Archiv für die Kategorie ‘reise’


fb-chat mit beliebter bloggerin heute während der arbeit:

Me: aber südostasien ist gelaufen. nächstes mal geh ich nach afrika oder sonst irgendwohin
Michèlehmmmm, afrika?
Me: ich mag keine touristen da, wo ich urlaub mache :)
Michèledann würde ich nach afghanistan
Me: da gibts bereits touren. einer von der nzz war da :)

Michèle: ich weiss, christoph zürcher, basket case

Me: aber zentralchina ist noch frei

Michèle: sibirien?
Me: ist kalt und hat zuviele säufer. das ist wie ballermann, einfach in depressiv
Michèledu bist aber schwierig zufrieden zu stellen. wie wärs mit südamerika? ich will mal nach patagonien
Me: südamerika go reise“, laut ian constable ist das hippiekacke. ausserdem war ich grad in mittelamerika. ich muss glaub auf den mond
Michèleeine reise nach innen oder bergsteigen, my choice
Me: innen war ich schon, da ists auch nicht besonders spannend und bergsteigen ist sport (wäääk).
Michèlewell, ich glaube du bist zu zürich verdammt.
Me: gute idee


wie ihr vielleicht mitbekommen habt, war ich für zwei tage auf einer insel vor der kambodschanischen küste.

ohne internet. ohne handy-empfang.

eine idylle. ehrlich. nach ein paar stunden bekam ich keine atemnot mehr, wenn ich den leeren empangfsbalken auf meinem blackberry sah. ab da wars perfekt.

aber ich war da ja auch nur in urlaub. es gab da inselbewohner, für dies schwieriger war.

wenn sie nie mit der zivilisation in berührung gekommen wären, wenn sie nie was von internet gehört hätten, wärs vielleicht nicht so schlimm gewesen. aber sie waren bereits vom online-virus infiziert, sie sind bereits von der zivilisation beeinflusst (naja, oder wenigstens beinahe zivilisation, es waren engländer, ihr wisst schon…)

und wie bei den melanesiern hat sich eine art cargo-kult auf der insel entwickelt. während die melanesier flugzeuge aus holz nachbauten, um so echte flugzeuge mit „wunderbaren“ westlichen waren (cargo) anzulocken, hat sich der kult meiner inselbewohner klar ins 21. jahrhundert verschoben.

so schreiben sie abends fb-statusmeldungen in den sand, komplett mit i-like-button, und gehen dann in einem gemeinsamen morgendlichen ritual bei sonnenaufgang nachschauen, ob jemand ein häkchen reingeklickt hat.

natürlich hätte ich ihrm aberglauben vorschub leisten können und nachts häkchen reinmachen können. aber ich bin in erster linie forscher und beobachter und würde nie eine naturbeobachtung verfälschen.

zumvergleich: (beide inseln wurden zum selben zeitpunkt besiedelt)

insel ohne internet und handy:

nachbarinsel mit internet:

redder, der held

Veröffentlicht: Juni 8, 2010 in bildung, erlebnisse, foto, geschichten, leben, reda, reise, Satire, stil, terror
Schlagwörter:, ,

ehrlich, so schnell macht mir nichts angst.

ich habe mit krokodilen gerungen in den hinterhöfen von marrakesch und messerstechereien ausgefochten in den sümpfen des mekong. oder umgekehrt.

aber die dunkelheit lässt mir noch immer das blut in den adern gefrierern.

nicht die dunkelheit zwischen schlafzimmer und klo, nachts um halb vier.

die absolute dunkelheit des dschungels.

ich war gerade zwei tage auf einer insel ohne elektrizität. natürlich haben sie abends für zwei stunden einen generator angeworfen, um die gegend mit jack johnson-songs zu beschallen.

aber der weg durch den dschungel in finstrer nacht war echt furchteinflössend.

natürlich hatte ich eine taschenlampe dabei, schliesslich bin ich ein erfahrenenr traveler. leider bin ich auch ein etwas schlampiger traveler.

