnitzel als mit schwein. und lassen sie doch bitte die rahmsosse weg und geben sie dafür etwas salat dazu, mit italienischer sauce“

natürlich sind sowohl PDA wie auch bedienung total überfordert. und wenn dann der essensschleppsklave ohne PDA-berechtigung die teller bringt und fragen will, wer denn was bestellt hat, sagt die begleitung: „menü 3!“

der arme träger schaut dann auf den teller in seiner hand und kann natürlich weit und breit kein „menü 3“ erkennen. ist ja schliesslich modifiziert.

was man dann zum schluss auf der rechnung hat, ist glücksache. aber darauf kommts auch nicht an. weil der besitzer wegen des standortvorteils sowieso fantasiepreise verlangt….

„was kosten die fischknuschperli?“

„ihre seele, ihre rechte hand, und wenn sie noch mayo wollen, macht das noch ihr erstgeborenes“

pumpi


Vladimir ist immer unterwegs. Vladimir liebt vodka-shots, vladimir hat eine frisur, die ihm laessig in die kokslinien haengt

Vladimir tanzt bis in die puppen mit den puppen. Kein club ist lange genug geoeffnet fuer vladimir. Und danach muss vladimir noch die girls begluecken, die er mit seinem pillenbetriebenen 1000-watt laecheln betoert hat. Vladimir ist ein superman.

Leider ist vladimir auch mein fruehstueckskellner im seecafe. Er braucht drei anlaeufe, um mir den richtigen kaffee zu bringen. Mein gipfeli vergisst er ganz, weil ihm beim blossen gedanken an essen schon uebel wird. vladimir verrechnet mir die fruehstuecksplatte vom nachbartisch. Vladimir verrechnet sich und gibt mir sein trinkgeld zurueck. Vladimir sieht morgens aus, wie etwas, dass eine kuh ausgespuckt hat, um danach darauf herumzutrampeln.

Vladimir sollte sich fuers partymachen bezahlen lassen und das kellnern bleiben lassen. Jeder tut, was er am besten kann…


mein freund der single (nein, nicht DER single, der andere) ist hypochonder. nein, eigentlich ist mein freund der hypochonder single. er hat alle zwei wochen ein date und manchmal verbringt er ein wochenende bei einer seiner eroberungen.

und er ist immer vorbereitet. er hat mindestens acht gummies dabei, aus feuerfestem lattex mit riemenverstärung an besonders belasteten zonen. wahrscheinlich besprüht er seine partnerin erst mal mit einer desinfektionslösung, bevor er sie küsst oder auch nur ihren pulli anfasst. er ist einer der leute, die diese plastiktüchlein für oralsex bei der frau kaufen.

naja, heute morgen rief er mich an. er ruft immer mich an, weil ich ein wenig ahnung von medizin hab, ihm aber nicht gerade krebs diagnostizieren kann.

er: “ ich hab mir was geholt! gestern!“

ich: „geschlechtskrankheiten haben mehr als fünf stunden inkubationszeit. du bist kerngesund!“

er: “ ich pisse rot! blut!“

ich: „glaub mir, du hast dir nichts geholt.“

er: „doch! du willst mich nur beruhigen!“

ich: „nein. was habt ihr den zusammen unternommen?“

er: „erst gingen wir essen….“

ich: „wo?“

er: „tibits..“

ich: „siehste du, keine krankheit..:“

er: „?“

ich: „du hast randensalat vom buffet gehabt…“

manchmal sind meine freunde richtig erleichtert, dass ich so ein klugscheisser bin…

Die ursache für schnellste geschlechtskrankheiten: unappetitliche randen!
RoteBeetedreierlei

ordentliche penner

Veröffentlicht: Mai 22, 2009 in Uncategorized

ich dachte, nichts könne junkies schlagen, die im tram für eine alte dame aufstehen. weit gefehlt. an auffahrt war ich in einem kleinen städtchen am bodensee, wo kultur bis in die tiefsten sozialen schichten gelebt wird.

