Blocher: Vom Nichtswissen über Nicht-Flüchtlinge

Veröffentlicht: September 2, 2011 in allgemein, böse, blocher, erlebnisse, klugscheiss, kultur, leben, medien, Politik, reda, Satire, stil, terror, wahlen
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Auf die Frage eines Tagesschaujournalisten, ob es Unregelmässigkeiten in den tausenden von Asylanträgen aus dem Irak gegeben hätte, antwortet Uralt-Bundesrat Christoph Blocher:

Das waren keine Asylanträge, das waren keine FLÜCHTLINGE. Die wollten doch nur in die Schweiz. Das UNHCR hat sich um die gekümmert.“

(Herr Blocher, das Uno Hochkommisariat für FLÜCHTLINGE kümmert sich um FLÜCHTLINGE. Um Nichtflüchtlinge kümmern die sich per Definition nicht.)

Ok, der Journalist fragt weiter, ob es eine Absprache zwischen den Schweizer Behörden und dem UNHCR gegeben habe.

Blocher: „Ja, sicher. Also, ohne Abkommen hätten die sich ja nicht um die FLÜCHTLINGE gekümmert.“  (Jetzt sind es wieder FLÜCHTLINGE.)

Der Journalist insistiert: Hat es ein mündliches oder schriftliches Abkommen gegeben?

Und Altbundesrat Blocher flüchtet sich wie ein Mafiaboss in einem schlechten Hollywoodfilm in Erinnerungslücken:
„Ich kann mich nicht erinnern. Ich habe keine Akten mehr.“

(Offizielles Statement des UNHCR: So ein Abkommen hat es nie gegeben.)

Und zum Schluss, weinerlich:

„Ich habe keinen Zugang mehr zu den Akten, sie haben mich aus dem Amt gewworfen!“

Lieber Herr Blocher. Sie sind nicht Gaddhafi. Sie wurden nicht „abgesetzt“ oder „vertrieben“, sie wurden demokratisch abgewählt.

Und, Herr Blocher, im Fall der nichtbearbeiteten Asylgesuche halte ich Sie für einen menschenverachtenden Lügner, der sich jeden Anspruch auf ein Regierungsamt verspielt hat.

Kommentare
  1. pe em sagt:

    blocher bashing ist sowas von out!

  2. Claudius sagt:

    Es stimmt eben doch: Nicht wenige Personen, die sich im journalistischen Umfeld versuchen zu profilieren , leiden an einer narzisstischen Störung. Das was sie schreiben, bringt dem Leser schlussendlich nichts. Sie schreiben um sich zu profilieren, sich selbst zu zelebrieren. Doch wie steht es mit dem Inhalt des Geschriebenen? Keine wesentlichen, qualitativ hochstehenden Informationen, nein, da wirft ein Schreiberling – wie leider hier – mit Plattitüden um sich, versucht auf eine peinliche Art “kritisch“ zu sein, der Leser jedoch kommt sich betrogen vor: Da habe ich mir die Zeit genommen diesen Artikel zu lesen, habe dem Schreiber meine Zeit geschenkt, doch für was?
    Sollte es nicht das Ziel jedes Artikels sein, dass sich der Leser danach ein wenig reicher fühlt? Dass sich die Zeit lohnte, die er für das Lesen investiert hat?
    Da schreibt einer über Nichtwissen und ist sich gar nicht bewusst, dass er sein eigenes Nichtwissen auf Papier bringt, Informationen aus zweiter und dritter Hand wiederkäut, und schlussendlich nur seine eigenen Unzulänglichkeiten projiziert. Kritisiert herum, doch – so fragt sich der aufmerksame Leser – wie steht es mit der eigenen Kritikfähigkeit, welche ja sehr viel mit Selbstsicherheit zu tun hat. Besitzt der Schreiber die Fähigkeit, Kritik anzunehmen?
    Kann er Kritik annehmen, ohne gleich eine Abwehrhaltung einzunehmen?
    Eine Frage, die sich der Schreiber selbst stellen muss. Ich wünsche ihm die Kraft dazu.

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