Archiv für Januar, 2010


also, ich bin jetzt seit zwei tagen götti.

irgendwie dachte ich, wenn dann der kleine mal auf der welt ist, dann sei alles gut, dann könne man aufatmen und ruhig den rest angehen. keine ahnung, wie ich auf so einen schwachsinn komme.

ungefähr 37 sekunden, nachdem die nabelschnur durchtrennt war, machte ich bekanntschaft mit der wunderbaren welt der sorgen. bunt und manigfaltig breiten sie sich vor mir aus.

mir kamen gedanken, von denen ich noch nicht mal wusste, dass ich mich darüber sorgen kann. von der lufttemperatur bis zum herzrhytmus birgt in meiner vorstellung alles den keim einer katastrophe.

ok, jetzt zeigt sich, ob die spende für meinen buddhistischen meditationskurs für gelassenheit nicht aus dem fenster geworfenes geld war….

sommer kommt

Veröffentlicht: Januar 27, 2010 in bildung, kultur, leben, musik, reda, soundblog, stil

vielleicht noch nicht gleich. aber er kommt sicher. und bis dahin:

harte frauen

Veröffentlicht: Januar 26, 2010 in böse, erlebnisse, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, reda, Satire, sex, sinn, stil, zürich

inzwischen weiss ich, wieso die frauen das stärkere geschlecht sind.

das liegt nicht am gebären, das ist nur hormoneller pipifax, das würden wir männer mit links hinkriegen, wenn wir denn eine chance hätten.

die wirklich harten sachen bestehen die damen im alltag:

heute an der tramhaltestelle. ein rudel junger bis mittelalter damen, alle überaus schlank, warten mit mir aufs tram.

alle damen in sehr kurzen röcken, dunklen, irgendwie netzigen strümpfen und highheels. bei gefühlten minus 10 grad.

ich hab mir sogar im mantel, mit meinen neuen winterschuhen und schal den arsch abgefroren. ich hab erwartet, dass die knie der girls zitterten wie frierende hunde. aber die mädels kicherten und liessen sich nichts anmerken.

ich kenn das aus london, aber da liegts am alkohol, dass die bauchfreien mädchen mitten im winter mit ihren miniröckchen auf dem gehsteig sitzen. und die kriegen nach einer weile blaue lippen und blasenetzündung, obwohl die meist viel besser gepolstert sind als die zürcher griiten.

die damen  an meiner haltestelle lachten und hatten fröhlich rote lippen.

naja, wenigstens die, die ich sehen konnte.

naja, irgendwann hab ich dann aufgehört, auf ihre beine zu glotzen und zu warten, dass sie zittern.

ja, sie sind hart im nehmen, die zürcher seefeld-amazonen. aber…..:

die blasenentzündeungen sorgen dann wieder für den ruin des gesundheitswesen und zum hormonellen überdruck bei den partnern….


eine unserer praktikantinnen entdeckt mit ihrem freund die unbegrenzten weiten der sexualität.

sie gehen in eines dieser stilvollen und eleganten erotik-geschäfte (nicht in einen schmuddeligen sexshop mit demselben angebot, nur billiger).

dort kaufen sie muuutig ein paar handschellen.

wieder zu hause, er ist schon ein wenig aufgeregt, gehen sie ins schlafzimmer.

dort stehen sie ratlos vor ihrem bett.

die schlafstatt verfügt über keinen rahmen, an dem man die handschellen festmachen könnte…

aber unsere andere praktikantin toppt die geschichte:

ihr freund bringt ihr sexy strümpfe ins bett.

sie: „socken? aber ich hab keine kalten füsse….“

geil, aber wo festmachen?


ich beim kafi im myplace. supersingle kommt herein, völlig verstört, wirft etwas vor mich auf den tisch.

ich: „hm?“

er: „sie ist teuflisch!“

ich: wer?“

er: „na die deutsche von neulich! ich habs gar nicht gemerkt!“

ich: „was?“

er: „wir sind verabredet für heute abend. vorhin schickte sie eine sms, sie komme später. aber das mache ja nichts, ich hätte ja den wohnungsschlüssel!“

er schluckt leer.

