das lonely-wulf-syndrom

Veröffentlicht: Juni 29, 2009 in bildung, erlebnisse, gender, klugscheiss, kultur, reda, reise, sinn, stil, terror, zürich

Es gibt tage, da werd ich abends unruhig. Dann muss ich raus in die strassen. Alleine in meine alte gegend. Mit dem richtigen soundtrack in den ohren.

Ab, mitten in die szene, auf der suche nach aerger, abenteuer und adrenalin. So stell ichs mir vor, wenn man mondsuechtig ist. Nur, das meine phasen nix mit dem mond zu tun haben.

Ich lauf durchs quartier, offen fuer eine schlaegerei, irgendeine maid in noeten, irgendso einen romantischen scheiss eben.

Aber wo ich frueher sofort in schwierigkeiten gesteckt haette, sagen die boesen buben „sie“ zu mir und sind auch sonst ganz hoeflich. Ueberhaupt, die boesen buben sind auch nicht mehr so furchterregend wie frueher. Irgendwie kitzeln sie meine nerven nicht mehr. Nicht mal der alte erzfeind, die bullen, sind noch das, was sie mal waren. Die meisten koennten meine kinder sein. Und mit den alten fahndern habe ich mehr gemeinsame erinnerungen als mit den leuten, mit denen ich zur schule ging.

Naja, nach einer stunde oder so gehe ich wieder nach hause, bin zufrieden, dass mein leben jetzt so ist, wie es ist, und lausche dem bach neben meinem haus.

Natuerlich ist es laecherlich, mit vierzig noch auf abenteuer auszuziehen. Nicht mal in kambodscha hab ich eine situation gefunden, die den adrenalinstoessen von frueher gleichkam, und ich habe wirklich gesucht.

Und ja, es ist eine form von midlife-crisis. Aber ich wuerde um keinen preis auf diese pubertaeren anwandlungen verzichten wollen. Es ist ein wenig erinnern und macht mich dankbar dafuer, dass es vorueber ist….

Kommentare
  1. antoine sagt:

    Super Reeder, bis heute habe ich noch keine bessere Beschreibung des Lonely Wulf Syndrom gelesen. Das Lonley Wulf Syndrom ist daran schuld, wenn 50 jährige Machos nach ihrem Jungfernflug mit dem Gleitschirm ihr gebrochenes Steissbein im Spital kurieren müssen.
    Wenn Du den ultimativen Kick suchst, dann empfehle ich Dir den Einstieg in das Ultra Distance Cycling. Nach 600 Kilometer Velo am Stück, legt sich jeder Wolf müde ins Bett. Es sei denn, Du stehst auf Base Jumping, es soll ziemlich heftig sein – ich bin zu feige dazu.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s