Archiv für Juli, 2009

heimweh nach thailand

Veröffentlicht: Juli 29, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, musik, reda, reise, single, sinn, stil, zürich
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immer im sommer vermisse ich es, völlig sinnlos mit einem motorrad über eine tropische insel zu brettern und am strand rumzuhängen. ich will zurück nach tong nai pan, bananen-coffeeshake nippen und mit meinen zehen obszöne dinge in den sand zeichnen.

ER spielt da überall. weil überall diese unsäglichen hippies rumhängen. aber eben, man gewöhnt sich daran. jetzt gehört er zu meinem fernweh…


Neben all meinen anderen interessen bin ich auch ein wenig alchemist. Und in dieser eigenschaft bin ich einem der wunder des lebens auf der spur.

Der weisheit erster schluss: aus allem tod entsteht wieder leben,

Das dazugehoerende experiment:

am beginn steht eine kuh. Diese schlachte man (oder lasse sie schlachten). man zerlege sie in kleine teile (oder kauft die teile gleich beim migros-metzger).

Soweit, so gut. Jetzt nimmt der geneigte schueler der geheimen kuenste sein alchemistisches werkzeug: eine pfanne.

Dahinein werfe er die stuecke der kuh und lasse sie in wasser garen (mit gewuerzen zum beispiel).

So, jetzt brauchts geduld und den segen der wettergoetter.

Wenn die aussentemperatur ueber 25 grad ist, verschliesse man die pfanne und uebe sich in geduld.

Man belege die pfanne fuer dreieinhalb tage mit dem bann des vergessens.

Jetzt erst kommt der grosse augenblick! Man oeffne den deckel vorsichtig und siehe da: vielfaeltiges leben ist entstanden!

Natuerlich ist nicht besonders appetitliches oder wohlriechendes leben, aber wer wird den waehlerisch sein, bei einem wunder!

Da gibts bunte schleim- und schimmelpilze, bakterien mit wundersamen namen und farben, es ist eine freude!

Fuer fortgeschrittene: wenn ihr den deckel wieder drauflegt und weitere drei tage wartet, beginnt die pfanne den inhalt zu verdauen! Wunder ueber wunder!

redder ist kein playboy

Veröffentlicht: Juli 28, 2009 in böse, bildung, geschichten, kultur, leben, liebe, medien, reda, Satire, sex, single, sinn, stil, terror, zürich
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letztens sah ich mich aufgrund meines facebook-profils und meines blogs mit einem uuuunerhörten vorwurf konforntiert.

eine gute freundin meinte: „Du bist sooooo ein playboy!“

hm. beim stichwort „playboy“ kommen mir leute wie hugh hefner und gunter sachs in den sinn. naja, männer mit geld und wechselnden bettgenossinen aus dem a-c Promibereich. männer, die sich gerne mit frauen schmücken, grosse boote und autos fahren und an orten wie cannes und st tropez herumhängen.

naja, ich hab kein geld. und meine bettgenossinnen kommen (zum glück) nicht mal auf tele top. cannes halte ich für das mallorca der werber und st tropez für den hauptsitz der schönheitchirurgie-mafia.

ausserdem ist es nicht mein ehrgeiz, mit sovielen frauen wie möglich zu schlafen, sondern soviele frauen wie möglich zum lachen zu bringen. oder wenigstens ganz tief zu berühren (okok, der war jetzt plump und doppeldeutig).

das ich nie lange mit einer frau zusammenbleibe, hat weder mit promiskuitiven ehrgeiz noch mit den frauen zu tun. das ist kein lebenstil sondern beziehungsunfähigkeit.

ich muss mich nicht mit plastilin verstärkten griiten schmücken. (ausser ich hab sie zum lachen gebracht).

playboys haben oft den ehrgeiz, ungeheuer kultiviert zu wirken. ihr wisst schon, kunst, schöngeist und all der scheiss. ich halte es da eher mit den dandys, die zwar all den scheiss gelesen und gesehen haben, aber eher in einer ironischen beziehung zur kultur stehen.

natürlich brauche ich die  bewunderung und die bestätigung. für einen ausgeprägten narzissten ist aufmerksamkeit das lebenselexier. ich bevorzuge es jedoch, wenn sich die aufmerksamkeit auf meinen blog bezieht und meine leser möglichst hinter ihren bildschirmen bleiben.

nein, ich bin kein playboy. dafür bin ich wohl einfach nicht reich und erfolgreich genug (tammi)

Wenn ich mal so ende, dürft ihr mich erschiessen. oder mir silikon um den hals binden und mich in den see werfen.

hugh-hefner

revolution

Veröffentlicht: Juli 28, 2009 in beziehung, bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, musik, reda, sinn, soundblog, stil

damals hat mich diese frau einfach umgehauen. heute wirkt der song ein wenig naiv. aber vielleicht liegt das an mir. den song liebe ich noch immer. sind wir nicht alle ein wenig weichschnäbler? 🙂

bongo bong

Veröffentlicht: Juli 27, 2009 in bildung, klugscheiss, kultur, leben, reda, sinn, soundblog, stil

vor ein paar jahren hings mir zum hals raus, jetzt passts wieder. manu chao bongo bong..


kürzlich war ich bei meiner lieben freundin M. zuhause. sie lebt in einer wg mit einem jüngeren studenten.

wir kamen zur tür herein, als uns aus dem badezimmer der ruf entgegenschallt:

„ich nehm imfall ein bad!“

ok, er hält sich sauber, super. dann, nach sehr kurzer pause:

„und ich reinige die badewanne nachher“.

und die badewanne hält er auch sauber. und das ohne aufforderung!

super erzogen, der mitbewohner. mir gingen nur für wenige sekunden die erziehungsmassnahmen durch den kopf, die zu einem derartig korrekten verhalten plus vollständiger informationspolitik führen….

😀

hot in da city

Veröffentlicht: Juli 27, 2009 in bildung, kultur, leben, musik, sinn, soundblog, zürich

heute wirs voll heiss hier in der stadt. und deshalb wieder mal mein liebling mit der schiefen lippe. wenn man sooo kuul ist, kann man locker einen heissen sommertag überstehen. kuul sein hiess in in den achzigern, seine halbe lippe zur nase hochziehen zu können…


Natuerlich sollte jeder ueber mitepfinden und einfuehlungsvermoegen verfuegen. Das macht as leben ertraeglich und man achtet viel mehr auf die gemeinsamkeiten mit anderen menschen als auf die unterschiede.

Mich hingegen bringt meine empathie manchmal echt an den rand. Ich hab seit meiner fruehesten kindheit den defekt, dass ich den emotionalen zustand meines gegenuebers in mein eigenes empfinden aufnehme. Das ist ganz praktisch, weil ich so oft nur zum teil auf das zeugs hoere, was mir andere erzaehlen und mehr auf das achte, was sonst so rueberkommt.

Bei leuten, die ich sehr gerne hab, ist das manchmal aber auch ziemlich schwierig. Weil ich da die stimmung uebernehme. Wenn ich mit jemandem zusammenbin, der gerade leidet, brauch ich nachher manchmal stunden um die schwere wieder abzuschuetteln und zu meinen eigenen empfindungen zurueckzukommen.

Frueher hatte ich einen emotionalen wassergraben gefuellt mit opiaten um mich abzugrenzen. Aber seit einigen jahren stehen mir newusstseinsveraendernde sbstanzen einach nicht mehr als option offen.

Natuerlich hab ich einen inneren notfallknopf, um mich von einer sekunde zur anderen vom emotionalen universum abzuschotten. Den sogenannten „arschloch-schalter“. Nur will ich den nicht umlegen, wenn ich mit geliebten menschen zusammenbin.

Manchmal ist es einfach anstrengend, mitfuehlend zu sein. In menschenmengen werde ich oft mit fremden gefuehlen ueberschwemmt. Was wahrscheinlich ein grund fuer meine soziophobie ist.

Ach ja, und richtig wuetend kann man dann auch nicht mehr werden, weil man ja versteht, dass das gegenueber nicht ein arschloch sein will, sondern einfach nicht anders kann….

Jaja, das leben ist hart *jammer*


vor ungefähr einem jahr hab ich den ersten teil meines beziehungslexikons veroeffentlicht. inzwischen hab ich dazugelernt und kann einen zweiten teil nachreichen. wir sind noch immer bei der kommunikation. hier einige begriffe, und wie sie interpretiert werden:

freunde

er: das sind die typen, mit denen man alles besprechen könnte, wenn man es denn müsste. zum gkück muss man das nicht und sie lassen einem mit so scheiss wie „dich öffnen“ und „darüber sprechen“ in ruhe. ihr versteht euch auch ohne grosse worte. sie akzeptieren dich so wie du bist.

sie: das sind die kerle, die deine monatelange entwicklungsarbeit an deinem partner innerhalb eines abends ruinieren können und aus ihm wieder den neandertaler machen, in den du dich verliebt hast. was du irgendwie nicht mehr verstehen kannst. sie sind eine potenzielle gefahr. naja, bis auf den einen, der immer so senisibel guckt und dich bei der begrüssung und dem abschied eine sekunde länger im arm hält als nötig. der ist irgendwie süss…

freundinnen:

er: das ist der unerträgliche hofstaat deiner freundin, die über jedes intime detail deines liebeslebens bescheid wissen und gegen die du einfach nichts unternehmen kannst. alles hysterische frauenrechtlerinnen, die in beziehungssachen alles besser wissen, aber selber mit 42 noch immer single sind. naja, bis auf die hübsche kleine, die du bei der begrüssung und beim abschied immer eine sekunde länger im arm behälst als eigentlich nötig. die ist ganz süss.

sie: das sind deine heerscharen der gerechtigkeit. immer wenn du an deinem partner verzweifelst, kannst du sie zusammenrufen und dir erzählen lassen, das er das schwein ist und du eigentlich besseres verdient hättest. immer empfehlen sie dir, dich von ihm zu trennen aber ganz traust du ihnen nicht. vielleicht wollen sie dich einfach wieder in den club der singles aufnehmen. und die kleine süsse *name* klammert sich bei der begrüssung und beim abschied fast schon unanständig an deinen freund. frauenbeziehungen sind noch schwieriger….

beruf:

er: das ist das, was du machst, um nicht den ganzen tag zuhause rumhängen zu müssen.

sie: das ist das, was du machst, bis du mit deinen kindern zuhause rumhängen kannst. falls du keine kinder willst, ist es der ort, an dem du alle wie kinder behandeln kannst.

familie:

er: das ist der teil der menschheit, den du zwar sehr gerne hast, mit denen du aber nicht mehr als eine stunde am stück verbringen willst. naja, mit ihrer familie willst du nicht mal zehn minuten am stück verbringen. zu erwähnen: deine eigene familie nennst du nie „familie“, sondern immer „frau und kinder“. nur wenn du auf die uuuungeheure verantwortung und arbeit aufmerksam machen willst, die so eine „familie“ mit sich bringt, benutzt du dieses wort.

sie: familie ist das rückzugsgebiet. naja, mit mama ist das vielleicht nicht so, aber papa ist der beste. die beziehung zu mama entwickelt sich erst, wenn ihr gemeinsam über deinen freund motzen könnt (du hast was besseres verdient). seine mutter ist sowieso unerträglich. sie behandelt ihn wie ein kind. dabei bist du doch die einzige, die ihn wie ein kind behandeln darf. für dich ist das wort familie nicht tabu. ab dem zeitpunkt, ab dem du deine pille „vergisst“, denkst du schon in familiären masstäben.

so genug für heute, vielleicht gibts noch mehr…

sie:


vor zwei oder drei jahren hab ich mich mal an einem projekt (!) beteiligt, bei dems um die identität von zürich ging. zwe minuten auf der schiffbaubühne. und ich dachte mir, die identität von zürich, das bin doch eigentlich ich. naja, ich eben. hier der text:

Kein glaubensbekenntnis (bühnentext)

 

Ich glaube nicht an gott, therapeuten und nicht an medizin.

Ich glaube nicht an psychiater, hexen oder ideen.

Ich glaube nicht an ideale, konzepte oder programme.

Ich glaube nicht an migros, coop oder denner.

Nicht an meerschweinchen oder statistiken.

    Ich glaube an kaffee

Ich glaube nicht an autos, tickets oder familie.

Ich glaube nicht an vitamine, snowboards oder H&M.

ich glaube nicht an zweierbeziehungen. Auch nicht an kunst, kultur oder politik.

Ich glaube nicht an tüchtigkeitsausweise.

    Ich glaube an fahrräder.

Ich glaube nicht an glauben, mikrowelle oder treue.

Ich glaube nicht an ökoprodukte, markenartikel oder hippies.

Ich glaube nicht an papier, nicht an nachrichten und auch nicht an stretchjeans.

Ich glaube nicht an macintosh, soulmusik und parteien.

    Ich glaube an gespräche.

 

Ich glaube nicht an öffentliche auftritte