Archiv für Juni, 2010

word up

Veröffentlicht: Juni 21, 2010 in bildung, kultur, musik, reda, sinn, soundblog, stil

wieder mal n bisschen energie in den tag blasen, mit korn


supersingle und ich beim kaffee.

er: „eine bekannte hat mir empfohlen, mal mit einer therapeutin über meine beziehungsmuster zu sprechen…“

ich: „und?“

er: „naja, gestern war ich zum ersten mal da.“

ich: „?“

er: „naja, die therapeutin fragte mich, ob ich bindungsängste hab. natürlich hab ich bindungsängste! nur schon das wort! das erinnert mich an fesselspiele..

seine gedanken schweifen ab.

ich: „und weiter?“

er: „sie meinte, ich sei wohl noch in einer kindlichen entwicklungsphase steckengeblieben und muss deshalb immer wieder mit anderen frauen ins bett. da hat sie wohl recht.

schon als kleiner junge wollte ich immer nur den ersten biss vom apfel aus der obstschale. dann hab ich ihn wieder zurückgelegt, mit der angebissenen seite nach unten. das scheint mir eine zutreffende metapher für meine beziehungsmuster….“

ich: „und, wirst du was ändern?“

er: „nein, wieso? zum schluss fragte sie mich, ob mir nicht nähe und verständnis, oder die unterstützung in schwierigen situationen fehle, die es in einer festen partnerschaft gäbe.

natürlich fehlt mir das! aber das hole ich mir ja jetzt bei meiner therapeutin. wozu soll ich da sonst hingehen.“

bindungsängste:


ja, wir haben viele ausländer in der stadt. und alle sind fussballfäns.

die sind für italien, brasilien, nigeria, frankreich (ja, auch das gibts) und vorallem deutschland.

und alle müssen ihre vorlieben mit plastikfähnchen aus china an ihren autos kundtun.

nur, da sie in der schweiz leben, müssen sie sich ja auch irgendwie zur schweiz bekennen. so sieht man immer zwei fähnchen, das eigentliche fan-fähnchen und das solidaritätsfähnchen für die schweizer.

nun wir in der westlichen welt wissen, das „solidarität“ eigentlich „mitleid“ heisst. wir sind solidarisch mit leuten, die unter die räder kommen, dies irgendwie nicht selbst auf die reihe kriegen.

solidarisch ist man mit „opfern“!

also ist das solidarische anklemmen eines zusätzlichen schweizer-fähnchens eigentlich ein mitleidiges kopftätscheln.

das brauchen wir nicht. wir können auch ohne fremdes mitleid gegen spanien verlieren GEWINNEN!

s läbe isch kein liebesfilm

Veröffentlicht: Juni 14, 2010 in bildung, kultur, leben, medien, musik, reda, soundblog, stil, zürich
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für mich bereits jetzt das beste schweizer album des jahres 2010. ein projekt über zwei jahre,  jetzt als album „stück für stück“ im laden erhältlich. das cover ene homage an velvet underground und im innern noch andere zitate aus der musikgeschichte. hier eines der highlights:


ja, wir haben auch Hells Angels in der schweiz.

schon lange. in den wilden achzigern haben sie zusammen mit den polizisten die besetzer des AJZ zuasmmengeschlagen! die sind gefährlich imfall! die rocker, nicht die besetzer.

und jetzt wollten doch andere rocker aus deutschland, die Outlaws, einen ableger in der schweiz gründen.

das ging den Hells zu weit!

sie fuhren mit über 100 leuten beim neu gegründeten club vor und liessen voll die sau raus!

mit basebalschläger und ketten verprügelten sie die motorräder und autos der Outlaws.

sie kannten keine gnade! das WC-häusschens des clubs erschossen mit mindestens vier schüssen.

im anschluss kam es zu einer wüsten massenschlägerei mit über 150 beteiligten.

der kommetar der polizei:

„es gab einen leichtverletzten!“

die anwälte der clubs treffen sich jetzt vor gericht.

das ist realsatire. (hier zum artikel klicken)

voll gefährlich: hells angels zürich


wer hat eigentlich emntschieden, dass fussball cool ist? nix gegen fussbalfans. die gabs schon immer.

aber ich kann mich an eine zeit erinnern, in der fussball etwas für streber war. die coolen kids (meist eh nur 1 oder 2 pro klasse) machten andere sportarten. fussball war etwas für die kids, die zwar angepasst waren, deren eltern sich aber keine tennisstunden leisten konnten.

dann kam die zeit, als fussball etwas für prolos war. secondos spielten fussball und gaben unseren clubs einen exotischen touch. underdogs, quasi wie boxen oder rappen für die kids aus der bronx, war fussball eine chance für die kids aus schwammendingen.

dann kamen die ganzen alternativen fussball-filme, so „kick it like beckham“-scheiss. oder irgendwelche tibetanischen mönche, die fussball spielten. damit wars geschehen. fussball war cool.

jede alternativ-kneipe legte sich eine alternativ-mannschaft zu um an alternativ-tournieren teilzunehmen und alternativ-pokale mit nach hause zu nehmen.

ja, und seit zwei weltmeisterschaften flippen jetzt auch die ganzen szenis beim fussball aus. an der EM und an der WM reden jetzt auch BMW-schlüsselträger und che-käpchenträger über die chancen der teams. leute, die keine ahnung von abseits und feldstrategie haben.

jetzt, an der WM hat wieder jede kneipe ein public-viewing, die griiten bröseln sich auf wie für die oper und alle gehen „den match schauen“.

hm. ein von der FIFA veranstalteter event hat für mich etwa den gleichen stellenwert wie eine von CHINA organisierte Olympiade….

es geht nicht um sport. es geht um geld, um sehr viel geld, vetternwirtschaft und nochmals um geld.

ausserdem wissen wir seit Tiger Woods, dass der echte rocknroll auf dem golfgreen spielt…

Tiger Woods: „Fussball ist schwul, Vuvuzela blasen beweist es!“:


wie ihr vielleicht mitbekommen habt, war ich für zwei tage auf einer insel vor der kambodschanischen küste.

ohne internet. ohne handy-empfang.

eine idylle. ehrlich. nach ein paar stunden bekam ich keine atemnot mehr, wenn ich den leeren empangfsbalken auf meinem blackberry sah. ab da wars perfekt.

aber ich war da ja auch nur in urlaub. es gab da inselbewohner, für dies schwieriger war.

wenn sie nie mit der zivilisation in berührung gekommen wären, wenn sie nie was von internet gehört hätten, wärs vielleicht nicht so schlimm gewesen. aber sie waren bereits vom online-virus infiziert, sie sind bereits von der zivilisation beeinflusst (naja, oder wenigstens beinahe zivilisation, es waren engländer, ihr wisst schon…)

und wie bei den melanesiern hat sich eine art cargo-kult auf der insel entwickelt. während die melanesier flugzeuge aus holz nachbauten, um so echte flugzeuge mit „wunderbaren“ westlichen waren (cargo) anzulocken, hat sich der kult meiner inselbewohner klar ins 21. jahrhundert verschoben.

so schreiben sie abends fb-statusmeldungen in den sand, komplett mit i-like-button, und gehen dann in einem gemeinsamen morgendlichen ritual bei sonnenaufgang nachschauen, ob jemand ein häkchen reingeklickt hat.

natürlich hätte ich ihrm aberglauben vorschub leisten können und nachts häkchen reinmachen können. aber ich bin in erster linie forscher und beobachter und würde nie eine naturbeobachtung verfälschen.

zumvergleich: (beide inseln wurden zum selben zeitpunkt besiedelt)

insel ohne internet und handy:

nachbarinsel mit internet:

redder, der held

Veröffentlicht: Juni 8, 2010 in bildung, erlebnisse, foto, geschichten, leben, reda, reise, Satire, stil, terror
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ehrlich, so schnell macht mir nichts angst.

ich habe mit krokodilen gerungen in den hinterhöfen von marrakesch und messerstechereien ausgefochten in den sümpfen des mekong. oder umgekehrt.

aber die dunkelheit lässt mir noch immer das blut in den adern gefrierern.

nicht die dunkelheit zwischen schlafzimmer und klo, nachts um halb vier.

die absolute dunkelheit des dschungels.

ich war gerade zwei tage auf einer insel ohne elektrizität. natürlich haben sie abends für zwei stunden einen generator angeworfen, um die gegend mit jack johnson-songs zu beschallen.

aber der weg durch den dschungel in finstrer nacht war echt furchteinflössend.

natürlich hatte ich eine taschenlampe dabei, schliesslich bin ich ein erfahrenenr traveler. leider bin ich auch ein etwas schlampiger traveler.

und natürlich gingen mir die batterien aus. mitten auf dem weg, mitten in der nacht. naja, um ca 22 uhr. aber es war stockdunkel, ich schwör!

da stand ich nun. mitten im dschungel im dunkeln. um mich herum nur geräusche, gewusel und dinge. unausprechliche dinge!

ihr könnt schon lachen. ihr wart ja nicht mitten in der umringt von gefleuch, von denen jeeedes einzelne einen erwachsenen mann innert sekunden töten kann.

oder wenigstens uuunheimlich erschrecken…

naja, zum glück bin ich raucher. mit meiner feuerzeugflamme hab ich die finsternis zurückgedrängt, schritt für schritt. bis ich mir die finger verbrannt hab und die flamme erlöschen liess.

dann wars gleich doppelt so dunkel.

aber ich hab keine schmerzen gescheut und mir die finger immer wieder verbrannt, bis ich die sicheren gefilde meines bungalows erreicht hab.

dort, im schutz meiner wach-geckos herbert und norbert, hab ich mich dann von meinen abenteuern erholt.

redder in der wildnis (sieht aus wie in uster oder winterthur):

wach-gecko herbert:


bisher gabs nur einen massstab für mich, was das reisen anging: durchfall.

wer schon mal eine weile unterwegs war, in lonely planet-hippieabsteigen übernachtete und die üblichen traveler-gespräche führte, weiss, dass das gespräch unweigerlich irgendwann auf die verdauung kommt.

„ich hab mir beim essen am mekong-delta etwas eingefangen und drei tage nur dünnpfiff, wie wasser. sicher amöben, ich schwör!“

„streetfood in südvietnam und da helfen dir auch keine korkstöpsel mehr. ich war so dehydriert, ich musste ins spital!“

nun. ich bin wohl keiner dieser traveler mehr. ich hab in den letzten drei wochen zugenommen. alles paletti mit den stuhlgängen…

das heisst, ich kann mir inzwischen essen leisten, dass in einer sauberen küche zubereitet wird und kenn mich in den ländern gut genug aus, um zu wissen, wo ich meine zähne mit hahnenwasser putzen muss.

ausserdem bade ich in den tropen nicht im süsswasserseen oder flüssen. wegen der fäkalbakterien.

bin ich nun einfach schon ein erfahrerener trveler oder einfach ein weichschnäbler?

redder macht pause

Veröffentlicht: Juni 1, 2010 in bildung, reda, reise

da ich gerade in kambodscha bin, und es in kambodscha schweineheiss ist, bin ich einfach zu faul zum bloggen.

das gibts.

wer trotzdem wissen will, was ich gerade mache, kann unten aufs bild klicken und sieht die fotos auf facebook. sofern du einen account hast: