sexualität und menschenbild

Veröffentlicht: April 5, 2010 in beziehung, bildung, erlebnisse, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, liebe, reda, sex, single, sinn, stil

im zusammenhang mit einem älteren post und einige meiner pinup-bildern, die in meiner wohnung hängen, wurde ich von einem leser nach meinem frauenbild gefragt.

Phuo, dachte ich.

ich hab kein frauenbild. natürlich hab ich bilder von frauen, jede menge. aber das ists wohl nicht

also, ich kann eine unmenge dinge besser als frauen. im stehen pinkeln zum beispiel. oder machomänner-wer-ist-der-geilere-siech-gespräche führen. Naja, so auf die schnelle kommen mir gerade nicht mehr beispiele in den sinn. Aber es gibt sicher noch was, ich schwör!

ich kenn männer, die behaupten, frauen seien nicht rational. Naja, eine frau, die mir ungeheuer nahesteht, nervt mich manchmal mit ihrer wissenschaftlichen sichtweise der dinge. Vielleicht versteh ich sie einfach nicht, weil sie viel gebildeter und dazu noch viel intelligenter ist und ihre argumente immer säuberlich rational aufreiht. Und ich bin eher der typ, der sich auf intuition und erfahrung verlässt. Aber so ist schon mal das eine klischee widerlegt. Wenigstens für mich.

dann gibt es frauen, die behaupten, frauen hätten mehr soziale fähigkeiten. Hm. Wenn ich mir die jammergeschichten über misslungene beziehungen, über immer wiederkehrende wahl von arschlöchern als lebenspartner und über unerträgliche arbeitskollegen, die ich mir von freundinnen anhören musste, ins gedächtnis rufe, zweifle ich an dieser these.

ich nenne mich individual-anarchist. für mich zählt in erster linie das individuum, nicht das geschlecht.

Nun kommen wir zum verzwickteren anteil des frauenbildes, dem sexuellen.

Frauen dürfen alles.

Sie dürfen  ein ruhiges, monogames leben führen, genauso wie sie sich als sex-objekt vermarkten lassen dürfen. Sie dürfen mit ihren sexuellen reizen spielen, oder sich und andere dafür verfluchen, dass ihre brüste mehr aufmerksamkeit bekommen, als ihre inneren werte. das schlüsselwort ist eigenverantwortung.

was mich wirklich nervt, sind männer oder frauen, die anderen ihren umgang mit sexualität vorschreiben wollen. Und da ist es mir egal, ob das 70er-jahre-emanzen sind oder christliche fundamentalisten, die frauen ihre sexualverhalten einschränken wollen.

was mich persönlich auch nervt, sind frauen, die ihre eigene sexualität verleugnen und die verantwortung der gesellschaft abschieben.

„ich will als mensch wahrgenommen werden, und nicht nur als frau!“

so ein scheiss. von george clooney wollen die damen dann meist doch lieber als frau wahrgenommen werden. wir sind nun mal eine spezies mit zwei geschlechtern, die darauf ausgelegt sind, unseren bestand zu sichern.

die gesellschaft ist in erster linie ein sündebock für eigene unzufriedenheit. das sie sexuell beeinflusst ist, liegt nicht an der gesellschaft, sondern am menschen.

das beide geschlechter in erster linie körperlich aufeinander reagieren und dass wir uns gegenseitig erst mit den sinnen und dann erst mit dem verstand wahrnehmen, ist eine biologische und evolutionär erfolgreiche tatsache.

ch sehe nun halt erstmal die frau, bevor ich mich mit ihr unterhalte. wenns zum gespräch kommt, sind in meinem körper bereits die verschiedensten hormone aktiv, die meine stimmung dieser frau gegenüber diktieren.

das ist übrigens auch umgekehrt so. erst sehen, riechen, hören, und erst dann mit verzögerung, denken.

Ok, frauen sind für mich sex-objekte.

bin ich auch. Sind wir alle. Das heisst nicht, dass ich frauen nichts anderes zutraue. Das heisst nur, dass sexualität in sämtlichen sozialen belangen zwar nicht unbedingt die offensichtlichste, aber immer die stärkste treibende kraft ist.

viele menschen würden dem widersprechen. weil sie sich ihrer motive so sicher sind. Blabla. Vielleicht hat der dalai lama keine sexuelle motivation. Ich denke aber eher, dass er sich seiner sexualität bewusst ist, und die enstehende energie produktiv sozial nutzt.

der mensch ist in erster linie ein sexuelles wesen, deshalb existiert er, darauf ist sein körper, seine sinne und sogar sein intellekt ausgelegt. fortpflanzung ist der in unser wesen geschriebene imperativ.

Nun kann ich das entweder gesellschaftlich verleugnen, weit in meinem verstand zurückdrängen und damit nie wirklich verstehen, wieso menschen die dinge tun, die sie tun…

oder ich kann mich der allgegenwärtigen unterschwelligen sexuellen motiven öffnen und einen tieferen einblick in meine mitmenschen gewinnen. Das kann ich sogar mit genuss tun.

Also, ich hab eigentlich kein frauenbild. Ich habe ein sexuell geprägtes menschenbild.

wäre mein menschenbild unzutreffend, wären wir ausgestorben. Es gäbe keine fortpflanzung, keinen ehrgeiz und noch nicht mal tv-werbung.

Sex sells – aber nicht nur das, sex rulez.

sex ist der joker der evolution: damit kann man sich sogar pannenhilfe kaufen

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Kommentare
  1. Elidea sagt:

    Du sagst es, was wären wir ohne Sex. Ich liebe es.

  2. Genial geschrieben, du sprichst es überdeutlich aus!

    Besonders: „…Wenn ich mir die jammergeschichten über misslungene beziehungen, über immer wiederkehrende wahl von arschlöchern als lebenspartner und über unerträgliche arbeitskollegen…“

    In der tat, hab ich auch schon oft gedacht.

    aloha
    fox

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