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heilige zürcher velos

Veröffentlicht: September 27, 2008 in bildung, erlebnisse, geschichten, kultur, leben, Politik, reda, stil, Uncategorized, zürich
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gestern morgen kams beinahe zu einem unfall, unten am bellevue. ein auto streifte einen fahrradfahrer. der fahrradfahrer stürzte. wenn mans denn genau nehmen wollte, hatte sich der fahrradfahrer nicht soo ganz an die verkehrsregeln gehalten. er stand wieder auf, klopfte sich die hosen ab und wollte wieder aufsteigen.

wenn es dabe geblieben wär, wärs nichts besonderes.

aber leider hielt der autofahrer (nein, kein offroader, nur ein BMW, wie sie im seefeld zuhause sind), und beginnt den fahrradfahrer anzubrüllen. in HOCHDEUTSCH. erhabe wohl keine augen im kopf, und überhaupt, hier so abzudrehen sei doch VERBOTEN.

innerhalb von sechseinhalb sekunden hatte sich ein mob zusammengerottet. die umstehenden fussgänger stellten sich auf die seite des velofahrers und wirkten plötzlich seeehr gefährlich. klopften mit ihren schirmen in die hand. ein erster pappkaffeebecher flog in richtung BMW-fahrer. verängstigt zog sich der autöler ins seinen wagen zurück und brauste davon…

nochmals für nichtzürcher-autofahrer: in dieser stadt gilt das recht der schwächeren. fussgänger gehen immer VOR ALLEN anderen verkehrsteilnehmern. sie können wie hühner auf die strasse laufen. man hupt sie nicht an, man flucht nicht aus dem seitenfenster.

genauso bei fahrrädern. die haben IMMER vortritt. wenn man einen fahrradfahrer, auch wenns ein velokurier ist, auch nur streift, ist man des todes. verkehrsregeln hin oder her.

wenn man einen fahrradfahrer anflucht, ist das in etwa so, als ob man in Indien einer heiligen kuh in den hintern tritt. man hat ganz schnell die passanten gegen sich und könnte sich an einer strassenlaterne hängend wieder finden. nicht mal in amsterdam sind fahrräder und fussgänger besser durch die gemeinschaft geschützt.

also, liebe autofahrer: fahrradfahrer sind heilig. für euch vielleicht ein ärgerniss, aber in indien diskutiert ihr auch nicht über den status der kühe.

und das prinzip vom vortritt des schwächeren ist es, dass mir unsere stadt so liebenswert macht..

das erste heiliggesprochene velo in zürich: