Archiv für September, 2009


das Zurich Film Festival findet gerade statt. wer jetzt denkt, da gehe es um film und kino, irrt.

da gehts darum, sich möglichst oft über einen roten teppich zu bewegen. sämtliche zürcher c- und d-promis drängeln sich, meist in fantasiekostümen (haute couture, ihr wisst schon), auf einem schmalen roten filzstreifen vor der versammelten und gelangweilten fotopresse.

sie hoffen, wenn sie sich lange genug an den c- und d-promis der deutschen und internationalen szene reiben, färbe der imaginäre ruhm ab. natürlich maskierten sich einige journis als c-promis, um sich auch ein wenig wichtig zu fühlen..

war ich da? natürlich nicht. ich bin STADT-ZÜRCHER! ich habe die akkreditierung, finde es aber weit unter meiner würde, diesen zoo mitzumachen. wir sind so elitär, dass wir sogar auf die (selbsternannte, künstlich gefeierte) elite herunterschauen. wir sind snobs im quadrat.

ich gehe an keinen roten teppich.

und ich gehe nur über rote teppiche, die für mich ganz persönlich ausgelegt wurden….

das ist meiner. ihr zieht gefälligst die schuhe aus, bevor ihr draufsteht!

red_carpet

redder läutet ins wochenende

Veröffentlicht: September 25, 2009 in bildung, kultur, leben, musik, reda, soundblog

das sind noch echte antidepressiva! *luftgitarre schrummel* *headbang*

redder, der angeber

Veröffentlicht: September 24, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, medien, reda, stil, zürich

im akkreditierungshäusschen vom film festival. etwa 93 journalisten verstopfen den zugang. ich kenne keinen. keinen?

doch, da steht h. h. arbeitet für verschiedene britische zeitungen, war in jedem kriegsgebiet als berichterstatter und ist jetzt für ein englisches hochglanz-magazin in der stadt. seine schwester wohnte in london mit meiner ex zusammen.

natürlich nutze ich die gelegenheit, um vor meinen schweizer kollegen zu protzen. wir begrüssen uns herzlich und er erzählt von seinen letzten abenteuern in namibia.

mein ego platz gleich, die bewunderung der anderen ist mir sicher….

endlich komm ich dran, nenne meinen namen. die junge, unglaublich hübsche pr-griite vom festival stutzt einen augenblick.

sie: oh, sie sind doch…….

ich (im geiste): ja? ja? ja? der blogger? der beste züri-journi? mein held?

sie: der vater meiner kindergarten-freundin debbie!

ich schnapp mir meinen pass und verschwinde. ich bin noch nie so schnell von 100 auf null gekommen.


beim kaffee mit meiner schwester im terrasse, einer ihrer freunde kommt dazu, gutaussehnder surfertyp, porschefahrer mit einem kleinen esoterischen hau.

schwesterchen: kommt ihr am wochenende vorbei?

freund: nein, meine freundin macht so ein seminar, weisch, um mit ihrer inneren aggression in verbindung zu treten.

ich: was für ein seminar?

freund: naja, sie muss lernen, ihr ich zu akzeptieren. sie hat ausbrüche schwerer aggression gegen ihre umgebung.

schwesterchen (nebenbei zu mir): sie trinkt lieber einen prosecco, als gruppenkuschel-gruppen zu besuchen

ich: hm, vielleicht sollte sie ihre aggression rauslassen? das ist gesund.

er: nein, so findet sie keinen inneren frieden, sie verletzt so auch ihre umgebung.

ich: vielleicht hält sie ihre umgebung für idioten?

naja, wir haben dann das thema gewechselt…

schlaflos

Veröffentlicht: September 24, 2009 in bildung, kultur, leben, musik, reda, soundblog, stil

hier einen kleinen kick in den tag. kann ich brauchen. schlecht geschlafen. vielleicht sollte ich mein feng shui überprüfen…. 😀


ich steh auf normalos.

frauen, die nicht mit mir über sartre, kafka oder den existenzialismus reden wollen, sondern über ihren job, oder die blöde kuh, die einen stock tiefer wohnt. über sartre, nietsche, kafka und schoppenhauer hab ich in meinem leben mehr gehört, als es darüber zu sagen gibt. eigentlich haben unsere eltern bereits alles gesagt, was es darüber zu sagen gibt. oder unsere grosseltern. der scheiss ist nicht originell.

philosophie gibts schon seit tausenden von jahren, und sie hat noch nicht eine beziehung oder freundschaft besser gemacht, höchstens mehr gequatsche gebracht.

davon hatte ich meinen teil, und hab auch meinen teil an „tiefen einsichten und fundamentalen ansichten“ in den strom der hehren gedanken gespühlt, der da die hirnschalen blank wäscht.

