Archiv für die Kategorie ‘Satire’

präventiv-schlag

Veröffentlicht: Juli 12, 2010 in bildung, gender, geschichten, kultur, leben, reda, Satire, sinn, stil, zürich
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ich erkenne frauen am gesicht, nicht wie überall fälschlicherweise behauptet, am hintern.

im winter ist das auch gar kein problem. da sieht man die augenpartie, die wangenknochen und was sonst noch so ein gesicht ausmacht.

jetzt im sommer stecken wieder alle hinter diesen riesigen sonnenbrillen. SIE SEHEN ALLE GLEICH AUS!

da kommt irgendeine auf mich zu, lächelt freundlich und bewegt dazu die lippen.

kenn ich die? sollte ich mich an die erinnern? wird sie mich beim nächsten offiziellen empfang blosstellen, weil ich sie nicht grüsse? könnte das wohl die sein? hat die mal bei mir übernachtet?

ich verzweifle. hinter dunklen glasflächen, die jedes sonnenkraftwerk vor neid erblassen lassen würden, kann ich nichts erkennen.

nun hab ich nochmals Sun Tzu’s „Die Kunst des Krieges“ gelesen und endlich eine lösung gefunden:

„Wenn dein Feind zum Schlag ansetzt, muss deine Klinge bereits sein Herz gefunden haben“

also.

ich grüsse jetzt einfach quer durch alle frauen, die sich hinter riesigen gläsern verstecken, ungemein freundlich und lippensimuliere einen fantasienamen dazu.

so denken DIE, sie müssten mich kennen und dürfen sich ihren kopf darüber zerbrechen, woher und wie intim….

„die kenn ich doch, oder?“


supersingle und ich, auf dem balkon, rauchen zigarre und hören den fussballfans zu.

er: „gestern hat mir doch eine schon nach zwei minuten die singlefrage gestellt. (schüttelt den kopf)“

ich: „hng?“

er: „du weiss schon, „bist du single?“. das geht doch nicht. das ist doch taktlos. das ist als ob man einen gast fragen würde er hunger hat, nachdem er gerade die ganze speisekarte hoch und runter bestellt hat!“

ich: „wieso?“

er: „das macht die ganze romantik kaputt und lenkt die gedanken in richtung beziehung. für männer ist single-sein eine art urlaub zwischen zwei beziehungen. sie denken: juhuu, ich bin single, ich bin freiwild! kommt und erlegt mich!

ich: „und für frauen?“

er: „für die meisten frauen ist die singlezeit eine hungersnot zwischen zwei beziehungen. wenn frauen single sind, suchen sie einen partner.

wenn männer single sind, suchen sie das abenteuer. aus einem dieser abenteuer ergibt sich dann die nächste beziehung. in etwa wie eine maus, die solange käse klaut, bis sie in eine falle tappt.

und beide haben keine ahnung. wenn ein mann sagt „ich bin single“ hört die frau „ich suche eine partnerin“. wenn eine frau sich als single bezeichnet, läuten beim mann die glocken und er hört „ich bin heute nacht zu haben“.

ich: „und, wie hast du geantwortet?“

er: „auf die einzig mögliche art….“

ich: „?“

er: „ich hab gesagt, „es ist kompliziert…“. da muss man nicht weiter ausführen und hat gleich noch den mitleidsbonus….“

„komm her und ich zeig dir, was ne beziehung ist *vulgär stöhn*“


der zürcher veloblitz schickt neu in zusammenarbeit mit der aids hilfe schweiz ihre kuriere im notfall los. für acht franken gibts einen kurier mit drei gummies.

maja, die velokurierophile zürcherin lässt sich das angebot nicht entgehen:

maja wählt.

VB: „hier veloblitz..?“

M.: „ich will einen kurier mit kondomen.“

VB.: „Ok, das macht auf stadtgebiet acht franken, wohin sollen wir sie schicken?“

M.: „Sie? ich will einen er. und ich will einen bösen, durchtrainierten. haben sie keinen online-katalog?“

VB.: „öhm, wir schicken den, der gerade in der nähe ist…“

M.: „Nein! ich will den, der abends im xenix rumhängt. so ein tier von einem mann, und sagen sie ihm das er nicht zu duschen braucht. schicken sie mir ja keinen von diesen sportlichen, vegetarischen gesundheitsfanatikern mit moral!“

VB.: „aber wir liefern nur die Kondome….“

M.: „Was? Was soll ich nur mit Kondomen? die kann ich mir selber kaufen. in der werbung heisst es ausdrücklich „einen Velokurier mit drei Kondomen! und ich will einen, der alle drei braucht!“


ich unterhalte mich gerne mit der jungen generation.

kleiner klugscheisser: „ey mann, heute hatten wir son typen von der stadt in der schule. der wollte uns weissmachen, das drogen scheisse sind.“

ich: „und?“

kleiner klugscheisser: „naja, wenn drogen scheisse wären, würden sich doch nicht alle dauernd welche reinhauen. scheisse ist scheisse, darum schmeissen sich all die c-promis keine scheisse rein. sondern drogen und schampus.

ich: „und? willst du nun auch mit drogen experimentieren, wenn du grösser bist?“

kleiner klugscheisser: „nö. sicher nicht!“

ich: „‚“

kleiner klugscheisser: „wir brauchen keine drogenprävention in der schule, wir haben das zuhause.

ich werd keine drogen nehmen, weil ich mit dreissig nicht so scheisse aussehen will wie meine eltern, und die kiffen nur! mein paps braucht ca 30 minuten, bis er sich daran erinnert, was er zum frühstück hatte. ich mein, welcher rausch ist das schon wert.

dann versuch ich mich lieber in den ganzen sexclubs und schmeiss mein geld da raus. wenn ich mir da ne krankheit hole, kann ich mich wenigstens erinnern, ob sichs gelohnt hat.!

„mami ist erst 29“


Ich kenns noch von frueher: wer hat den laengsten? wer kann am weitesten seichen?

Spaeter dann: wer kann sein bier am schnellsten exen? wer schafft die meisten shots, ohne zu kotzen? wer kann am schnellsten rasen? etc.

eine weitere version hab neulich im thai-restaurant um die ecke erlebt.

Schon beim bestellen:

Freund 1: ein rotes curry, aber scharf!

Freund 2: ein gruenes curry, aber die thai-version, nicht das fade zeugs fuer euro-weichschnaebler!

Ich: ein sweet/sour mit poulet und extra ananas!

Ein leicht irritierter blick meiner freunde.

Das essen kommt.

Freund 1 probiert. Nimmt noch einen loeffel vom chili-oel.

Freund 2 probiert gar nicht erst nicht erst, sondern schuettet gleich zwei loeffel ultrascharfe fischsauce in sein curry.

Freund eins kontert, indem er von den frischen thai-chili nimmt und direkt daraufr herumknabbert.

Beide haben inzwischen rote koepfe und schwitzen. Freund 2 knabbert auch an den frischen thai-chili.

Jetzt gehts noch darum, wer zuletzt nach dem wasser greift

Ich muss diesen macho-wettbewerb beenden. Das kann ich nur, wenn ich gewinne.

Ich greife langsam nach der sojasauce, schuette die ganze flasche ueber mein sweet/sour, nehm eine erste gabel voll und meine herausfordernd:

„So, jetzt esst mal sowas, ohne mit der wimper zu zucken!“

Ich hab gewonnen…


heute in der badi. er, ca 20 und tätowiert.

er: „ey mann, du bisch doch dä vom blick“

ich: „jep, meh vom blick am abig“

er: „ey, mir sind facebook-fründe scho lang!“

ich grinse freundlich

er: „ich han di schomal gse im tram, und im blick. häsch voll de nikotin-teschter gmacht, huere kraass. ich han googled, nikotin isch voll giftig!“

ich: „ja, ich weiss, aber isch nöd so schlimm gsi“

er: „aber reporter isch geile bruef. huere schwierig. muesch alli wörter kenne zum richtig schriibe wies isch.

hüt häsch über die geile plätz zum match luege gschribä. aber weisch, häsch voll eine vergässe. im club XXX zeigeds de match und all bros sind det und lueged. wenn s nöchscht mal gschicht machsch, lüüt mer a, ich chan din informant si!“

(er hört innerlich dem wort „informant“ nach, das kennt er aus filmen)

er: „villicht wott i au mal reporter werde. weisch, jetzt mach music, DJ. du häsch sicher d party-iiladig übercho letscht wuche. aber ich chann au nöd immer uflege, irgendwänn wirsch alt. denn wett i so für musigziitig schaffe.“

ich: „ja, sicher cool“

er: weisch was? ich schick der morn mal so was ich über musig schriibe. chasch denn säge öbs geil findsch!“

immer wieder rührt mich der respekt für unseren beruf

„muesch alli wörter känne!“

in der badi

Veröffentlicht: Juni 25, 2010 in bildung, erlebnisse, medien, reda, Satire, sinn, stil, zürich

für alle, dies vergessen haben: redder ist natürlich auch ein poet. ihr glaubts nicht? hier:

badi

bikinizupfender blondarschengel

brusthaarwinkender stadttarzan

breit brüllende sonnenbrillen

vorhanggemusterte badehosen

iPodien

und der fluss

mehr gibts hier, darunter sogar eines, das in den band „lyrik des 21.jarhunderts“ aufgenommen wurde und inzwischen in allen nationalbibliotheken steht. sogar in washington *angeb*


ich zahle den preis des erfolgs. naja, nicht meines erfolgs. der erfolg meiner freunde kostet mich ein vermögen.

wenns früher eine wohnung zu zügeln oder zu räumen gab, hab ich einfach eine freunde angerufen. dann gabs ne zügel- oder räumparty (wenn jemand gestorben war, mit trauriger irischer musik von den pogues) und alle haben spaghetti gegessen, möbel geschleppt und toiletten geputzt.

das war ökonomisch und unterhaltsam.

inzwischen sind alle meine freunde dauernd am arbeiten, für einen kafi muss man sich wochen im voraus bei ihren sekretären (ja! sekretären, meine freunde sind alles genderneutrale gleichberechtigungskireger) und für eine wohnungsräumung muss ich einen räumungsdienst anstellen.

für ein vermögen.

ich such mir neue freunde, die noch  tudieren und ein spaghettiessen für einen angemessenen tageslohn halten!


fb-chat mit beliebter bloggerin heute während der arbeit:

Me: aber südostasien ist gelaufen. nächstes mal geh ich nach afrika oder sonst irgendwohin
Michèlehmmmm, afrika?
Me: ich mag keine touristen da, wo ich urlaub mache :)
Michèledann würde ich nach afghanistan
Me: da gibts bereits touren. einer von der nzz war da :)

Michèle: ich weiss, christoph zürcher, basket case

Me: aber zentralchina ist noch frei

Michèle: sibirien?
Me: ist kalt und hat zuviele säufer. das ist wie ballermann, einfach in depressiv
Michèledu bist aber schwierig zufrieden zu stellen. wie wärs mit südamerika? ich will mal nach patagonien
Me: südamerika go reise“, laut ian constable ist das hippiekacke. ausserdem war ich grad in mittelamerika. ich muss glaub auf den mond
Michèleeine reise nach innen oder bergsteigen, my choice
Me: innen war ich schon, da ists auch nicht besonders spannend und bergsteigen ist sport (wäääk).
Michèlewell, ich glaube du bist zu zürich verdammt.
Me: gute idee


supersingle und ich beim kaffee.

er: „eine bekannte hat mir empfohlen, mal mit einer therapeutin über meine beziehungsmuster zu sprechen…“

ich: „und?“

er: „naja, gestern war ich zum ersten mal da.“

ich: „?“

er: „naja, die therapeutin fragte mich, ob ich bindungsängste hab. natürlich hab ich bindungsängste! nur schon das wort! das erinnert mich an fesselspiele..

seine gedanken schweifen ab.

ich: „und weiter?“

er: „sie meinte, ich sei wohl noch in einer kindlichen entwicklungsphase steckengeblieben und muss deshalb immer wieder mit anderen frauen ins bett. da hat sie wohl recht.

schon als kleiner junge wollte ich immer nur den ersten biss vom apfel aus der obstschale. dann hab ich ihn wieder zurückgelegt, mit der angebissenen seite nach unten. das scheint mir eine zutreffende metapher für meine beziehungsmuster….“

ich: „und, wirst du was ändern?“

er: „nein, wieso? zum schluss fragte sie mich, ob mir nicht nähe und verständnis, oder die unterstützung in schwierigen situationen fehle, die es in einer festen partnerschaft gäbe.

natürlich fehlt mir das! aber das hole ich mir ja jetzt bei meiner therapeutin. wozu soll ich da sonst hingehen.“

bindungsängste: