Archiv für August, 2009

du du duuuuu

Veröffentlicht: August 26, 2009 in bildung, erlebnisse, kultur, leben, musik, reda, reise, Satire, soundblog, stil

hab grad einen anfall von heimweh nach thailand. und thailand ist ja schon beinahe wie die karibik, wie die band „job to do“ beweist. mit ihrem song duuuudududuu. real thai-reggea. nicht lachen!


meine liebsten beiden freunde sind jetzt über fünf jahre zusammen. in der zeit haben sie liebgewordene gewohnheiten entwickelt. zu beispiel, wenn wir gemeinsam essen gehen.

wir brauchen immer mindestens eine stunde, bis sich die beiden einig sind, wo sie was essen wollen.

jedesmal.

endlich entschieden, setzen wir uns auf die plätze. die karte kommt.

sie wählt sich was aus und sagt ihm was er bestellen soll. dann geht sie aufs klo.

jedesmal.

der kellner kommt, wir bestellen.

sie kommt zurück, setzt sich wieder hin.

unser essen kommt.

sie: „du hast meinen salat vergessen zu bestellen!“ wilder blick.

er: „du hast nichts von einem salat gesagt!“

sie: „ich nehm immer salat, nicht so wie du!“

er deutet voller inbrunst auf die drei blättchen garnitur auf seinem fetttriefenden hamburger.

jedesmal.

kurzer waffenstillstand. essgeräusche.

er beginnt pommes und hamburger in sich hineinzuschaufeln.

sie: „du!

er blickt misstrauisch unter den augenbrauen hervor und zieht den teller etwas näher an sich ran.

er: „?“

sie: „iss nicht so schnell! schling doch nicht einfach alles so runter!“

er: „knurr!

jedesmal.

dann noch das kleine gefecht bei der entscheidung ob dessert oder nicht (dein t-shirt spannt schon, der hamburger war doch schon fett genug!)

seit fünf jahren gehen wir zu dritt essen. seit vier jahren spielt sich dieses ritual in der genau gleichen form ab.

und wisst ihr, was mich am meisten überrascht? jedesmal?

die beiden lieben sich wirklich von ganzem herzen!


das leben ist hart. naja, wenigstens mein leben. entscheidungen, überall entscheidungen!

– morgens aufwachen und dann entscheiden, ob ich den wecker noch fünf minuten vorstelle.

– fünf minuten später darüber nachdenken, ob ich erst ne zigarette anzünde, dann kaffee aufsetze und dann unter die dusche gehe, oder erst unter die dusche gehe, kaffee aufsetzte und dann ne zigi, oder erst kaffee aufsetze, zigi anzünde und dann dusche (ist immer ein wenig schwierig unter der dusche mit zigi)

– dann der innere kampf, was ich anziehen soll. ich hab 32 weisse hemden, die alle mehr oder weniger gleich aussehen und 12 paar jeans, die die meisten menschen auch nicht auseinanderhalten könnten. aber für mich liegen da WELTEN zwischen den einzelnen kombinationen.

– weiter: zieh ich die schuhe an, die meine umgebung so voll geil findet, oder zieh ich die schuhe an, die zwar weniger prestige haben, mir aber ganz persönlich besser gefallen?

– auf dem weg zur arbeit: wechsle ich die strassenseite, um der unfreundlichen nachbarin aus dem weg zu gehen?

– wechsle ich die strassenseite wieder, um herauszufinden, wem die hübschen beine gehören, die da drüben aus dem minirock ragen?

setz ich mich im bus zu der rothaarigen oder zu der blonden?

– les ich zuerst news oder 20minuten?

– starte ich erst meinen pc auf oder lass ich erst kaffee raus und rauch ne zigi?

ich bin schon erschöpft, bevor ich die erste zeile geschrieben hab….

zu wem setz ich mich nur im bus?
girls_aloud_promo_photo_sound_of_the_underground

ach ja, und hier der passende song:


lebenshilfe mit einem schuss ironie: white stripes at it best.


ich sass heute mittag friedlich am see und verspeiste mein mittagessen, als mir ein typischer männer-notfall auffiel. zwei griiten um die 20, nur lange beine, lange haare, schmollmund und sonnenbrillen, räkelten sich etwa dreissig meter weiter auf dem seemäuerchen.

nein, das ist noch nicht der notfall, ihr lüstlinge!

also, junger mann, vielleicht achzehn, geht zu den beiden tussen rüber, und fragt nach feuer. eigentlich hätten sie ihm freundlich sagen können, dass sie kein feuer hätten.

sie aber sahen ihn (synchron) so an, als wär er etwas, in das man lieber nicht barfuss reinsteht, und sagten kein wort.

ich konnte seine verletzung gleich mitspüren. der arme kerl hatte gerade dreiviertel seines mühsam aufgebauten selbstwertes eingebüsst, innert nur zwei sekunden.

das ging so nicht. denen musste man(n) eine lektion erteilen. innerlich zog ich mich in meine telefonkabine zurück und streifte mir mein supermännerman-kostüm über. so, ich war bereit, ihnen ein lächeln wegzunehmen. wie das geht? das geht so:

die beiden griiten erhoben sich nach etwa fünf minuten und spazierten langsam in meine richtung. ich schaute auf mein handy und setzte mein verschmitztestes, charmantestes lächeln auf (glaubt mir, das wirkt IMMER).

als sie ungefähr auf meiner höhe waren, liess ich das lächeln noch ein wenig stärker aufleuchten und drehte langsam den kopf in ihre richtung. betrachtete erst beine, dann po, dann bauch und busen.

als mein blick bei den gesichtern angekommen war, liess ich mein lächeln aus dem gesicht fallen, wie ein elefant einen brocken scheisse.

ich betrachtete sie, wie etwas, das ich mir nicht mit den fingern vom schuh kratzen würde. sie reagierten, als ob sie jemand mit einem elektroschocker traktiert hätte. sie gingen schneller, und ich hoffe, sie rätseln noch eine woche darüber, was ich wohl so abstossend gefunden hab.

tja, meine freunde, für gerechtigkeit sorgen ist manchmal ein harter job.

aber einer muss ihn tun.

mönsch

Veröffentlicht: August 24, 2009 in bildung, erlebnisse, kultur, leben, liebe, reda, soundblog, zürich

ich mag den kerl. irgendwie schafft ers, immer die richtigen worte zu finden. und ich mag seine stimme.

