Mit ‘abenteuer’ getaggte Beiträge


ok, heute morgen gings los, von der aussenstation des smithsonian in gamboa zur aussen aussen station BCI auf der canalinsel.

jau, dachte ich, jau.

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mit dem schnellboot an riesigen tankern vorbei…

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bis zur station mitten auf einer kanalinsel.

ok, ihrt wisst, ich bin der dschungelheld. also erst mal in meine stiefel gehuepft und ab, mit den forscherinnen zu den affen.

naja, die kommen aber hier nicht einfach auf zuruf. ich musste (zu fuss!) etwa eine halbe stunde durch den urwald klettern. nicht da, wo die touristen durchkommen, sondern da, wos keine wege mehr gibt. ich keuchte hinter den beiden forscherinnen her und versuchte, kuhl auszusehen.

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das ist wichtig. denn mitten im urwald liefen uns ploetzlich zwei latinas, feld-assistentinnen ueber den weg. und da will man doch nicht abstinken, gell.

aber leider war ich zu dem zeitpunkt schon klatschnassgeschwitzt und meine lunge pfiff aus den letzten loechern.

habt ihr gewusst, dass man bei forschungsarbeiten mit tieren nicht rauchen sollte? ich habs rausgefunden. aber dann kamen die affen. das war echt kuul:

(ab sek. 28 sieht man ihn deutlicher)

naja, ich hab also mein erstes wildtier heute gesehen.

nun gings weiter, zum forschungsturm. hab ich schon erwaehnt, dass ich hoehenangst hab?

ok, der turm misst etwa einen auf zwei meter im grundriss und besteht nur aus pfrimmeligen metalstangen, die sich jedem windchen beugen. er ist 45 meter hoch, nur mit seilen gesichert.

ich hab etwa bei meter 32 schlapp gemacht und mich wie ein kleines kind an den stangen festgeklammert (das gruen, dass ihr unter mir seht, sind baumkronen der urwaldriesen!):

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ok, zitternden knies wieder den turm hinunter.

unten, im kleinen dschungelbach dann endlich die grosse belohnung.

mein pfeilgiftfrosch.

aus den teilen macht man das allerallerallertoedlichste curare-nervengift, mit dem auch vodoo-zauberer ihre zombies laehmen. und ich hatte einen vor der nase. naja, eigentlich drei, aber die anderen beiden waren nicht in fotolaune:

1pfeilgiftfrosch1

heute hab ich mir mein abendessen verdient 🙂

nur das mit meinem heldenimage laesst noch etwas zu wuenschen uebrig. jede zwanzigjaehrige studentin hier hat schon mehr dschungel gesehen als ich.


heute waren wir wieder mal ein wenig in der wildnis. so als vorbereitung auf BCI, der foschrungsstation weit draussen im nirgendwo, wo wir morgen hingehen.

hier entdecke ich gerade eine 8 meter lange boa (man beachte meine eleganten kampfstiefel und die heroische haltung):

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hier zeige ich auf ein riesiges jaguarweibchen, dass in einer baumgabel sitzt:

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hier entdecke ich gerade eine neue bisher unbekannte vogelart und einen baum, aus dessen saft man ein krebsheilmittel gewinnen kann:

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nach anstrengendem wildlife haben meine traeger mir meinen sitz aufgestellt, um mir noch ein wenig zu huldigen. eigentlich wollten sie mich zum koenig waehlen, aber ich habe abgelehnt, bescheiden, wie ich bin…

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und hier der soundtrack dazu:

 

 

redders buch der abenteuer!

Veröffentlicht: August 15, 2009 in bildung, erlebnisse, gender, geschichten, kultur, leben, reda, reise, sinn, stil, terror
Schlagwörter:,

ich bin gerade am ueberlegen wohin ich in die ferien will. vielleicht zurueck nach thailand, vielleicht nach panama, vielleicht in die mongolei. natuerlich muss man sich dafuer impfen.

ich bin irgendwie ein gegner von impfungen. ich werde sowieso nicht krank. imfall. und wenn, dann krieg ich nur die voll kuulen sachen.

ihr wisst schon, sachen, die ich mir auf die abenteuerseiten meines lebensbuches schreiben kann. ich hab mir ueberlegt, ob ich malaria bekommen soll, mich dann aber dagegen entschieden. jeder biologiestudent holt sich eine malaria in seinem ersten feldeinsatz. tz. ausserdem geht das nie mehr weg. ich hab mich dann fuer dengue-fieber entschieden. das hoert sich doch mal nach was an.

DENGUE. geil, nich?  nur schon das wort kann man sich auf der zunge zergehen lassen. und man ist nur etwa zehn tage so krank, dass man sterben moechte,und dann ist alles wieder vorbei. das ist eine krankheit, die in mein abenteuerbuch gehoert. zusammen mit den anderen dingen, die da bereits verzeichnet sind:

wie die schlange, die mich biss in thailand. sie war ungiftig, aber trotzdem. naja, besonders gross war sie auch nicht. aber bei schlangen sagt das uuueberhaupt nix aus. da kommts naemlich nicht auf die groesse an.

oder der streifschuss an der schulter, den ich mir in der zuercher altstadt einfing. mein gegner und ich sind beide so ungeheuer erschrocken, als sich im kampf ein schuss aus seiner knarre loeste, dass wir schreiend in verschiedene richtungen davonrannten. ich hab erst spaeter gemerkt, dass ich verletzt war. an der schulter, wo die helden in filmen immer verwundet werden.

