medienhandwerk II: richtig recherchieren

Veröffentlicht: Juli 7, 2009 in böse, bildung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, medien, Politik, reda, Satire, sinn, stil, terror, zürich
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ok, im ersten teil des workshops haben wir gelernt, wie man richtig zitiert. jetzt gehts um umfassende recherche.

wie finden wir die richtige geschichte? erst mal lesen wir alle anderen medien. wenn wir da nichts finden, überlegen wir uns, welches gerücht wir in die welt setzen könnten, und wie wir es untermauern können.

arbeiten wir bei der NZZ, schauen wir, bei welchen themen wir möglichst viele fremdwörter in einem möglichst kurzen text unterbringen können.

arbeiten wir beim blick, schauen wir, wieviel mal man „brüste“ in der geschichte unterbringen kann.

arbeiten wir beim Tages Anzeiger, schauen wir, wieviele geschichten wir möglichst wenig journalisten aufhalsen können.

ok, wir haben nun also unser thema, jetzt gehts um recherche. zuerst brauchen wir eine quelle. meist reicht da „die mutter einer freundin hat von ihrer frisöse gehört, dass…“, oder „meine freundin glaubt, dass…“

jetzt müssen wir die quelle verifizieren. zuerst gehen wir ins SMD (Schweizerische Medien Datenbank). wieso sollten wir dinge recherchieren, die andere journalisten vor uns schon recherchiert haben (auch im SMD)? wenns da drin steht, ist es WAHR.

aber wir sind sorgfältig. wir brauchen mindestens zwei bestätigungen. also googeln wir das thema. bei mehr als drei treffern ist es WAHR. wir haben jetzt drei verbürgte quellen.

nun brauchen wir die fakten zur geschichte, und ein wenig hintergrund. dazu gehen wir direkt zu Wikipedia. wenns da nicht erwähnt ist, siehts scheisse aus.

merke: wenns nicht bei wikipedia erwähnt ist, ist es nicht existent. wir kopieren die fakten bei wikipedia raus und  „pasten“ sie in unseren text. jetzt ist die geschichte schon beinahe fertig.

wir brauchen nun nur noch einen fachmann, der unsere geschichte bestätigt. dazu haben wir eine liste mit „medienschlampen“: akademiker, die ihre seele verkaufen, um ihr gesicht in einer zeitung zu sehen. wenn wir keine aus dem passenden themenbereich haben, erklären wir eine der vorhandenen medienschlampen kurzerhand zum experten.

so. die geschichte steht, ist belegt und wasserfest. ab in den druck.

nächstes mal setzen wir uns mit dem medienrecht auseinander. wir sind die vierte macht im staat und müssen sorgfältig mit unserer verantwortung umgehen! *pff*

hier geht zu „medienhandwerk III: journalist werden

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Kommentare
  1. Dick sagt:

    Ich sags nochmal: Recherchieren ist ein Symptom von Meinungsschwäche.

  2. […] Medienhandwerk II: richtig recherchieren […]

  3. […] medienhandwerk III: journalist werden Juli 9, 2009 ok, wir können nun richtig zitieren und richtig recherchieren, jetzt steht unserer karriere als journalist nichts mehr im […]

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