Archiv für die Kategorie ‘geschichten’

ertappt

Veröffentlicht: Oktober 15, 2012 in bildung, blogging, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, medien, reda, Satire, sinn, stil, terror, zürich

man sollte acht geben, was man schreibt. folgenden artikel aus der „Hauptstadt“ hab ich heute wieder mal gelesen … ich erzähl euch jetzt nichts von meinen Hanfklamotten und meinen Einkäufen im Reformhaus…

im stadtblog

Veröffentlicht: Mai 23, 2012 in bildung, blogging, geschichten, kultur, leben, medien, Politik, reda, zürich

liebe leser, die zeit auf diesem blog hier ist nun endgültig vorbei.

in zukunft lest ihr mich hier:

http://blog.tagesanzeiger.ch/stadtblog/

 

ich freu mich auf euch und eure comments!


ok ok, laaangsam, ich versteh nix von wirtschaft.

also wegen dem starken schweizer franken wollt ihr keine steuern mehr bezahlen?

ja, weil ihr, wenn ihr weiter gleich viel steuern zahlen sollt, arbeitsplätze streichen müsst. leute auf die strasse stellen, heisst das wohl.

hmhm, wegen der umsatzeinbussen.

umsatzeinbussen? heisst das, dass ihr dann verluste macht, rote zahlen.

ah, nicht wirklich.

ahhh, ihr macht dann weniger gewinne?

aber gewinne macht ihr noch?

hmhm, nicht soviel, wie ihr eigentlich gerechnet habt.

aber ihr macht gewinne? ich mein, nachdem ihr euch euer einkommen ausbezahlt und die kosten gedeckt habt, bleibt da noch eine menge kohle?

ok.

lasst mich mal zusammenfassen: ihr wollt leute entlassen, weil ihr weniger gewinne macht, als ihr euch wünscht. das wär natürlich schade, deshalb wollt ihr weniger steuern an den staat zahlen, um entlassungen zu verhindern.

also wollt ihr, dass entweder die entlassenen oder der staat eure gewinne auf die höhe aufstocken, die ihr euch vorgestellt habt.

richtig so?


„also, ihr leben ist voll scheisse. so wegen all der kriminellen ausländer und so.“

„öh, nein, mein leben ist ganz in ordnung.“

„hm, aber die müssen weg. die. KENNEN SIE denn einen kriminellen ausländer. einen  gefährlichen?“

„also, nein, nicht persönlich. aber wer sich schlecht benimmt muss raus.“

„ah so, ja. haben sie wenigstens schon mal einen kriminellen ausländer gesehen?“

„naja, im fernsehen.“

„glanz&gloria-mitarbeiter zählen nicht. und berlusconi auch nicht.“

„nein, aber man hört ja immer wieder…“

„also, fassen wir zusammen. sie haben keine ahnung, wer, wie und warum, aber sie sind sich sicher, dass die raus müssen. die schweine.“

„ähm, also, ja.“

„kennen sie einen kriminellen juden?“

„ähm, also nein….“

……………..

ein krimineller ausländer. so sieht er aus:


hier, wohl zum letzten mal, die anleitung, wie man zürcher wird:

zürich für anfänger I

…man hats nicht leicht als neu-zürcher. alles ist hier so verwirrend. deshalb hab ich mir gedacht, ich geb kleine nachhilfestunden.

also, erstes gebot in zürich ist understatement. beispiele:

er: gibt ein vermögen für seinen schwulen friseur aus, damit der ihm eine fritte schnitzt, die aussieht, als wär die kleine schwester mit der kindergartenschere am werk gewesen.

sie: gibt ein vermögen für denselben friseur aus, um danach auszusehen, als ob die kleine schwester mit der kindergartenschere und hairconditioner am werk gewesen sei.

kleidung: man trägt NICHTS neues. wenn man ein neues teil hat, trägt man es solange als pyjama, bis es alt aussieht. kleidungsstücke müssen CHARAKTER haben, heisst, sie müssen alt aussehen. wenn man abends ausgeht, sieht man schlampig aus, als ob es total egal wär, wie man wirkt. man ist zürcher, man muss sich nicht auch noch aufbröseln.

auch wenn das heisst, dass man dreimal die verwaschenen t-shirts gewechselt hat, bis man genau RICHTIG gleichgültig aussieht. man trägt mindestens ein teures teil (gurt aus london für 200 pfund, oder schuhe aus rom, 700 euro), um es lässig mit seinen flohmarkt-t shis und seinen alten dc oder carhartt jeans zu tragen. keine designer brands, das überlassen wir den russen und den argauern. (secondos dürfen designer-sachen tragen, weil von wegen authentizität).

mobilität: man fährt rad. und wenn man nicht rad fährt, tut man so, als ob man rad fahren würde. zweite wahl ist ÖV. zürcher haben KEIN auto. höchstens eine mobility-mitgliedschaft. und sollte man doch ein auto besitzen, muss man sich eine lange und tragische geschichte dazu ausdenken, wieso man es braucht. (ich muss immer die totkranke schwester meiner blablabla in *provinz* besuchen).

musik: electro. electro-house, electro-trance, electro-ragga, electro-rock, electro-schlager, electro-soul, wenn du nicht sicher bist, im zweifelsfall ein electro davor, und du bist dabei. und sonst einfach minimal.

arbeit: man jobt. und man hat projekte. job=geld, projekt=kreativität. das projekt muss gar nicht existieren, aber ein möglichst kompliziertes konzept davon (über konzepte gibts dann einen eigenen eintrag). und lass dir ja nicht einfallen, dein projekt umzusetzen, dann bist du nämlich plötzlich kommerziell und mainstream.

soweit die erste lektion. damit kommt ihr durch die erste woche…

hier gehts zur fortsetzung>> zürich für anfänger II


ich sitze mit einem freund im myplace.

er: „es gibt echt frauen, die geben mir das gefühl, ich sei der grösste. ich sei charmant, intelligent, geistreich und liebenswert.“

ich: „jau, kenn ich“

er: „die schauen mich an, als sei ich alles, was man von einem mann erwarten könnte. ich fühle mich dann kompetent, selbstsicher und gutaussehend. ich the man.

ich: „yup.“

er: „aber eines kannst du mir vielleicht verraten….“

ich: „hm?“

er: „wieso verliebe ich mich dann immer in die, neben denen ich mir wie der letzte idiot und loser vorkomme?“

ich: „das ist eines der grossen rätsel der liebe….“

„für sie bin ich der grösste! laaaaaaangweilig!“


meine familie meint, ich sollte unbedingt meine zähne machen lassen. zahnlücke weg und bleeeeechen.

da könnt ich mir ja gleich die augen ausstechen und die hände abhacken.

meine zahnlücke hat schon mehr für mich getan, als alle meine freunde zusammen!

meine zahnlücke wirkt entwaffnend. wieso bin ich wohl während meiner ganzen drogenkarriere nie wirklich ins gefängnis gekommen? ich, ein arabischer krimineller?

ich hab die polizisten angegrinst und meine zahnlücke machte aus ihren herzen und hirnen griesbrei. mit freundlicher unterstützung meines wangengrübchens.

das hat schon als kleiner junge funktioniert.

und, das wichtigste, das wirkt auch bei frauen. ein aufblitzen der lücke und sie sind hin und weg. eigentlich ein macho, durchbricht die herzige zahnlücke die harte linie und lässt mich verletzlich und unperfekt aussehen.

das zieht.

also, ich werde zwar wieder mal zur kontrolle gehen, aber finger weg von meiner zahnlücke!