Archiv für Mai, 2010

amok-hunderetterin von samui

Veröffentlicht: Mai 18, 2010 in Uncategorized

auf ko samui gibts ne deutsche mit grossem herz für tiere. aber mit wenig hirn.

sie rennt wie manisch herum und „rettet“ hunde, in dem sie sie vom strand wegholt und ihnen adoptiv-eltern in deutschland und der schweiz sucht. und findet.

versteht mich nicht falsch, ich bin ein grosser tierfreund. und ich denke, dass leidende strassenhunde adoptiert werden müssen. ich hab selber einen dreibeinigen strassenhund und einen geretteten kater in der familie

aber die hunde auf samui und phangan sind da vielleicht eine ausnahme. sie werden von morgens bis abends gefüttert, graben sich kühle löcher in den sand, wo sie dann rumliegen, um zwischendruch mal ins meer zu rennen. sie spielen miteinander, bilden rudel und bewachen die bungalows.

die meisten sind eher fett als mager und keiner ist bissig.

eine liebe biologin meinte, dass die „wilden“ hunde die örtlichen kleintiere jagen und ein ungleichgewicht bringen.

diese faulen flohsäcke jagen nicht mal mehr ihren schwanz. wieso sollten sie auch. die touristen stehen von den tischen auf und bringen ihnen das fressen an den platz.

wenn ich ein hund wär und da so eine amoklaufende hundeherzdame kommt und mich vom strand wegschleppen und in eine dreizimmerwohnung in münchen oder schaffhausen entführen will, würde ich mich mit zähnen und klauen wehren.

ich würde sie sooo in ihren sonnengeröteten arsch beissen, dass sie nie mehr einen hund retten wollte.

so.

to europe? no please!


ein paar freunde hier unten auf der insel haben mir eine geschichte erzählt, die ihnen ihre verwandten aus bangkok erzählt haben, die sie von leuten gehört haben, die dabei waren.

eine übliche verlässliche boulevard-quelle also.

die schiessereien bei den unruhen seien eigentlich die schuld der polizei. nicht, weil die schiessen, sondern weil:

bei einem der ersten einsätze gegen die gewaltbereiten protestler hätte die polizei hunderte tränengasgranaten auf einmal abgeschossen.

clever.

nur, dass die polizisten gegen den wind geschossen haben und selbst nicht mit gasmasken ausgerüstet sind.

im anschliessenden handgemenge zwischen den gut vermummten demonstranten und weinenenden polizisten verloren die beamten mehr als 500 schusswaffen (oder 50, je nach quelle).

erst ab da hätten die protestler zurückschiessen können. und deshalb musste dann das militär durchgreifen.

eigentlich eine schöne geschichte. aber irgendwie habe ich das gefühl, ich hätte sie schon irgendwo gehört. bei irgendwelchen anderen auseinandersetzungen….

schmuck, die antidemo-einheit, gut gepanzert, aber ohne gasmasken:


jaja, so sind sie, die thais


koennt ihr euch noch ans A-Team erinnern? das spezialkommando auf der flucht, das aus lauter experten bestand?

hannibal als chef mit zigarre, Mr. T als schwarzer mann mit muskeln fuers grobe, face als charmeur und betrueger und dann natuerlich murdock fuer die unkonventionellen ideen?

hier bilden die travelergriiten auch solche teams. eine ist immer das huebsche naivchen, das mit jedem mitgehen wuerde und alles so super und so suess findet.

ihr zur seite die organisatorin, die immer im auge behaelt, wer wieviel drinks hatte, wer bezahlt und vorallem,  wer wo NICHT schlafen sollte. kampfglucke mit vergoessertem verantwortungsgefuehl.

die dritte im bunde ist dann die einzelgaengerin, eigentlich eine zicke, die nur auf sich selbst schaut, dafuer aber auch mal neue wege geht und verantwortung fuer sich selbst uebernimmt.

die wackeln dann die kao san road entlang und empfinden einen wohligen schauer, wenn sie all die taetowierten hippie-buben sehen. aber anschauen reicht, das ist genug abenteuer. sie koennen ja nicht wissen, dass der wilde rasta eigentlich kaufmaennischer angestellter in kloten oder bielefeld ist.

manchmal, wenn mir langweilig ist und mein ego ein wenig streicheleinheiten braucht, lasse ich mich fuer ein paar minuten auf ein gespraech mit einer solchen gruppe inklusive rastabegleiter ein.

ich flirte aus sicherer distanz, erzaehle geschichten uebers reisen, ueber drogen, wie man wieder davon loskommt und dass man jetzt eigentlich urlaub hat, aber als journi halt immer ein auge auf das aktuelle geschehen hat……

ach scheisse, so tief bin ich schon gesunken? gut, dass ich den flug in den sueden schon gebucht habe.

hier in bangkok werde ich innerhalb 24 stunden zum kotzbrocken…..

einfach im kleidchen:

schizophrenes bangkok brennt

Veröffentlicht: Mai 16, 2010 in Uncategorized

bangkok brennt. naja, ein bisschen, dafür aber heiss.

gestern, bei meiner fahrt vom flughafen ins hotel, kreuzten wir auf der elevator-road die rama IV, die strasse, in der sich die schiessereien und proteste konzentrierten, wo leute starben und sterben. rauchfahnen und gestank nach verbranntem gummi lag in der luft.

der taxifahrer wies nach unten und fragte mich, mit blick auf die kamera, ob ich vorbeischauen wolle.aber nicht so, als ob da politische unruhen abgehen, eher so, als ob die geisteskranken westler sowas halt sehen wollten.

ich wollte nicht. solange ich keine gefahrenzulage bekomme, halte ich mich von den auseinandersetzungen fern.

ein paar autominuten weit weit, dieselbe stadt: hippie-touristen schlürfen ihr thai-curry, stassenhändler drehen deppen kitsch an. alles wie immer.

wenn man die thais fragt, meinen sie: „es gibt keine unruhen. nur ein wenig protest.“

was viele westler nicht verstehen, ist, dass die thais ein stolzes volk sind. sie wollen keine westlichen gaffer. das ist einer der gründe, wieso immer wieder westliche journalisten unter den verletzten sind.

die thais sind in clans organisiert, der norden und der süden. mafia. die einen haben die baumafia und den tourismus, die anderen prostitution und drogen. und beide nutzen politischen einfluss.

das clansystem hat immer funktioniert. die thais haben es in den letzten zwei jahrhunderten geschafft, sich die amis, die franzosen und die engländer vom hals zu halten. da wollen sie auch jetzt ihren scheiss alleine regeln.

so ungern ich es auch zugebe, bisher war das militär der garant der demokratie in thailand.

wer dem militär angehört, hat eine eigene clanzugehörigkeit. die meisten mittleren generäle haben zwar symphatien für die eine oder andere seite, halten sich aber strikt an die verfassung.

sie leisten ihren schwur auf den könig. sie dienen der gewählten regierung und sie setzen gesetze durch.

aber auch sie mögen es nicht, wenn falang (westler) ihre langen nasen in ihre angelegenheiten stecken.

so kann es durchaus sein, dass ein kanadischer journi „per zufall“ (wie mir ein thai-geschäftsmann augenzwinkernd versicherte) in den kopf geschossen wird.

credo des medienstelle des innenministeriums: „klar können sie ins unruhegebiet. aber da könnten sie auch sterben….“

ich geh erst, wenn ich ne kugelsichere weste und doppeltes gehalt kriege…


ich bin gestorben und in der jack johnson-hölle wiedergeboren.

was man unbedingt machen muss, wenn man in bangkok ankommt, ist vormittags an die chaosan road, den hippie-babies bei der rekonvaleszenz zuschauen.

am vorabend haben sie sich soviel jabba (thai-speed) reingehauen, dass ihre rasta-haarverlängerungen wie elektrifiziert waagrecht in den raum standen und sie in einer einzigen nacht lebensenergie für zwei jahre verbrannten (man wieso muss ich so früh sterben? weisst du noch, die nacht in bangkok?)

das einzig bekannte gegengift ist, am nächsten morgen an der chaosan mindestens zwei stunden lang banana-pancake und andere hippiekacke-songs von jack johnson zu hören.

die songs haben eine so schleimige konsistenz, dass sie die restgifte im körper binden und beim nächsten date mit einer hippiegriite als schwülstiges kompliment ausgeschieden werden können.

die beizen hier spielen das zeugs von morgens bis abends, damit ihre kunden abends wieder soweit entgiftete sind, dass sie ihre studenten-stipendien wieder für neue drogen ausgeben können.

ist kein jack johnson zur hand, tuts auch „you’re beautyful“ von james blunt. das hilft zwar auch ganz gut, kann aber zu übelkeit und hirnerweichung führen.

antidot:

ab gehts

Veröffentlicht: Mai 14, 2010 in kultur, leben, musik, reda, reise, stil, Uncategorized, zürich

ja, morgen gehts los.

und ich werde wieder viel von unterwegs zu berichten haben. die unruhen in bangkok, die gangs von phnom penh, die fischvergiftung in sihanoukville. wir werden sehen….

ach, was ich noch sagen wollte:

mystify

Veröffentlicht: Mai 14, 2010 in bildung, kultur, musik, reda, soundblog, stil, Uncategorized

damals machte man noch richtige musik. die ans herz und an die hoden geht.


meine mutter ist diese woche gestorben.

„darüber blogt man nicht“, werden einige rufen, „das ist pietätlos!“

hm, pietät ist für die hinterbliebenen. und in diesem fall bin ich der hinterbliebene, also bestimme ich auch, was pietät ist und was nicht. ich kanns sowieso nicht ab, wenn jemand kommt und mir sagen will, wie ich zu trauern hab.

ich bin froh, dass meine engste familie, meine schwester und meine nichte, einen ähnlichen umgang mit krisen haben wie ich. auch wenn das für unsere umgebung manchmal nicht so einfach ist.

meine schwester: „wir müssen mutters wohnung nicht sofort räumen, wir müssen nur schauen, dass die miete bis ende juni bezahlt ist.“

ich: „und auch wenn nicht, rausschmeissen können sie sie eh nicht mehr

meine mutter hatte entschieden, dass sie keine trauerfeier will. sie wollte sang und klanglos eingeäschert werden. und meine schwester will die urne in ihrem riesigen garten auf mallorca beisetzen, was meine mutter riesig freute.

meine schwester: „aber wenn sie mir die rosenbüsche verfärbt, kann sie was erleben!“

und als meine nichte und ich beim bestattungsbeamten waren, hatte der auch erst seine mühe…

beamter: „sie können die urne beim krematorium abholen oder sie sich per post zuschicken lassen“

meine nichte und ich wie aus einem mund: „per post verschicken? jaja, das machen wir!“

meine nichte: „dann schicken wir sie aber direkt zu mir, sonst müssen wir sie umleiten lassen…

der beamte hat sich dann etwas an uns gewöhnt.

meine nichte: „gibts probleme bei der ausfuhr der urne nach spanien?“

ich: „wenn wir ausweis und urne an der grenze vorweisen, sicher nicht. weil schengen und personenfreizügigkeit und so.“

zum schluss meinte der beamte: „sie können sie locker ins handgepäck nehmen, wenn sie nach mallorca fliegen, die papiere werden mitgeliefert.“

wir sind nicht herzlos. wir trauern. nur, meiner mutter hätte der gedanke gefallen, mit der post verschickt zu werden. und sie hätte bei unseren vielleicht etwas makabren witzen mitgelacht.

und meine mutter war eine eifrige leserin dieses blogs. und wenns da, wo sie jetzt ist, vernünftigen internetanschluss gibt, wird sie meinen post lesen und sich darüber amüsieren…

ausserdem haben wir übung mit trauer! in meiner familie sterben die leute schon seit etlichen generationen!

in diesem garten wird meine mutter rumgeistern:

blogpause

Veröffentlicht: Mai 11, 2010 in blogging, medien, reda, Uncategorized

Aus persoenlichen gruenden ruht der stete strom von blogposts vorerst fuer ein paar tage. We’re sich langweilt, darf gerne I’m archiv nach der einen oder anderen perle stoebern.