ich mag frauen, die geerdet sind, aber nicht in einer „die-erde-ist-mutter-und-ich-bin-ihre-tochter-vorallem-bei-vollmond“-art, sondern die „räum -deinen-scheiss-selber-weg“-art. ich will keine seelenverwandte. seelenverwandte sind doof.

die meisten seelenverwandten sind nicht besser als tante erna, die dich immer in die wange kneift. oder wie die engländer sagen „a pain in di ass“.

ich will jemanden, der selber denkt und das gedachte nicht dauernd mit mir teilen muss. ich bin gerne oberflächlich, ehrlich, der tiefsinnige scheiss macht das leben nicht besser, nur pathetischer.

ich vertrag mich mit buchhalterinnen, kaufmännischen angestellten oder wissenschaftlerinnen (nein, geisteswissenschaften zählen nicht). mit menschen, die zwar tolerant und weltoffen sind, mir aber nicht dauernd mit tiefsinn, kunst oder lebensweisheit kommen.

das heisst nicht, dass nicht auch mal elementare dinge zur sprache kommen können, aber nicht jeder mückenfurz hat noch tiefere aspekte.

vielleicht bin ich da ein wenig empfindlich. das hat wahrscheinlich mit meiner familie zu tun. meine mutter frühstückt mit konfuzius, meine tante channelt universale energie, mein vater ist sozialist mit dem herz auf der linken und der geldbörse auf der rechten seite.

ihr wisst schon, ich mag eigentlich das nette mädchen von nebenan, die ganz normale. ich weiss, keiner will normal sein, das hört sich langweilig an. aber verückt bin ich selbst. da liebe ich den ausgleich.

so, das musste mal gesagt sein.


immer wieder fragen mich leute, obs mir nichts ausmacht, wenn ich an öffentlichen anlässen keinen alkohol trinke. sie denken, das sei ein echter verzicht.

naja, wer schon mal an einem medien-apero nach zehn uhr gewesen ist, weiss, dass es eigentlich nur von vorteil ist, nichts zu trinken.

ich hab nichts gegen alkohol. für mich persönlich ist es einfach weder geistig noch körperlich gesund, alkohol zu trinken. bei anderen menschen macht mir das nichts aus. alkohol, der bereits in anderen menschen steckt, war nie mein problem.

im gegenteil, ich mags, wenn ich mit leuten zusammen bin, die ein bier oder etwas wein trinken. sie werden dann lockerer, verlieren etwas die hemmungen.

für jemanden wie mich, der schon von natur aus wenig schamgefühl und gar keine hemmungen hat, kann das katastrophal enden. einer der grossen vorteile am nicht-trinken ist, dass ich immer weiss, neben wem ich aufwache.

ein anderer vorteil ist, dass ich an hochzeiten nicht mehr der bin, der in die blumen-arrangements kotzt und der braut an den hintern fasst. (ok, streicht das mit „an den hintern fassen“, das könnte auch jetzt noch vorkommen…)

einzig nach zwölf uhr kann es anstrengend werden, wenn die umgebung zuviel trinkt. plötzlich wünsche ich mir die hemmungen meiner mitmenschen zurück. aber das haben sich meine bekannten früher bei mir wohl auch gewünscht. so leide ich wohl karmatechnisch unter den unlustigen witzen und den mutigen, aber extrem peinlichen anmachattacken meiner trinkenden kollegen auf die uns umgebende weiblichkeit.

und ich muss wohl noch das eine oder andere mal die haare einer frau zurückhalten, während sie mir über die füsse kotzt, bis meine sünden abgearbeitet sind.

hemmungen sind ein evolutionärer vorteil


neulich in der kantine. zwei redaktoren hängen ab:

red1: boah, hast du die neue gesehen?

red2: jau, nur kurven, augen und hirn.

red1: eigentlich sollte ich sie mal zum mittagessen einladen…

red2: ja, dass müsste man..

red1: hast du interesse?

red2: eigentlich schon, aber ich bin gerade ausgelastet. man muss prioritäten setzen als mann, sonst verzettelt man sich…

red1: kenn ich. ich hab im augenblick auch alle hände voll zu tun (macht obszöne grabsch-geste)

nachdenkliches schweigen…

red1: wir können das ja dem volontär abschieben.

red2: jau, delegieren ist eine sinnvolle sache

lieber ned (rockzipfel)

Veröffentlicht: September 23, 2009 in bildung, kultur, medien, musik, reda, soundblog, stil, zürich

und wieder mal ein geiles video mit geilem song von einem schweizer. röckzüpfel rulez!

zum thema pro tier

Veröffentlicht: September 23, 2009 in böse, bildung, kultur, leben, medien, musik, reda, soundblog

nicht nur ich, ich glaube die meisten (auch haustiere) denken so: