Göttibub Dorian stellt sich vor…

Veröffentlicht: Februar 14, 2010 in beziehung, bildung, erlebnisse, familie, geschichten, leben, liebe, reda, sinn, stil, zürich

hallo ihr da draussen

Ich bin Dorian Malik und erblickte am 27. Januar um 18.55 Uhr das Licht des Geburtsaals. Ich war 3010 gr. schwer und 49 cm kurz. Meine Mama erzählte mir, dass es an diesem Tag ganz doll geschneit hat draussen.

Leider konnte ich den Schnee selber nicht sehen, weil es bereits dunkel war, als ich wie ein Düsenjet durch den Geburtskanal donnerte.
Mein Papa und meine Tante haben mich in Empfang genommen. Mein Götti wartete mit der Havanna im Mund vor der Tür. Natürlich habe ich es sehr genossen, von allen bestaunt und bewundert zu werden.
Papa meint, ich hätte ihn und Mama in den Tagen nach der Geburt ganz schön auf Trab gehalten. Aber für mich war es spannend, zweimal mit der Ambulanz durch die Stadt zu düsen.
An die ersten Tage kann ich mich gar nicht so recht erinnern. Mama erklärt, das komme daher, dass ich so viel schlafen musste um gesund zu werden.
Im Moment bin ich noch im Spital und schlafe ich mit ganz vielen anderen Babys im Zimmer. Da läuft immer was. Meine Eltern sind jeden Tag bei mir und verwöhnen mich, was mir super gefällt. Meine Mama sagt immer, dass die Wicklerei mit mir eine Herausforderung ist. Hmm – Ich finde es eben lustig, ihnen während des Windeln wechselns noch das eine oder andere Geschenk zu machen 🙂
Manchmal stehen ganz viele Menschen in weissen Kitteln um mich rum und diskutieren irgend etwas. Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz kapiere, was das alles soll.
Die grossen Menschen sprechen auch darüber, dass ich etwas ganz Besonderes bin. Logisch – was meinen die den. Sie sagen ich sei ein Trisomie-Kind und würde wohl mal anders werden, als die anderen Kinder. Weiss der Geier was die damit meinen. Wenn ich mich so umsehe im Zimmer, machen alle Babys in die Windeln und nuckeln an der Flasche. Papa meint, dass ich egal ob ‚besonders‘ oder ‚anders‘, sowieso ein cooler Boy werde. Ausserdem passe ‚anders sein‘ in unsere Familie. Ich finde meinen Papa übrigens auch ganz toll. Wer hat den schon einen Papa mit einem grossen Drachen auf dem Bauch.
Mein Papa und meine Mama möchten mich unbedingt nach Hause nehmen. Sie meinen Zuhause sei es am schönsten. Leider weiss ich noch nicht, was ‚Zuhause‘ genau ist. Aber sie werden schon recht haben. Schliesslich sind sie meine Eltern!
Mama und Papa finden, dass ich genau die richtigen Namen bekommen habe. Mama sagt, Dorian bedeute ‚das Geschenk‘ und Malik heisse ‚der König‘. Papa meint dann lachend, dass ich zurzeit eher ein kleiner Prinz sei.
Ich bekomme oft Besuch. Meine Grosseltern, mein Onkel, meine Tante, mein Götti, mein Gotti und die Freundinnen meiner Mama…. alle kommen vorbei, plappern mit mir und finden mich zuckersüss. Schon interessant, was die alles zu sagen haben.
Am liebsten schlafe ich bei Papa auf dem Arm. Bei Mama an der Brust ist es aber auch nicht schlecht. Wenn ich in meinem Bettchen liege, will ich meinen Schnuller – sonst wird mir langweilig. Ausserdem liebe ich meinen singenden Frosch. Mama hat mir erzählt, dass ich den schon mochte, als ich noch in ihrem Bauch war. Schon damals habe er mir vor dem schlafen gehen, immer etwas vorgesungen.
Nun bin ich aber müde und muss noch eine Runde schlafen. Schliesslich will ich ja, dass meine Eltern mich endlich mitnehmen dürfen. Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf mein blaues Kinderbett.

Dorian ist inzwischen bei seinen eltern und es geht ihm gut.

Kommentare
  1. Helen sagt:

    Süss und sehr berührend – Danke Reda!

  2. redder sagt:

    hat nathi geschrieben 🙂

  3. marc sagt:

    huhu reda

    ist aber nicht gerade die vorteilhafte foti von dorian….da hast du bessere
    grutz

  4. Was für ein wunderschönes Baby und herziges Foto. Ja manchmal geht Gott unverständliche Wege, aber ich bin sicher, dass dieses Kind hundert- und tausendfach geliebt wird und zurückliebt. Willkommen kleiner Erdenbürger!

  5. Sofasophia sagt:

    ich bin berührt. wunderbar geschrieben! wenn doch diese selbstverständlichkeit im umgang mit dem anders-sein verbreiteter wäre!
    danke!

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