dort übernachten die arbeitslosen penner im Musikpavillon am see. morgens nehmen sie ihren eigenen besen, wischen all ihren dreck weg, verstauen ihre schmuddeligen decken und übergeben den platz dem musikverein.

abends nach der letzten vorführung lassen sie sich wieder vollaufen. die bewohner des städtchens kennen ihre beiden assozialen (sind sie ja nicht wirklich) beim vornahmen und spendieren ihnen auch ab und zu ein bier….

ist das leben nicht schön?

held der arbeit

Veröffentlicht: Mai 22, 2009 in bildung, geschichten, kultur, leben, musik, reda, sinn, stil

für alle, die heute arbeiten müssen. diesmal nicht von middleclass-bubi john lennon, sondern von den mittelstandsbubis green day


political correctness ist was für leute, die sich an den respekt für andere erinnern müssen. zum beispiel frauen gegenüber. wenn ich denke, frauen hätten besonderen schutz verdient, denke ich zugleich, dass sie nicht fähig sind, sich selbst zu schützen. irgendwie ist das doch die totale arroganz.

auch bei ausländerwitzen: wenn ich keine jugo-witze mache, unterstelle ich irgendwie, dass die nicht über sich selber lachen können. die juden machen es vor: es gibt keine witzigeren witze über semitische klischees als witze von juden über juden.

genauso bei schwarzen in amerika, die können sich selbst ziemlich gut auf die schippe nehmen.

die einzigen, die sich wirklich sorgen um pilotical (..) correctness machen, sind bürgerliche gutmenschen, die selten mit den objekten ihres politschen engagements in berührung kommen. weisse mittelstandsfuzzis mit herz für einseitig begabte benachteiligte mit migrationshintergrund und kultureller diversität… oder einfach allen, die nicht über denselben langweiligen und behüteteten lebenslauf verfügen wie sie selbst.


ich bin ein dilettant. ich bin einer, der vieles kann, aber nichts so richtig, ich hab von allem eine ahnung, aber weiss eigentlich nichts. „jack of all, master of none“ sagen die briten…

und das ist gut so. hält mich geistig flexibel. macht mich zum improvisationstalent, da ich in schwierigen situationen mein angesammeltes halbwissen aus den verschiedensten bereichen zusammenwerfen und daraus, wie einst McGyver, eine lösung zusammenbasteln kann…

ich bewundere fachleute, frage mich aber, wie sie es schaffen, durchs leben zu kommen, wenn die ganze geistige kapazität nur von einem thema in anspruch genommen wird.

ich hab mir mal überlegt, was ich schon alles getan hab:

–  ich war revolutionär:  habe einen bakunin, einen halben trotzky und einige bände marx, lenin nur tropfenweise, dafür eine volle pulle bolivianische tagebücher

– ich war esoteriker und occultist, ergo einige kapitel verschiedenster totenbücher, etwas religionsgeschichte und ein viertel allister crowley.

– ich war künstler: etwas kunstgeschichte, etwas kunsttheorie und eine brise farblehre mit konzeptanalyse

– ich war in medizinischer ausbildung: alle medikamente und ein wenig über den daumen-diagnose (ergänzt durch dr.house-wissen)

– ich war werber: grosses grundwissen in alkoholkonsum, ausbildung in seichter konversation und ein wenig soziologie

– dann wurde ich journalist: besserwissen für fortgeschrittene, level 1 und 2, die fertigkeit, aus gerüchten und halbwahrheiten realität herzustellen.

und dann habe ich noch all die fähigkeiten, um alles obenstehende zu verbinden und überzeugend an  den mann zu bringen…

was ich wirklich kann, ist, mich selbst zu sein. leider wird das nicht sonderlich gut bezahlt….

born to be wild!

Veröffentlicht: Mai 20, 2009 in bildung, erlebnisse, kultur, leben, medien, reda, reise, sinn
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damals hatte die f(r)eiheit noch zwei räder und eine unsägliche frisur, aber gute musik!