und natürlich gingen mir die batterien aus. mitten auf dem weg, mitten in der nacht. naja, um ca 22 uhr. aber es war stockdunkel, ich schwör!

da stand ich nun. mitten im dschungel im dunkeln. um mich herum nur geräusche, gewusel und dinge. unausprechliche dinge!

ihr könnt schon lachen. ihr wart ja nicht mitten in der umringt von gefleuch, von denen jeeedes einzelne einen erwachsenen mann innert sekunden töten kann.

oder wenigstens uuunheimlich erschrecken…

naja, zum glück bin ich raucher. mit meiner feuerzeugflamme hab ich die finsternis zurückgedrängt, schritt für schritt. bis ich mir die finger verbrannt hab und die flamme erlöschen liess.

dann wars gleich doppelt so dunkel.

aber ich hab keine schmerzen gescheut und mir die finger immer wieder verbrannt, bis ich die sicheren gefilde meines bungalows erreicht hab.

dort, im schutz meiner wach-geckos herbert und norbert, hab ich mich dann von meinen abenteuern erholt.

redder in der wildnis (sieht aus wie in uster oder winterthur):

wach-gecko herbert:


bisher gabs nur einen massstab für mich, was das reisen anging: durchfall.

wer schon mal eine weile unterwegs war, in lonely planet-hippieabsteigen übernachtete und die üblichen traveler-gespräche führte, weiss, dass das gespräch unweigerlich irgendwann auf die verdauung kommt.

„ich hab mir beim essen am mekong-delta etwas eingefangen und drei tage nur dünnpfiff, wie wasser. sicher amöben, ich schwör!“

„streetfood in südvietnam und da helfen dir auch keine korkstöpsel mehr. ich war so dehydriert, ich musste ins spital!“

nun. ich bin wohl keiner dieser traveler mehr. ich hab in den letzten drei wochen zugenommen. alles paletti mit den stuhlgängen…

das heisst, ich kann mir inzwischen essen leisten, dass in einer sauberen küche zubereitet wird und kenn mich in den ländern gut genug aus, um zu wissen, wo ich meine zähne mit hahnenwasser putzen muss.

ausserdem bade ich in den tropen nicht im süsswasserseen oder flüssen. wegen der fäkalbakterien.

bin ich nun einfach schon ein erfahrerener trveler oder einfach ein weichschnäbler?

redder macht pause

Veröffentlicht: Juni 1, 2010 in bildung, reda, reise

da ich gerade in kambodscha bin, und es in kambodscha schweineheiss ist, bin ich einfach zu faul zum bloggen.

das gibts.

wer trotzdem wissen will, was ich gerade mache, kann unten aufs bild klicken und sieht die fotos auf facebook. sofern du einen account hast:

redder, das sicherheitsrisiko

Veröffentlicht: Mai 30, 2010 in bildung, erlebnisse, geschichten, leben, reda, reise, sinn, stil, terror
Schlagwörter:,

najam nach 24 stunden reise inklusive einer nachtzugfahrt und einer bootsfahrt, bin ich endlich wieder in bangkok um das flugzeug nach kambodscha zu besteigen.

etwas verpennt geh ich durch die passkontrolle, kein problem.

dann durch den securitycheck.

naja, ich bin übernächtigt, bärtig und hab einen arabischen namen. aber ich bin nicht blöd.

ich nehm alles aus meinen taschen, dass irgendwie piepen könnte. schmeisse es in meine freitagtasche. auch das kleingeld. dann den gurt.

so, ich bin bereit für den check. nichts gefährliches mehr auf mir. ich komm auch durch den detektor.

aber danach fragt mich eine aufwendig uniformierte dame, ob das meine freitagtasche sei.

ichfreu mich über die freundlichkeit, sage ja und will mir die tasche schnappen.

sie führt mich an einen tisch, grübelt in meiner tasche rum:

– 1 kleines fuerzeug (verboten)

– 1 grosses feuerzeug (naja, auch verboten)

– 1 kleine flasche sonnencreme (verboten)

– 1  grosse flasche sonnecreme (ratet mal)

sie ist inzwischen ein wenig irritiert. grübelt aber weiter…

– 1 schweizer taschenmesser mittlerer grösse (mit edelweiss auf dem griff)

naja, sie haben mir dann eine kleine flasche sonnencreme und die feuerzeuge wiedergegeben, obwohl nicht erlaubt.

wahrscheinlich wollten sie dem armen kerl nicht seinen ganzen besitz abnehmen und hatten mitleid…

„ich bin kein terrorist, ich schwör! ich bin nur schweizer!“


zwei englische ladys am strand.

lady1: „the dogs are soooo cute. and there are loads“ (die hunde sind so süss und so viele!)

lady2: “ ithink they get food from the restaurants. i wonder where they go for a poo…“ (ich glaube die kriegen ihr essen von den kneipen. aber ich frage mich, wo die hinscheissen…)

ich: „ou well, the go up, few 100 meters into the dschungel and hide for having a poo….“ (naja, die gehen ein paar hundert meter rauf in den urwald, wo sie versteckt scheissen…)

so, the ladies are happy about the civilised dogs. (die lady sind zufrieden mit den zivilisierten hunden)

ich lasse meinen blick über den weiten, (beinahe) makellosen strand schweifen, wahrscheinlich das grösste hundeklo der welt….

„wir gehen hoch in den wald, wischen uns den hintern ab und waschen uns danach die pfoten! *schwör*


Jaja, manchmal muss ich die illusionen der jungen zerstoeren. Ein paerchen erkundigte sich bei mir, dem alten erfahrenen reisenden und abenteurer nach einem abgelegenen stradn, so ganz ohne andere touris.

Ich lehnte mich in meinem lehnstuhl zurueck, nahm einen tiefen zug aus meiner pfeife und schaute mir die jungen leute an.

Ich: „jaja. Jaaaja. Ihr wollt am strand voegeln….“

Er: “ aehmn naja, also…“

Sie kichert.

Ich: „ihr muesst wissen, meine kinder, dass sex on the beach ein gefaehrlicher mythos ist….“

Sie schweigen ehrfuerchtig und warten, dass ich fortfahre.

Ich: “ ihr koennt euer strandtuch noch so sorgfaeltig ausbreiten, nach spaetesten einer minute habt ihr panierte teile. Wurst im sandrock.“

Ich nicke weise mit dem kopf.

Ich: „und das ist dann so, als ob ihr schleifpapier voegeln wuerdet. Sein teil kriegt schuerfwunden, und du, mein kleines, wirst soviel sand mitnehemen, dass dein baby, wenn du in ein paar jahren eins hast, mit sand zwischen den nicht vorhandenen zaehnen zur welt kommt. Romantischer scheiss *brummel*.

Sie gingen wieder zurueck in Ihr bungalow.

Und ich hatte wieder erfolgreich zwei touris von meinem geheimstrand ferngehalten


für die thais hier in diesem pärchen-ressort bin ich k0misch. komisch komisch, nicht lustig komisch.

ich passe irgendwie nicht in ihr touri-schema. ich reise alleine, schleppe keine thai-prostituierten an, versuche nicht mit den alleinstehenden frauen anzubändeln und verbringe meine zeit oft am laptop.

während ich texte für mein neues projekt entwerfe, kichere ich vor mich hin, schmunzle beim tagebuchschreiben und recherchiere bilder, die nicht jugendfrei sind.

dazwischen rase ich mit töff und kamera über die insel.

die angestellten hier kennen mich anders.

das letzte mal, als ich hier war, war ich hinter jedem bikini her und hab auch das eine oder andere gekriegt.

damit konnten sie leben. das unterstützten sie sogar. sie wechselten jeden morgen, wenn ich besuch hatte, die bettwäsche, damit späterer besuch sich nicht mit den spuren der vorgängerinnen auseinandersetzen musste.

jetzt machen sich die ressortangestellten sorgen um mich.

heute, beim abendessen, ich wiedermal zufrieden in begleitung meines laptops und meines blackberrys, platzierten sie zwei junge (noch nicht mal 24) mädchen aus deutschland am nebentisch.

als ich noch immer nicht anbiss, zwinkerte mir der kellner verschwörerisch zu. dass er nicht gleich eine obszöne geste mit den fingern machte, wunderte mich.

ich schrieb weiter an meinem zeugs.

dann geht eine der angestellten zu den beiden girls und weisst sie darauf hin, dass ich schweizer sei und auch deutsch spreche.

das wars dann. nun musste ich mir eine stunde lang geschichten über ihren urlaub anhören, mir ihr dämliches gekicher anhören, das sie für kokett hielten und eine völlig unqualifizierte hirnverbrannte einschätzung der situation in bangkok einverleiben.

dazu musste ich charmant bleiben, mit beiden ein wenig flirten und ihnen das gefühl geben, sie hätten einen wunderbaren abend erlebt.

ich will ja nicht meine gastgeber verärgern.

nach zwei stunden entschuldigte ich mich mit kopfschmerzen (hirnerweichung).

versteckt in meinem bungalow wartete ich dann, bis die beiden in die hide away-bar oder in die flipflop-bar oder wohin auch immer solche dinger gehen, verschwunden waren.

jetzt kann ich an meinen texten weiterbasteln….

hat er nicht gemacht, hätt er aber, wenn er die geste gekannt hätte:


die meisten strassen hier auf der insel sind übel.

hier gibts schlaglöcher, die eigene echos werfen und aussichtsplattformen haben, von denen man einen blick in die tiefe riskieren kann.

insofern ist das roller- oder motorradfahren hier auf der insel gefährlich für touris.

ausser für mich. ich fahre hier shon seit über fünf jahren, ich kenn die schlaglöcher beim vornamen. wenigstens die erwachsenen.

und ich liebe es, die schlechten strassen entlangzubrausen. da fokusiert sich mein geist und ich bin eins mit dem universum. mein ego löst sich auf, ich bin die strasse, die strasse ist ich. einheit. zen. (blabla, und so weiter, ihr wisst schon)

einzig idioten stören meine road-meditation. typen, die zum ersten mal auf einem roller oder noch schlimmer, auf einer 250er enduro über die insel brettern und ihren hintenaufsitzenden griiten zeigen wollen, was für hirsche sie sind.

natürlich wollen sie rennen gegen mich fahren.

mein altes, nicht buddhistisches ich wäre natürlich sofort darauf eingegangen und hätte sich böse über die gebrochenen beine und die entzündeten schürfwunden gefreut.

mein neues ich tut sowas nicht. ich sag nur: karma!

jetzt gehe ich zum schein auf die herausforderung ein, fahre aber so langsam, dass der kerl das rennen in einer geschwindigkeit gewinnen kann, die weder ihn noch seine partnerin hinten drauf gefährdet.

er ist der held, sie bleibt in einem stück und ich sammle gutes karma. ha! nicht schlecht, was?

es gibt nur eine gruppe auf den strassen, die meine karma-bilanz gefährdet: die schweizer velofahrer. die leihen sich mountainbikes bei sich an die stirn tippenden thais und fahren los.

bei 40 grad und einer luftfeuchtigkeit von 167 %. und die insel ist nicht gerade holland. auf einer breite von 3 kilometern steigt sie bis auf 900 meter über meer. und die thais haben noch nie was von serpentinen gehört.

die bergündung der fahrradfanatiker: sie wollen die unberührte natur der insel schonen und zugleich etwas für die gesundheit tun. als ob ein hitzestau oder ein herzinfarkt etwas für die gesundheit wär. und wo war ihr grünes gewissen, als sie tonnen von kerosin auf dem flug hierher verbrannten?

also, wenn ich an so einer gruppe vorbeikomm, dreh ich richtig auf, lass es schleudern und wirble soviel staub auf, dass sie auf kilometer in einem lungefeindlichen feinnebel pedalen müssen.

das brennt dann wohl meine karma-punkte wieder auf.

strassenverhältnisse. ganz rechts im bild: einidioten-vorderrad