Archiv für die Kategorie ‘allgemein’


Auf die Frage eines Tagesschaujournalisten, ob es Unregelmässigkeiten in den tausenden von Asylanträgen aus dem Irak gegeben hätte, antwortet Uralt-Bundesrat Christoph Blocher:

Das waren keine Asylanträge, das waren keine FLÜCHTLINGE. Die wollten doch nur in die Schweiz. Das UNHCR hat sich um die gekümmert.“

(Herr Blocher, das Uno Hochkommisariat für FLÜCHTLINGE kümmert sich um FLÜCHTLINGE. Um Nichtflüchtlinge kümmern die sich per Definition nicht.)

Ok, der Journalist fragt weiter, ob es eine Absprache zwischen den Schweizer Behörden und dem UNHCR gegeben habe.

Blocher: „Ja, sicher. Also, ohne Abkommen hätten die sich ja nicht um die FLÜCHTLINGE gekümmert.“  (Jetzt sind es wieder FLÜCHTLINGE.)

Der Journalist insistiert: Hat es ein mündliches oder schriftliches Abkommen gegeben?

Und Altbundesrat Blocher flüchtet sich wie ein Mafiaboss in einem schlechten Hollywoodfilm in Erinnerungslücken:
„Ich kann mich nicht erinnern. Ich habe keine Akten mehr.“

(Offizielles Statement des UNHCR: So ein Abkommen hat es nie gegeben.)

Und zum Schluss, weinerlich:

„Ich habe keinen Zugang mehr zu den Akten, sie haben mich aus dem Amt gewworfen!“

Lieber Herr Blocher. Sie sind nicht Gaddhafi. Sie wurden nicht „abgesetzt“ oder „vertrieben“, sie wurden demokratisch abgewählt.

Und, Herr Blocher, im Fall der nichtbearbeiteten Asylgesuche halte ich Sie für einen menschenverachtenden Lügner, der sich jeden Anspruch auf ein Regierungsamt verspielt hat.


gestern abend war ich wiedermal am limmatplatz. normalerweise versucht man als stadtzürcher die innenstadt am samstagabend zu meiden, aber das geht halt nicht immer.

die langstrasse und die gegend rund ums x-tra waren ab elf uhr abends ziel eines kinderkreuzzuges. an der tür vom x-tra wurden ausweise kontrolliert, die kids mussten vierzehn (14) sein um reinzukommen.

aber ich hab mich schon lange daran gewöhnt, dass viele der leute, die ich im ausgang treff, meine enkel sein könnten. woran ich ich nicht gewöhnt hab, sind die wirkich schrecklichen frisuren (die haare mit tonnen von gel in irgendwelche richtungen gedreht), die unsäglich engen rüeblihosen und überhaupt das metrosexuelle outfit bei bubis, die nicht mal wissen, was „metro“ heisst, geschweige denn „sexuell“…

und was mir klar machte, dass ich wirklich älter geworden bin, war die überaus knappe bekleidung der kleinen mädchen. ich hab nichts gegen ein sexy outfit. ich mag auch miniröcke. aber irgendwie irritierts mich, wenn kleine gören sich so kleiden, wie mans sonst nur aus bordell-filmen aus den siebzigern kennt. ich kenn das aus london. dort sind abends überall leichtbekleidete teenager, die sich die letzten drinks aus der seele kotzen, auf den bürgersteigen. in zürch ist mir das bisher nicht so aufgefallen.

und natürlich ist die erste reaktion „früher war alles anders“. natürlich. wir kleideten uns damals dezenter, eher jeans und adidas rom, italo t-shirts und lederbändchen um den hals. aber ehrlich, wir waren genauso übel. wir wollten sex, auch wenn wir nicht genau wussten, was das eigentlich für ein fluch ist. unsere hormonvergifteten hirne hätten die mädchen wohl auch im geiste ausgezogen, wenn sie in drei bärenfelle gewickelt gewesen wären. es war vielleicht etwas umständlicher, die finger in die knallengen jeans des gegeübers zu kriegen, ohne sich die finger zu brechen. insofern sind die miniröcke von heute wohl vorzuziehen. die sind wenisgtens nicht breiter als ein gürtel und für verehrer weit einfacher zu händeln…

aber in unseren köpfen ging derselbe teenagerschwachsinn ab, wir tranken bier anstatt alcopops und wie die kids heute  brauchten wir damals unsere ganze aufmerksamkeit um unheimlich kuul zu sein.

same thing, different color…

ach ja, die frage des tages: wieso zieht man sich bei minustemperaturen hochackige goldene riemchensandalen an?

mr.kuul und mr. frisur, nett dekoriert mit griite:

laut0

iPhone: 5 Gründe dagegen

Veröffentlicht: Juli 10, 2008 in allgemein, kultur, reda, web 2punkt0 (update folgt)
Schlagwörter:

hier meine fünf gründe, die gegen ein iPhone sprechen:

1. ich mag keine touchsreeens, immer fettige fingerabdrücke

2. ich mag keine maintsream-statussymbole

3. apple ist für möchtegern-schöngeister

4. hat eins

5. ich will nicht das gleiche handy wie alle gymi-schüler


..neulich im tram.

ein junges pärchen, beide um die 27, sitzt mir diagonal gegenüber. er liest irgendeine pc-zeitschrift. sie erzählt.

sie: „….und dann kamen andi und serge, als ob nichts wär. und ich voll sprachlos. ich mein, das hat mich da richtig verletzt, was andi gesagt hat. ich konnte erst gar nichts sagen. ich find das echt fies….“

er: brummt, blättert um

sie: gibt auf, legt aber eine hand auf seinen schenkel.

er: rutscht etwas von ihr ab, hält sich aber zurück, ihre hand wegzustossen.

sie: schaut aus dem fenster. bemerkt, dass ich sie beobachte. dreht den kopf und schaut mir für einen augenbick in die augen.

ich: schaue ihr kurz in die augen, grinse und schaue weg.

das hin- und wegschauen wiederholt sich einige male, bis ihr freund merkt, dass sich etwas in der stimmung verändert hat. er schaut auf, schaut mich angeekelt an (als wär ich was, das an seinem schuh hängengeblieben ist). aber irgendwas hat ihn alarmiert. er legt die zeitschrift weg, nimmt die hand seiner freundin zwischen seine hände und schaut sie an, spricht mit ihr.

sie schenkt mir noch ein kleines lächeln, und schenkt ihre aufmerksamkeit wieder ihrem helden und wirkt zufrieden.

ich widme mich wieder der beobachtung der anderen passagieren, mit dem befriedigenden gefühl, einmal mehr gutes getan zu haben….. 🙂

tram5.jpg

alberto venzago für VBZ

alter der verantwortung

Veröffentlicht: April 3, 2008 in allgemein, erlebnisse, kultur, Politik, reda, Satire, sinn, wahlen

….ich bin im besten alter. ehrlich. keine midlife-crisis. ich bin erfahren genug, um konsequenzen im voraus zu erkennen, und noch nicht so senil, dass ich die sich verändernde welt nicht adaptieren könnte. fühlt sich gut an. aaaaaber.

ich bin im richtigen alter, um verantwortung zu übernehmen. die jungen hitzköpfe würden uns ins chaos stürzen, die alten säcke würden uns in die gute alte zeit zurückkatapultieren (wann immer die auch war). aber ich mag keine verantwortung. wenn ich meinen vater anschaue, weiss ich, dass von da keine hilfe kommt. wenn ich mein göttikind anschaue, weiss ich, dass diese generation noch eine weile mit sich selbst zu tun hat.

also, dann macht halt. ich nehme die wahl zum präsidenten der welt widerstrebend an und mache das beste daraus. ich schwöre auf meine kaffeemaschine, nach bestem wissen und gewissen für mich und meine umgebung zu entscheiden. ich werde ein verantwortungsbewusster demokrat…

nicht mehr so:

punks2.jpg

und noch nicht so:

crazy_old_man.jpg

geek-urlaub

Veröffentlicht: März 15, 2008 in allgemein, erlebnisse, kultur, reda, single, web 2punkt0 (update folgt)

…es ist soweit, ich fahre in urlaub. übermorgen. ich fliege wohin, wo’s 20° ist. ich werds euch natürlich verraten, wenn ich da bin..

ich will schnell packen, aber offenbar geht das nicht mehr so schnell. zuerst mal das wichtigste:

– laptop

– swisscom mobile internet device

– cowon Q5W pocket media center, wlan fähig

– blackberry

– JVC camcorder, cowon-compatible

so. was immer auch geschieht, ich werde online sein.  aber was soll ich anziehen?

geek.jpg

zürich für fortgeschrittene

Veröffentlicht: März 10, 2008 in allgemein, erlebnisse, kultur, reda, Satire, zürich

so, alle, die bereits die kurse „zürich für anfänger“ I und II absolviert haben, dürfen am szeni-bootcamp teilnehmen.

setzt euch dahin, in eine reihe!

NEIN, erster fehler. ihr seid jetzt ZÜRCHER. ihr setzt euch NIE dahin, wo man euch sagt. ihr lümmelt euch irgendwohin, am besten lehnt ihr euch an die wand, die arme vor dem körper verschränkt, die füsse übereinanderelegt, mit einem leicht skeptischen lächeln auf den lippen.

gut. wir fangen mit geographie an: was liegt gleich ausserhalb zürichs? du da!

NEIN. ausserhalb zürich liegt BERLIN. berlin ist gut. nicht so gut wie zürich, aber beinahe. wie die grosse schwester, die zwar kuul ist, aber eben nie so gut aussieht wie zürich. merkt euch, berlin ist ok.

weiter: london. wie finden wir london? nein london ist nicht geil. tz. WIR kennen leute in london, weil wir da PROJEKTE hatten, kreative Projekte. und da gibts ein oder zwei orte, (die nur die einheimischen londoner-szenis kennen) die ganz ok sind. wir gehen mal für ein wochenende nach london, um zu shoppen, aber wir finden den londoner stress UNAUSTEHLICH. die sind viel zu humorlos. in england mögen wir brighton, weil das die schwule hauptstadt des UK ist. und wales, weil die da so ein geiles enlish reden.

so, jetzt zu übersee: die amis. wir hassen die amis nicht, denn wir wissen, dass die bereits dem untergang geweiht sind. wir haben mitleid mit den amis, wie man mitleid mit krebskranken kindern hat. wenn wir unbedingt über den teich müssen, gehen wir nicht in die „USA“. Wir gehen in „Die Staaten“. was ist pfui in Den Staaten? du da! jaaa, richtig. Los Angeles ist pfui. aber san francisco (wir sagen Friscou) ist ok. fast schon europäisch. wir können auch die ruinen von new orleans besuchen. und new york ist das london Der Staaten.

noch schnell asien, dann ist genug für heute: bangkok? naja, da muss man halt durch, wenn man nach vietnam geht. bangkok=pfff, vietnam= ok. aber wir mögen hongkong. hongkong ist das berlin asiens. und jetzt kommts! shanghai ist das ZÜRICH asiens. früher wars tokio, aber das ist inzwischen zu trendy.

so, ihr habt den ersten intensivkurs überstanden. einige von euch müssen noch an ihrem gelangweilten gesichtsausdruck arbeiten. nächstes mal bringt ihr eure freitagtaschen zur inspektion mit…

bis bald

>>>zürich für fortgeschrittene II

das ist amerika:

spmez3timmy_pp_copy.jpg

aha-erlebnis

Veröffentlicht: Februar 23, 2008 in allgemein, erlebnisse, gender, reda, Satire, single, stil, zürich

vorgestern in der waschküche

ich: du sau! du frisst nicht nur dauernd meine socken, du schrumpfst auch alle meine teuren pullover auf babygrösse!

meine waschmaschine: ohne anwalt sage ich nichts.

ich (jetzt mit einem unheimlich brutalen schraubenzieher bewaffnet): so, jetzt wollen wir doch mal sehen, wo all meine socken hingekommen sind.

meine waschmaschine: (zittert) ok, ok. ich mach dir einen vorschlag!

ich: (finster blickend) ich höre?

meine waschmaschine: du fütterst mich ab und zu mit einer socke, und ich helf dir mit deinen geliebten pullis

ich denke kurz nach

ich: ok, das ist annehmbar. wie willst du meine pullis verschonen?

meine waschmaschine: Darf ich vorstellen, der wollwaschgang.

ich und sie

eines_tages_waschmaschine.jpg

liebe & pornographie

Veröffentlicht: Februar 21, 2008 in allgemein, erlebnisse, gender, kultur, liebe, reda, sex, single, stil, zürich

gestern hab ich mit einer guten freundin über pornographie gesprochen. und unsere auffassung davon ist grundsätzlich verschieden. männer denken bei filmen mit hohem taschentuchverbrauch einfach nicht an heulschnulzen….

es ging um einen bekannten, der von seiner freundin verlassen wurde, weil sie pornographie auf seinem rechner fand. nichts abartiges, klassiker mit sylvia saint, gina wild und briana banks (männer, jetzt ja nicht mit dem kopf nicken!). ich sagte ihr, ich kenne nur männer, die ab und zu pornographie konsumieren. und noch ein paar heuchler. sie meinte, dass ihr die übliche pornographie bei ihrem freund nichts ausmache, solange sie nicht beim aufstarten des computers mit aufpoppenden schmuddelbildern konfrontiert sei. frau nimmt es also in kauf.

versteht mich recht, es geht hier nicht darum, ob pornographie moralisch verwerflich ist, das ist mir scheissegal, solange weder bei der herstellung noch beim vertrieb druck ausgeübt wird. es gibt frauen, deren höchste bestätigung ist es, als sex-objekt betrachtet zu werden. vorstufen davon sind die ganzen miss-wahlen…..

von einer anderen freundin hab ich dann gehört, dass sie sich gerne mit ihrem freund einen „erotischen film“ anschaue.

hm. für die männer, mit denen ich darüber gesprochen habe, besteht der reiz an pornos vor allem darin, dass es völlig beziehungsfreie sexuelle stimulation ist. und für männer funktioniert optische stimulation erfahrungsgemäss einfach stärker.

aber der titel ist ja LIEBE & pornographie. meine erfahrung ist, dass in einer langjährigen beziehung die sexualität etwas einschläft, auch bei noch soviel kreativität. insofern denke ich, dass sex aus der konserve macnhmal sogar bereichernd wirken kann, da sie die libido anregt.

was mir als mann völlig femd ist, ist die konkurrenz, die viele frauen zu den billigen filmchen empfinden. es ist, als ob ihr partner fremdgehe. die meisten frauen haben nichts dagegen, wenn sich ihr partner ab und zu selbst befriedigt, nur mit seinen fantasien. denken sie denn, in seinen fantasien kommen keine anderen frauen vor? und meistens haben diese fantasien einen weit realeren bezug als die filmchen….

also, was meint ihr? comments herzlich willkommen (mann lernt ja nie aus)

briana banks

briana2.jpg

rasierwasser

Veröffentlicht: Februar 20, 2008 in allgemein, erlebnisse, gender, reda, Satire, single, stil, zürich

…ich bin jemand, der es hasst, wenn ich morgens im tram dreihundert aufdringliche rasierwasser und noch einige parfums riechen muss.

nur, heute morgen hab ich zum ersten mal ein neues rasierwasser benutzt. und offenschtlich ist es viel stärker als mein altes.  zudem war ich im stress, so dass ich mir einfach eine handvoll von dem zeugs ins gesicht strich.

so ging ich heute stinkend wie ein orientalisches puff zur arbeit. meine mitarbeiter sind entweder erkältet, oder einfach zu wohlerzogen, um etwas zu erwähnen.

und es war schlimm. sogar ich konnte mich kaum noch riechen…..

skunk298x300.jpg