(in memoriam an all die leute, die auf der strecke geblieben sind. für dich urs, und für dich erdogan, und für euch anderen)


gestern abend kurz im treppenhaus. ich komme zur tür rein, schaffe gerade mal die ersten zwei stufen, da knallt im zweiten stock eine tür auf und gekicher flutet die hausflure. meine beiden jungen (18) nachbarinnen aus dem zweiten stock stürmen das treppenhaus

*gacker*

“ hoffentlich lassen die uns rein. ich glaub der clib ist ziemlich exklusiv!“

“ so wie wir aussehen, betteln die, dass wir in ihren club kommen“

*gacker* *gacker* *gacker*

ein hausschlüssel fällt zu boden, und an ihren stimmen erkenne ich, dass sie schon ein wenig vorgetankt haben, um im gefährlichen grosstsadtdschungel nicht den mut zu verlieren.

*gacker*

panisch schaue ich mich nach einem versteck um. leider hab ich den kellerschlüssel nicht dabei. und einfach wieder zur haustür raus wär ein wenig auffällig. also werfe ich einen vorsichtigen blick den treppenschacht hoch.

*gacker* *gacker* *gacker*

naja, aus der entfernung und von schräg unten ist die aussicht gaaar nicht so schlecht. wenn man auf zartrosa schlüpfer unter gürtelbreiten miniröcken steht. ich hoffe wenigstens, dass das zartrosa der schlüpfer war…

*gacker* *gacker* *gacker*

mutig mach ich mich auf den weg richtung oben. da wartet meine pasta und mein kater. my home, my castle.

auf der höhe der ersten etage begegne ich ihnen. natürlich sind sie ein wenig gehemmt. wie immer, wenn sie mich treffen (schliesslich bin ich berühmt)

sie scheinen genug getrunken zu haben, um mit mir zu flirten. immer noch ein wenig unsicher (sie wechseln von satz zu satz zwischen „Du“ und „Sie“)

girl 1: „gehst du schon noch heim? kommst nicht noch mit in den ausgang?“

ich: „nein, dafür bin ich zu alt“

girl 2: „siiiee doch nicht!“

*gacker* *gacker* *gacker*

sie gehen weiter und ich kann die luft nicht länger anhalten.

*blackout*

als ich wieder zu mir komme, haben mir die dichten schwaden von „Schanell nümmer 5“ und „Opiümm“ den grossteil meines vorderen hirnlappens ausgebrannt.

noch heute morgen riechen meine klammotten nach dem parfum, dabei bin ich noch nicht mal auf armlänge an die griiten herangegangen. in in meinen ohren klingelt noch das *gacker* *gacker* *gacker*

ich wette, sie hatten einen guten abend und keine schwierigkeiten, in den club zu kommen.

den türsteher hätt ich sehen wollen, der sich diesem duo entgegenstellen wollte……

da fliegt mir doch das blech weg:

rose rote rosemarie

Veröffentlicht: August 23, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, musik, reda, sinn, soundblog, stil

„ich bau dir schlösser aus acryl…“

was man alles vergisst, bis mans irgendwo zwischen ungebrauchten hirnzellen wieder findet.

„duuuhuhu wir gehen hand in hand….“

ordnung muss sein!

Veröffentlicht: August 22, 2009 in böse, bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, Satire, sinn, stil, zürich

heute am flohmi, zwei mädchen, so um die zwanzig, sitzen am boden und richten ihren stand ein. der stand besteht aus einigen hippie-batik-decken, die einige quadratmeter boden bedecken.

girl 1: „na komm, die kleider kommen da rechts, hosen auf einen stapel, blusen auf einen stapel und die schuhe vorne dran

girl 2 verteilt die klamotten grosszügig und ohne die jegliche ordnung über die drei quadratmeter flohmiboden

girl 1: „wir müssen uns schon irgendwie ein bisschen organisieren! die CDs da, damit uns keiner draufsteht. und die ganzen gürtel liegen da wie ein schlangennest, das geht doch nicht!“

girl 2 verteilt die CDs gleichmässig über die schicht der klamotten. sie greift zum nächsten karton, um noch eine schicht plunder obendrauf zu schichten.

girl 1: (inzwischen schon ziemlich angenervt): hei, so hab ich mir das nicht vorgestellt. so sieht das doch scheisse aus. da will doch niemand kaufen!“

girl 2 zieht die kopfhörer raus , schaut ihre kollegin an und sagt: „hä? wassis?“

ok, die beiden einigen sich und schaffen eine ordentliche verkaufsauslage.

eine halbe stunde später komm ich wieder an ihrem stand vorbei.

die interessierten kunden haben die auslage umgeschichtet. ungefähr so, wie girl 2 sich die auslage zu beginn schon vorgestellt hatte….

irgendwelche hübschen szenegriiten am flohmi
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männer-musik

Veröffentlicht: August 22, 2009 in bildung, kultur, leben, reda, soundblog, stil

ich muss ihn einfach mal wieder posten. er ist einfach the man. und passt irgendwie zum heutigen tag.