oder mein spaziergang durch ein minenfeld in kambodscha (ich hielt mit meinem motorrad am strassenrand um zu pinkeln, machte einige beherzte schritte ins gruene, bis ich vor einem totenkopfschild hielt, auf dem „Mines!“ stand. ploetzlich musste ich mich ungeheuer zureuckhalten, um mein geschaeft nicht unmittelbar in meine hosen zu verichten. ich hatte eine halbe stunde fuer die 6 meter zurueck an den strassenrand. spaeter sagten mir die leute, das feld sei geraeumt, nur die schilder haette man vergessen)

oder meine zeit im gefaengnis (gell, das hoert sich geil an!), weil ich meine schwarzfahrerbussen nicht bezahlt hab.

ihr seht, jeder richtige macho-mann braucht abenteuerseiten in seinem lebensbuch. die geschichten lassen sich so gut bei parties zum besten geben. und wisst ihr, die ganz harten sachen sind da nicht mal aufgezaehlt. die gehoeren naemlich nicht auf die abenteuer-seiten. die gehoeren auf die „ich war ein riesenidiot“-seiten.

davon hab ich zwei ganze buecher….

redder streichelt einen tiger in kambodscha
redderstreichelt


ok, seit ich das letzte mal hier war, hat sich essaouira nicht gross veraendert. noch immer die stadt der surfer-dudes und der nordafrika-hippies. aber ich hab mich wohl ein wenig veraendert. nun leiste ich mir ein hotelzimmer, dessen terrasse groesser ist als meine ganze wohnung in zuerich, teilen muss ich nur mit den moeven. ach ja, moeven sind die kamele der luefte, nur doofer. reisen ist also vorbei, jetzt mach ich wie jeder andere einfach urlaub.

ich haeng also nicht mehr in den abenteuerlichen absteigen rum, leiste mir mahlzeiten, bei denen man eine stoffserviette dazu bekommt und ich kaufe dinge.

also, ich bin ja halb nordafrikaner, also, da kann mir keiner was, so auf dem markt und so. handeln liegt mir im blut. ich hab ein marokanisches hemd gekauft. und ein marokanisches dingsda in sandfarben fuer meine freundin. und eine marokanische tasche aus totem kamel (hehe). und ich hab die haendler runtergehandelt. aber irgendwie hab ich nach jedem abschluss immer noch dieses komische gefuehl gehabt: haendler sind nicht sooo freundlich, geben kleine geschenke und druecken einem breit grinsend die hand, wenn man gerade den letzten dirham aus ihnen rausgepresst hat….

nachdem wir den letzten haendler hinter uns gelassen haben (der uns ein erfolgreiches leben wuenschte, sich grinsend tausendmal verbeugte und versprach, dass noch seine urenkel uns in ihre gebete einschliessen wuerden), kamen wir an einem schaufenster vorbei.

darin sah ich zwei schweizer touris, eingepackt in dinge, die sie in der schweiz nie mehr tragen werden (das schoene gruene hemd, darin seh ich aus wie ein araber!), und fuer die sie mindestens das doppelte des eigentlichen wertes gezahlt hatten… also leute, denen man irgendwie jeden tourischrott andrehen kann.

naja, sind wir nicht alle ein bisschen touri? und ausserdem kann ich mir das jetzt ja leisten. trotzdem musste ich schnell noch einen original westlichen surfer-dude-kapuzenpulli kaufen, um mein jugendliches selbswertgefuehl wieder herzustellen.

die bilder kriegt ihr, sobald ich einen rechner gefunden hab, der seine operationen nicht an den fingern abzaehlen muss. mein handy hat mehr rechnerleistung als ein ganzes marokanisches internetcafe.

gruesse vom sonnigen atlantik, ich hoffe ihr geniesst euer wetter genau so wie ich.

hang loose, man 🙂

urlaubs-snob

Veröffentlicht: Oktober 5, 2008 in erlebnisse, geschichten, kultur, reda, reise, Satire, zürich
Schlagwörter:, ,

wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, bin ich ein snob. ich mache keine ferien, ich REISE. naja, wenigstens bisher. nun steige ich also in ein flugzeug und gehe mich für zwei wochen erholen. was packt man da ein? ich habe mir eine liste der dinge gemacht, die ich wieder auspacken sollte:

1. schussverletzungs-set mit schusskanalsonde, kugelzange und ledernadel. schliesslich gehe ich nicht nach london. in marokko gibts gute ärzte, nicht so wie in england. und die gefahr, angeschossen zu werden ist in south london wohl höher.

2. die glasperlen-box. hab ich mir mal gekauft, als wir ein wochenende im aargau planten. für die eingeborenen und so. (ich dir glasperlen geben, du mir zeigen wo zug nach zürich). aber marokko ist mir voll zivilisiert in erinnerung.

3. meine notfall-decke der kanadischen airforce. reflektiert hitze und kälte, ist wasserundurchlässig, wiegt nur 80 gramm und ist zusammengefaltet so gross wie ein zigipäckli. ich denke nicht, dass ich das in den hotels brauche.

4. meine taschen-machete. gibt keinen urwald da, und zum butterbrot schmieren ist sie unütz.

5. meine schlangebiss- und seuchenseren. die kriegt man da unten in jeder apotheke.. 🙂 ausserdem wurde ich bereits von einer schlange gebissen (die war sooooo gross!) und zweimal im leben wär wohl zuviel, selbst für mich.

6. meine wasseraufbereitungs-tabletten. ich trink nur coca cola.

7. meine kampfstiefel. meine freundin hätte wohl wenig freude, wenn ich nach einem dreistündigen spaziergang durch die altstadt von marrakesch meine stiefel im hotelzimmer auszehen würde…

so, aber was nehm ich den jetzt mit? ihr werdets erfahren.