der flug

Veröffentlicht: November 14, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, reda, reise, Satire
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ich flieg ja fuer mein leben gern. auch in kleinen maschinen.

hier in panama hat das fliegen jedoch so seine tuecken. auf dem weg von panama-city zu einer kleinen pazifik-insel hab ich meinen frieden mit gott gemacht. und mit allah. und mein buddhistisches karma-konto einer tieferen ueberpruefung unterzogen.

am nationalen flughafen durften wir unser flugzeug besteigen. eine zweimotorige maschine unbekannter herkunft.

wahrscheinlich gibts die firma, die es gebaut hat, schon seit den sechzigern nicht mehr, da sie infolge zu erbringenden versicherungsleistungen kunkurs gemacht hat.

ok, ich liess mich nicht von den brandgeschwaerzten flugeln abschrecken, sondern stieg mutig die wackelige treppe empor.

drinnen setzte ich mich auf einen sitz (jeder sitzt, wo er gerade will) und wollte mich angurten. das flackernde lichtzeichen neben dem cockpit wies mich ausdruecklich darauf hin.

naja, die eine haelfte des gurtes hab ich gefunden. egal, im notfall haette ich mich mit beiden haenden daran festklammern koennen. obwohl, irgendwie bezweifle ich, dass mich ein sitzgurt bei einem absturz retten koennte. auch kein halber…

aber ich war froh, aus dem tropenregen wieder im trockenen zu sein.

mehr oder weniger. auf meiner seite tropfte der tropenregen direkt auf meinen sitz.

ha, werden jetzt viele denken, das war bestimmt kondenswasser der klima-anlage.

ha, lache ich zurueck, klima-anlage! von einer klima-anlage traeumt dieses flugzeug, wenn es betrunken ist. tz.

ausserdem braucht es keine klima-anlage. in hoehen, wo es kalt genug waer, um eine heizung zu brauchen, kommt dieses teil nicht mal, wenn alle passagiere in die luft springen. ausserdem hatte es frischluftzufuhr.

wir starteten, waehrend der pilot irgendeine durchsage machte (wahrscheinlich „fasten your seat belt“ hehe, oder „rauchen ist auf der toilette veboten“)

alle panamenos waren noch intensiv mit ihren handys beschaftigt. telefonieren, sms schreiben, was man halt so macht, waehrend ein flugzeug gerade startet.

in der luft regnete es wenigstens nicht mehr auf meinen sitz, da der kabinen innendruck hoeher war und die schlechte luft nach draussen entwich.

der flug war ruhig, der pilot ein profi.

als wir dann die insel anflogen, konnte ich durchs fenster sehen, dass die landebahn quer ueber die insel, von einem kleinen strand zum anderen reichte.

naja, wir waren sicher nicht die ersten, die da landeten.

mulmig wurde es erst, als ich im landeanflug durch die frontscheibe im cockpit den strand, die brandung und sonst nicht mehr sehen konnte.

aber ich lebe noch. der pilot landete echt sanft…

das cockpit: einige geraete wurden entworfen, als die menschen noch dachten, die erde sei flach:
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die geschwaerzten fluegel konnten mich nicht beeindrucken:
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Kommentare
  1. Sandro Pfammatter sagt:

    Hä? Und das war ein schlimmer Flug? Ok, auch ich habe manchmal meine hypersensiblen Tage…

  2. redder sagt:

    he, das war alles voll gefaehrlich und so. 😉

  3. Maria Walther sagt:

    Bei diesem Flugzeug war die Situation wenigstens auf ersten Blick gut uebersichtlich, was bei anderen nicht immer der Fall ist….

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