Archiv für Oktober, 2009


Ich war ein paar tage im panamesischen hochland, wo der weltbeste kaffee angebaut wird (der kaffee-post kommt, sobald ich wieder bilder hochladen kann).

Wir sitzen da also morgens im cafe, als die securitys der bank gegenueber ihre schicht beginnen.

Lateinamerikanische ssicherheitsleute haben etwas unheimliches. Es ist zwar unfair, aber die erinnern mich immer an irgendwelche paramilitaerischen todes-schwadrone…

Naja, die beiden, die an diesen tag die bank bewachten, waren nicht ganz so furchterregend. Ein aelterer mann und ein neuling. Der aeltere, ein capitan gibt die munition fuer den tag aus.

Der juengere ist ganz stolz, auf die uniform und auf seinen riesigen revolver.

Ich schau mir den jungen kerl an.

Ich: der typ traegt seinen revolver viel zu hoch. Der griff klemmt ihm direkt unter der achsel. Der sollte im ernstfall gar nicht erst versuchen, seine pistole aus dem halfter zu ziehen.

Biologin: soll er direkt durch das halfter schiessen?

Ich schaue die biologin an.

Offenbar erwecke ich den eindruck eines wilden pistoleros, der ganz genau weiss, wann man eine chance hat, schneller zu ziehen als der bandit und wann man rueckwaerts hechtet und die boesen mit einem schuss durchs holster niederstreckt. Redder el sheriff!

Ich: nein. Er sollte die beine in die hand nehmen und davonrennen so schnell er kann. der verdient bei weitem nicht genug, um sein leben und seine abgezaehlten patronen zwischen die bank und die banditen zu werfen…

Irgendwie find ich die vorstellung, dass es da oben in den bergen noch banditen gibt, mit wildem blick, verfilzten baerten und grossen pistolen irgendwie troestlich…

Viva la revolucion!

gorillaz

Veröffentlicht: Oktober 28, 2009 in bildung, erlebnisse, kultur, leben, musik, reda, soundblog

i’m happy, feel glad, got sunshine in a bag…

redder der froschkoenig

Veröffentlicht: Oktober 27, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, reise, stil
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ok, diese nacht war von reicher ausbeute gesegnet. nachdem ich bereits einige fledermaeuse und ein verliebtes capybara gesehen hab, brachte mich meine feldforscherin noch an einen teich.

dort koenne ich vielleicht mit viel glueck ein rotaugen-froeschlein sehen. bekannt von greenpeace-postern und national geographic-frontseiten.

naja, ich HATTE viel glueck. die natur scheint mich zu lieben 🙂

hier das froeschlein:

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und hier von vorne:

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und da eins nie reicht, war da gleich ein zweites:

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und zum schluss noch das kleinste grossmaul der gegend, der tungara-frosch

redders

redder der capybara-fluesterer

Veröffentlicht: Oktober 27, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, reise, stil
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gestern abend waren wir draussen, um ein wenig nach krokodilen ausschau zu halten. krokos haben wir leider noch keine gesehen, aber dafuer fischende fledermaeuse. habt ihr gewusst, dass es sowas gibt? ich nicht.

auf der weiterfahrt kreuzte ein capybara unseren weg. das ist so ne art groesserer bruder vom dingsda. mit einer schulterhoehe von vielleicht 50 cm. die sind echt suess, imfall.

ich aus dem auto und erst mal ein bild geschossen:

redders 019

und das viech? anstatt davonzurennen schaut es sich um, schnueffelt es und setzt sich hin. das hab ich mit meiner wirklich schlechten canon-cam gefilmt:

das tierchen scheint sich wohlgefuehlt zu haben, also bin ich noch naeher hin:
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nix angst. nur glotzen. also noch naher:
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ich dachte, jetzt legt es sich auf den ruecken und will gestreichelt werden! also noch einen schritt:
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ok, ich hab das viech nachher in ruhe gelassen, ich musste schliesslich noch andere tiere fotographieren. aber meine schoene biologin hat mir etwas irritert versichert, dass capybaras sonst nicht so zutraulich seien.

ich hab gesagt, dass das an meinem charme liege 🙂

redder in panama V: die elite-gruenen

Veröffentlicht: Oktober 26, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, reise, sinn, stil
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ich leb hier ja in einer gemeinschaft von biologen. und biologen sind sowas wie elite-gruene, ninja-oekos oder hardcore-baumschmuser. nicht, dass mein herz nicht auch fuer unsere umwelt schlaegt.

wenn g. mich in der redaktion boese ansieht, schmeisse ich sogar meine pet-flasche in die richtige recycling-tonne.

ich fliege sogar nur mit airlines, die ihre essensreste wiederverwerten: sie waermen das zeugs auf und setzen es den naechsten passagieren vor, immer wieder! das ist noch umweltbewusstsein!

aaaalso, irgendeiner biologin hier ist in den sinn gekommen, dass man auch hier den muell trennen kann. so gibts hinter dem forschungshauptgebaeude jetzt sieben oder acht muelltonnen, in die man sein papier, sein pet, weisblech, glas und alu reinschmeissen kann, saeuberlich getrennt.

jau, vorbildlich.

nur, die panamenos lachen dich aus, wenn du ihnen erzaehlst, du haettest verschieden arten von muell.

„ja“, denken sie, „die spinnen, die gringos“.

aber da die gringos gut bezahlen, laecheln die panamenos, nehmen die acht verschiedenen arten von muell, karren den dreck auf die naechste deponie und kippen ihn aus.

und da panamenos ehrenmaenner sind, kippen sie das zeugs auf acht verschiedene haufen, bevor dann ein bagger ueber den ganzen scheiss faehrt und ihn gleichmaessig verteilt….

wie gesagt, dass hier ist eine forschungsstation, mit lauter akademikern. hauptsaechlich amis. ich freu mch schon auf meine erste cocktailparty 🙂

demnaechts feiern wir halloween, so richtig amerikanisch. ich werde wohl als jack sparow gehen. muss mir heute gleich kajal kaufen….


wer seine bildung wie ich aus den serschiedensten walt-disney-naturfilmen, dem geographik-tv  und von grizmek hat, kann im echten leben seine uerraschungen erleben. da gabs doch diese ameisen, die ganze waelder leerfressen.

hier:
DSC01542

oder hier:
DSC01543

die ultragefraessigen blattschneider-ameisen. in meiner vorstellung waren die teile mindestens unterarmlang und konnten mit einem knipps einen finger abtrennen. ja, so sah ich als kind diese monster.

naja, die sind nicht groesser als unsere ameisen, sie haben nur mehr hunger…

aber heute morgen waren wir affen fuettern, um zu kontrollieren, ob sie ihren sender noch tragen. sender, pfft. voll 20. jahrhundert. das sind primaten wie wir (glaub ich)! denen koennte man ein handy in die hand druecken, und sie wuerden wie alle primaten alle zehn minuten ein sms senden, um dir mitzuteilen, wies ihnen geht, und wo sie gerade sind

„schatz, ich bin im tram und bin in etwa fuenf minuten zuhause“

und sie wuerden dafuer sogar noch bezahlen!

cotton top aeffchen mit banane

redders 007

ach ja, und irgendwelche akademiker-hippies denken, bei 34 grad und einer luftfeuchtigkeit von 178 % sei fahrradfahren eine adaequate fortbewegungsart. die finden dann solche grashuepfer auf ihren bikes:

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und den hier:

redders 006

ach ja, in den naechsten tagen gehen wir zu den krokodilen. den echten fetten, nicht zu den kleine handtaschen echsen. imfall.


ich leide immer noch ein wenig unter der zeitverschiebung. hier ist es vier uhr morgens und stockfinster. von draussen hoere ich die dschungelgeraeusche.

vorhin bin ich schnell raus, um eine zigi zu rauchen. der sternenhimmel ist gewaltig, wie ueberall in den tropen.

direkt rund ums haus gibts so einen streifen rasen, dahinter beginnt der dschungel. naja, dass was ich morgens um vier halt als dschungel verstehe. ungepflegte hippiebaeume, dunkelheit und die verschiedensten geraeusche. zirpen, pfeifen, eine art bellen und viel rascheln.

ich dachte mir, ich, ich koennte ja nachts mal alleine in die wildnis, wenn ich schon mal wach bin. vielleicht wuerde ich ja einem kuulen tier begegnen. also, los, in flipflops und ohne taschenlampe in den wald.

schon nach drei schritten wurde mir ziemlich mulmig. ich konnte nichts sehen, die geraeusche kamen von allen seiten und rundherum bewegten sich irgendwelche tiere.

wer meint, es sei idiotisch, unerfahren und alleine ohne licht in einen tropenwald zu gehen, von dem man nicht mal weiss, welche art tiere da sind, und wenn mans wuesste, wuerde man sie trotzdem nicht erkennen, weils eben stockfinster ist, hat recht.

ich stand also da zwischen den baeumen, mein herz schlug bis zum hals und ich hatte angst im dunkeln.

ploetzlich kratzte etwas ueber meine schulter. ich haette mir beinahe in die hose gemacht. ich wollte den kopf ganz lansam drehen, aber sofort kratzte es wieder auf meiner schulter.

ich entschied mich, den kopf nicht mehr zu drehen.

ich hatte jetzt zwei moeglichkeiten:

erstens: ich konnte in wilder panik kreischend mit meinen haenden auf meine schulter klopfen und hoffen, was immer da kratzte haette keine giftzaehne oder stachel.

oder ich konnte mich im zeitlupentempo zurueck zum haus begeben und im spiegel nachschauen, was da auf meiner schulter sitzt.

ich entschied mich aus image-gruenden fuer die zweite moeglichkeit, obwohl ich mich vor angst beinahe eingenaesst haette.

die zehn meter zurueck ins licht waren wohl die haertesten meines lebens (ausser mein spaziergang duch ein minenfeld in kambodscha). jedesmal wenn ich mich ein wenig ruckartig bewegte, bewegte sich das ding auf meiner schulter auch.

ich schaffte es bis zum haus, ohne gebissen oder gestochen zu werden. im glas der tuer konnte ich dann ganz klar erkennen, was da auf meiner schulter sass und kratzte:

es war der steife hemdkragen meines neu erworbenen hemdes, er bei jeder bewegung ueber der schulternaht kratzte….

SO erlebt mann abenteuer!

ach ja, bei der naechsten zigi spazierte ich der strasse entlang und fand heraus, dass der dschungel in dieser richtung gerade mal zwanzig meter misst, bis er an die naechste seitenstrasse stoesst