erstarrt in schönheit

Veröffentlicht: August 8, 2009 in beziehung, bildung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, leben, liebe, reda, sex, single, sinn, stil, terror, zürich
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gestern im pier west beobachtete ich ein junges mädchen, so um die 22. sie ist wunderschön, nur grosse augen, volle lippen, zarte glieder und ein bikini, der gerade genug bedeckt. sie sitzt alleine an einem tischchen, buch auf dem schoss und latte macchiato in der hand.

etwa drei meter entfernt liegt ein junger adonis, vielleicht zwanzig, ihr wisst schon, bauchmuskeln, originell tätowiert, badehosen, die er sich auf einer seiner abenteuer-reisen gekauft hat.

er hat sie gesehen, sie hat ihn gesehen. er sucht immer wieder ihren blick. sie zuckt jedesmal zurück, wenn sich ihre blicke treffen.

er steht irgendwann auf, und holt sich einen aschenbecher. als er an ihr vorbeigeht, sieht man ihm an, wie nervös und angespannt er ist.

irgendwann schafft ers dann, sie anzusprechen. keine ahnung,was er fragt, wahrscheinlich etwas ganz banales, nettes.

sie erstarrt. sie sagt ein wort. nuschelt es irgendwie in sich hinein.

er steht noch etwas rum, sucht vielleicht nach weiteren worten, die auf dem weg zu ihm zu boden fielen. irgendwann kommt er sich noch idiotischer vor und beendet die peinliche situation, indem er sich wieder auf sein tuch setzt.

aber an ihrem gesicht kann man jetzt ablesen, wie sehr sie sich gerade selbst verflucht. ab dem augenblick, in dem er sie angesprochen hat, konnte sie sich vor angst nicht mehr rühren. sie wollte souverän sein, aber ihr kamen keine passenden worte in den sinn. ihr schlug bis zum hals. sie denkt, sie habe sich zur idiotin gemacht.

sie wünscht sich eine zweite chance. sie hasst sich gerade ausgiebigst und schämt sich, weil sie annimmt, er halte sie für eine geistig behinderte spastikerin.

er sitzt da und denkt eigentlich nur, wie peinlich es ist, den ganzen mut aufzubringen und dann so cool mit einem wort abserviert zu werden. in zukunft wird er sich zurückhalten. immer diese arroganten chicks.

tja. er sollte vielleicht noch einen versuch starten.

als ich gehe, überlasse ich ihm mein liegebett. wenn er sich da hinlegt, müssen die beiden sich ins gesicht sehen.

höhöhö.

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Kommentare
  1. skriptum sagt:

    Waren sie nicht beide in Deiner Hörweite? Warum hast Du sie nicht zu Dir gepfiffen und ihnen den Marsch Duweißtschonwas?

    Okay, es wäre unsubtiler gewesen, als ihm Dein Liegebett zu überlassen aber immer noch unverwirrender, als es ihr anzubieten ;o)

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