abenteurer zum selberbasteln

Veröffentlicht: November 9, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, reda, reise, Satire, stil
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so, liebe kinder, wir haben wieder mal bastelstunde (hier die aelteren anleitungen)

heute basteln wir uns einen traveler/abenteurer.

zuerst nehmen wir einen 10-jaehrigen, pickligen jungen und stecken ihn in die stadtpfadfindergruppe „wildlife“ bis er achtzehn ist, 156 knoten knuepfen und ein grosi in 0.7 sekunden ueber die strasse bringen kann.

parallel lassen wir ihn karl may lesen: „Durchs wilde Kurdistan“, „Der Madhi“ etc. natuerlich muss er sich alle indiana jones- und tomb raider-filme ansehen.

ok, wir geben ihm einen job im buero, wo wir ihn arbeiten lassen, bis ers nicht mehr aushaelt.

jetzt lassen wir ihn einen flug buchen. wahlweise sahara, suedamerika oder mekong-delta.

jetzt muss er ja noch die zeit bis zum abflug hinter sich bringen. erst lassen wir ihm einen bart wachsen. dann stecken wir ihn in einen outdoor-shop. dort darf er sich alles kaufen, was khaki-farben, gruen oder braun ist, mindestens 18 taschen hat und die marke mit unzerstoerbarem faden aufgenaeht ist. einen guertel gibts nur mit mindestens drei taschen.

unterwaesche gibts nur aus gore-tex. camouflage ist pfui. das ist fuer militaerkoepfe und angeber.

ok, so ausgeruestet, mit einem 30-klingen-schweizer-armeetaschenmesser in der tasche und einem lonely planet in englisch in der hand schicken wir ihn los.

ok, sobald er irgendwo angekommen ist, lassen wir ihn vom ersten taxifahrer uebers ohr hauen. wenn er es merkt, ist er stolz und freut sich ueber die erste echte reise-erfahrung. das ist schon beinahe wie ausgeraubt werden.

wir lassen ihn in seiner laecherlichen montur durch die touristengegenden stolzieren, bis er genug selbstsicherheit hat, dass ihm die abschaetzigen blicke nichts mehr ausmachen.

JETZT kaufen wir ihm einen indiana-jones-hut. er ist seelig.

ok, genug vorbereitung. jetzt gilts ernst.

wir buchen ihm einen halbtages ausflug inklusive besuch bei den eingeborenen (wahlweise tuaregs, indios, vietnamesische bergstaemme).

kaum sieht er einen eingeborenen, setzt er sich auf seine fersen und grinst ihn an. mit haenden und fuessen versucht er ihn zu befragen und (als schweizer viel wichtiger!) ihm zu erklaeren, wie mans richtig macht. („eure wueste/urwald ist wirklich schoen. aber bei der organisation gaebe ein paar einfache tricks, die es euch leichter machen“)

wer  hats erfunden? 🙂

natuerlich darf der traveler/abenteurer nicht alleine unterwegs sein.

wer macht sonst all die kuulen bilder, die er auf facebook stellen muss?

fertiger abenteuerer, aber aus der serie 2.0 (weiter gereist, aelter und eingebildeter)

DSCN4248

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