veteran der geschlechterkriege I

Veröffentlicht: Oktober 10, 2009 in beziehung, bildung, erlebnisse, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, liebe, musik, reda, Satire, sex, single, sinn, stil, zürich

nach meinem gestrigen post übers don juan-sein meldeten sich einige leser, die wissen wollten, wie denn das den wirklich sei mit den frauen und mir. ok, dachte ich, es ist zeit für meine geschichten aus dem geschlechterkrieg.

feuertaufe und erstes gefecht

*im schaukelstuhl zurücklehn* *pfeife anzünd* *brille zurechtrück* *katze streichel*

ja, meine kinder, ich war nicht immer der alte zyniker in beziehungsfragen, den ihr jetzt vor euch seht.

damals, in den siebzigern, als die emanzipation tobte, war ich ein verträumter junge mit wilden locken und zahnlücke. meine vorstellungen der liebe hatte ich aus kino und fernsehen. ich lebte also in einer fantasiewelt, während sich draussen die geschlechter an den kragen gingen.

in den siebzigern galt der penis als waffe der patriarchalischen unterdrückung. nach der freien liebe der sechziger zogen sich die parteien wieder hinter ihre barrikaden zurück.

aber mich ging das nichts an. ich war ein romantiker. jedes mädchen, in das ich mich verliebte, war im mindesten eine prinzessin, die ich vor dem drachen retten musste. ich schrieb gedichte und geschichten und briefe voller einsamer sonnenuntergänge, heldenhafter aufopferung und jeder menge tränen, die glitzernd irgendwo runterliefen, so dass der sonnenuntergang sich darin spiegeln konnte. und natürlich strände, auf denen man wahlweise einsam oder gemeinsam in eben diese sonnenuntergänge spazieren konnte. ihr wisst schon, zeugs, das die ersten tagebücher aller teenager füllt und später als sondermüll entsorgt werden muss.

ich war in meine pfadfinderführerin verliebt. ich radelte 25 kilometer, um ihr einen brief (mit feder und tusche geschrieben und am rand mit einer kerze angesengt) unter der tür durchzuschieben.

die älteren mädchen fanden mich süss. naja, so wie man einen hundewelpen süss findet. nicht gerade hilfreich in liebesdingen.

die gleichaltrigen fanden mich irgendwie schräg. naja, ich war irgendwie schräg. ich spielte nicht fussball, las freiwillig bücher und gebrauchte komische worte.

ok, ich wurde 13. und ich machte meine erste erfahrung mit der körperlichen seite der liebe. eigentlich ziemlich zufällig.

natürlich schlief ich mit keiner meiner angebeteten, sondern mit einem mädchen, das ich überhaupt nicht kannte. in gegenwart meiner wechselnden angebeteten war ich immer so unsicher, dass ich hätte losheulen können. ich getraute mich nie was zu sagen, und wenn, dann irgendwas wie „pfrrlmpf gn“.

doch ich wurde entjungfert. wir waren in einem skilager und mussten beide einen tag im haus bleiben, wärend alle anderen auf die piste durften. sie war ein jahr älter und hatte sich den knöchel verstaucht. ich hatte irgendwas ausgefressen und durfte deshalb nicht mit.

sie kam zu mir unter die dusche und wir spielten ein wenig herum, völlig ungehemmt von irgendwelchen romantischen anwandlungen. dann gingen wir weiter ins bett und schliefen miteinander. einfach, klar und naja, kurz.

viele frauen erzählen mir, ihr erster sex sei scheisse gewesen. mein erster sex war nicht scheisse, sondern schlicht und einfach enttäuschend.

so, dachte ich nach dreissig sekunden, das wars also? diese feuchte sauerei ist sex? deswegen machen die erwachsenen den ganzen aufstand? deswegen stürzen sich männer von brücken, frauen gehen ins wasser und drehbuchautoren verdienen millionen?

ich fühlte mich betrogen. und ich schwor der liebe in all ihren formen ab. für ein ganzes jahr.

so, meine kinder, genug für heute. morgen treffen wir uns wieder hier, und ich erzähle euch, wie die geschichte weitergeht. ihr werdet hören, wie unsicher ich immer war, wie ich mich uzm ersten mal in einer beziehung wiederfand und wie ich doch noch spass am sex bekam.

jetzt geht raus, spielen 😉

Advertisements
Kommentare
  1. m aus z sagt:

    soso 🙂

  2. d'Frou G. sagt:

    genau für diesen Song les ich diesen Blog weil ich weiss er kommt irgendwann immer mal wieder weil ich IHN liebe und ER und somit dieser Blog für gute Laune sorgt gute Laune gute Laune

  3. Sofasophia sagt:

    sooo süess … 😉
    irgendwie tröstlich zu wissen, dass auch andere so schüchtern waren …

  4. pixeldrawer sagt:

    Ich sag nur: ack!

    (ack, Abkürzung von Acknowledgement, Bestätigung)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s