redder in panama III: der mutige dschungelforscher

Veröffentlicht: Oktober 25, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, reda, reise, sinn, stil, terror
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ich leide immer noch ein wenig unter der zeitverschiebung. hier ist es vier uhr morgens und stockfinster. von draussen hoere ich die dschungelgeraeusche.

vorhin bin ich schnell raus, um eine zigi zu rauchen. der sternenhimmel ist gewaltig, wie ueberall in den tropen.

direkt rund ums haus gibts so einen streifen rasen, dahinter beginnt der dschungel. naja, dass was ich morgens um vier halt als dschungel verstehe. ungepflegte hippiebaeume, dunkelheit und die verschiedensten geraeusche. zirpen, pfeifen, eine art bellen und viel rascheln.

ich dachte mir, ich, ich koennte ja nachts mal alleine in die wildnis, wenn ich schon mal wach bin. vielleicht wuerde ich ja einem kuulen tier begegnen. also, los, in flipflops und ohne taschenlampe in den wald.

schon nach drei schritten wurde mir ziemlich mulmig. ich konnte nichts sehen, die geraeusche kamen von allen seiten und rundherum bewegten sich irgendwelche tiere.

wer meint, es sei idiotisch, unerfahren und alleine ohne licht in einen tropenwald zu gehen, von dem man nicht mal weiss, welche art tiere da sind, und wenn mans wuesste, wuerde man sie trotzdem nicht erkennen, weils eben stockfinster ist, hat recht.

ich stand also da zwischen den baeumen, mein herz schlug bis zum hals und ich hatte angst im dunkeln.

ploetzlich kratzte etwas ueber meine schulter. ich haette mir beinahe in die hose gemacht. ich wollte den kopf ganz lansam drehen, aber sofort kratzte es wieder auf meiner schulter.

ich entschied mich, den kopf nicht mehr zu drehen.

ich hatte jetzt zwei moeglichkeiten:

erstens: ich konnte in wilder panik kreischend mit meinen haenden auf meine schulter klopfen und hoffen, was immer da kratzte haette keine giftzaehne oder stachel.

oder ich konnte mich im zeitlupentempo zurueck zum haus begeben und im spiegel nachschauen, was da auf meiner schulter sitzt.

ich entschied mich aus image-gruenden fuer die zweite moeglichkeit, obwohl ich mich vor angst beinahe eingenaesst haette.

die zehn meter zurueck ins licht waren wohl die haertesten meines lebens (ausser mein spaziergang duch ein minenfeld in kambodscha). jedesmal wenn ich mich ein wenig ruckartig bewegte, bewegte sich das ding auf meiner schulter auch.

ich schaffte es bis zum haus, ohne gebissen oder gestochen zu werden. im glas der tuer konnte ich dann ganz klar erkennen, was da auf meiner schulter sass und kratzte:

es war der steife hemdkragen meines neu erworbenen hemdes, er bei jeder bewegung ueber der schulternaht kratzte….

SO erlebt mann abenteuer!

ach ja, bei der naechsten zigi spazierte ich der strasse entlang und fand heraus, dass der dschungel in dieser richtung gerade mal zwanzig meter misst, bis er an die naechste seitenstrasse stoesst

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