er: (hohläugig mit grabesstimme): „ich hab ihren wohnungschlüssel!“

er: „ich weiss nicht, wie das geschehen konnte. sie hat mir ihn unter irgendeinem vorwand ausgehändigt. aber das ist nicht das problem. ICH HABE IHN NICHT ZURÜCKGEGEBEN!

mein unterbewusstsein will mehr wohnungsschlüssel als mietverträge! das ist der anfang vom ende! das ist die midlife-crisis für supersingles! aufs alter doch noch in eine beziehung! alles nachholen, was normale menschen mit 25 ausprobieren: kinder, hund, zweitwagen!“

ich: „nanana *kopftätschel* irgendwann erwischts uns alle“

er (jammert): „sie war so unauffällig, absolut nicht aufdringlich und plötzlich, zack, hab ich ihren wohnungsschlüssel!“

wir schweigen und betrachten den schlüsselbund, der vor uns auf dem tischchen teuflisch leuchtet….

to be continued…..

facebook fuer journis

Veröffentlicht: Januar 24, 2010 in blogging, klugscheiss, kultur, leben, medien, Politik, reda

Etablierte printjournalisten tun sich noch immer schwer mit dem web. Sei es, weil sie denken, sie seien web. 2.0, weil sie ohne technische hilfe ihren printartikel online stellen koennen, sei es aus standesduenkel gegenueber den online-kollegen.

Durch ignoranz hat sich aber noch nie ein defizit aus der welt schaffen lassen.

Was die meisten printjournis nicht verstehen, ist die beschaffenheit des webs.

Das web heisst web, weil ich die erschuetterung an meinem bildschirn spuere, wenn 1000 kilometer weiter weg eine fliege ins netz geht.

Ok, inzwischen haben die meisten ein facebook-profil. Aber leider nicht die geringste ahnung, wie man es als journi nutzt.

Viele kollegen fragen mich, wieso ich 1600 fb-freunde habe.

In meinem facebook-netzwerk kann ich intuitiv stimmungen erfassen. Je breiter und heterogener die zusammensetzung der freunde, um so spuerbarer die stimmung in der bevoelkerung.

Viele journis verkehren in ihrer freizeit nur mit anderen journis, werbern und sonstigen medien- oder kreativfuzzis und haben keine ahnung von ihren lesern. Mit breiter virtueller vernetzung kann man wieder ein gefuehl dafuer kriegen, fuer wen man schreibt, und was diese menschen bewegt.

Nebenbei ist die wahrscheinlichkeit, das etwas aktuelles zuerst in einem facebookstatus auftaucht, bevor es ueber den newsticker geht immer hoeher.

Zuerich ist die stadt mit der hoechsten facebook-accountdichte im verhaeltnis zu den einwohnern. Die zahl der leute, die einen account haben wird wohl die derer uebersteigen, die ein abo fuer eine bezahlzeitung haben.

Die waehrung im netz ist information. Die arbeit des journalisten ist es, tendenzen zu erspueren und aus einer milliarde bits das koernchen gold zu schuerfen, das eine geschichte ergibt.

Die klassische recherche ist deshalb nicht ueberfluessig, nur um welten erweitert.

Ausserdem ist es tatsache, dass menschen online mehr von sich preisgeben, weil sie sich geschuetzter fuehlen.

Naja, ausser die paranoiden medienfuzzis 🙂

dieser beitrag wurde uebrigens im tram auf einem handy geschrieben

So, genug gepredigt


naja, ohne die moderne technik bin ich aufgeschmissen.

wenn ich zum beispiel im riesensupermarkt meine gspaenli verliere, nehm ich mein handy und ruf an:

„ich bin zwischen den fertigsossen und der pasta, wo seid ihr?“

und mit GPS findet man dann wieder zueinander.

leider gibts in deutschland riesensupermaerkte, die unterirdisch angelegt sind und keine handy-netztechnik in den waenden verlegt haben.

da stier ich dann hilflos auf die fehlenden balken bei der empfangsanzeige.

und nach ein paar minuten fuehl ich mich wieder wie ein dreijaehriger, der sein mami im migros verloren hat.

die dame am kundendienst wollte aber meine begleiter nicht ausrufen, trotz all meiner traenen nicht. dabei waers doch so einfach gewesen:

achtung, achtung! der redder wartet beim kundendienst auf euch. ihr muesst euch nicht beeilen, wir haben genug spielsachen und er hat einen schleckstengel bekommen“