redder, der verräter

Veröffentlicht: Oktober 14, 2009 in bildung, klugscheiss, kultur, leben, medien, Politik, reda, sinn, stil, terror, zürich

ich hab letzte woche einen linken vordenker angegriffen und habe seither von einigen alten genossen den vorwurf gehört, dass doch sowas nicht gehe. man müsse doch zuammenhalten in zeiten der minarett-initiative und rechte gefahr und blabla.

erstens mag ich keine vordenker. ich mag auch keine vorgekauten mahlzeiten. denken tu ich selbst.

und zweitens mag ich auch keine parteilinien oder blinde solidarität. wenn ich aussagen idiotisch finde, verhalten affektiert und meinungen unreflektiert, ist es mir egal, aus welcher politischen ecke sie kommen, dann gibts auf die mütze.

bei der politischen linken muss ich eher noch schärfer hinschauen, weil die rechte sich meist gleich selbst disqualifiziert.

linke haben den tief verwurzelten zwang, sich an „intellektuellen“ zu orientieren, während rechte  einfach dem lautesten dummschwätzer nachrennen.

nur, das prädikat „intellektueller“ garantiert nur, dass schwachsinn halt besser formuliert an die massen gerät. schwerer zu entdecken.

mein herz schlägt links, hat aber zum glück kein parteibuch.

wenn kritik als verrat gewertet wird, so what? wer keine kritik verträgt, bewegt sich ohnehin in eine totalitäre richtung.

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Kommentare
  1. Knubbelog sagt:

    tja, ob links oder rechts, jemand motzt garantiert immer.
    meine politische gesinnung hat sich bisweilen an „netten“ gesichtern einer (wirtschafts-) partei orientiert. irgendwann hats „bumm“ gemacht und ich habe die dinge so gedacht und gesagt wie ich will. basta. damit hatten einige kollegen keine freude. mir egal. ich bin so wie ich bin.
    mittlerweile bin ich zwar (weiterhin) in einer politischen organisation, habe (und behalte) trotzdem meine eigene meinung.
    massen propaganda – ob von links oder rechts – kotzt mich grundsätzlich an. klare, sachliche meinungen respektiere ich, auch wenn ich nicht einverstanden bin. kritik akzeptiere ich, wenn sie sachlich daher kommt. populistisch und stereotyp ist für mich ein ablöscher.
    meinung und meinungsfreiheit sind wichtig – extreme und kopfnicker sind gefährlich.
    leider gibt es in der schweiz – aus bequemlichkeit – zu viel „blinde“ solidarität. da spielt es keine rolle ob es sog. intelektuelle sind oder einfache büezer … oder?

  2. stoeps sagt:

    Wenn der Redder auf die Kacke haut, ist sie am dampfen! 🙂

    Aber Du sprichst mir aus dem Herzen. Mir geht der ganze ideologische Parteiengugus sowieso total am Sitzleder vorbei. Was soll die ganze Schubladisierung von Links und Rechts? Es gibt vernünftige Lösungen oder populistischen Quatsch. Und beides kann von allen Seiten kommen!

    Nicht nur unsere politische Landschaft, sondern auch die Gesellschaft sollte aufhören, soviel Energie in Ideologien zu stecken und dafür anfangen, lösungsorientiert zu denken und vor allem zu handeln. Ideologien sind wie Religionen. Sie hindern am freien Denken!

  3. animaxima sagt:

    da hast du wieder mal gut gebrüllt löwe…

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