Mit ‘männer’ getaggte Beiträge


ich war als junge nicht besonders umgänglich. mädchen gegenüber war ich sehr unsicher, und insgesamt war ich ein freak und einzelgänger.

natürlich verliebte ich mich immer in das schönste und beliebteste mädchen, und natürlich hatte ich keine ahnung, wie ich auf sie zugehen sollte. ich stand immer am rand, während die begehrte irgendeinen aus dem fussballclub anschmachtete. verteht mich nicht falsch, ich war ein süsser junge. aber ich wusste mangels männlichem rollenvorbild einfach nicht, wie man(n) ein mädchen anspricht. ich litt lange still vor mich hin.

eines tages versuchte ich etwas, dass ich in einem 50er jahre-western gesehen hatte. ich ging hin, packte die auserwählte und küsste sie. sie wehrte sich, aber das war im film auch so. im film aber erlag die widerspenstige nach ein paar sekunden dem unwiderstehlichen charme des helden. naja, bei mir klappte das nicht so ganz. abends waren aufgebrachte eltern bei meiner mutter und ich konnte mich ein weiteres mal für einen besuch beim schulpsychologen anmelden.

heute hab ich nun einen einigermassen selbstsicheren umgang mit dem anderen geschlecht. aber noch immer bin ich hinter den ballköniginnen von damals her. wenn ich mich für eine frau interessiere, finde ich ziemlich schnell eine parallele zu einer der damals von mir angebeteten. noch immer versuche ich, die damals erlittene schmach wieder wett zu machen. in meinem meditationskurs verbrachte ich drei tage damit, mir vorzustellen, was geschehen wär, wenn ich damals schon meine heutige selbstsicherheit gehabt hätte.

aber offenbar gehts nicht nur mir so, auch die hässlichen entlein von damals stehen heute auf die player, die blender und die coolen. einige frauen die ich kenne, fallen seit der sechsten klasse auf die gleichen typen herein…

die ballköniginnen

ballkoniginnen

maenner und gespraeche

Veröffentlicht: Januar 23, 2009 in erlebnisse, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, reda, reise, sinn, stil
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eigentlich sind alle maenner noch immer in der pubertaet. jeder will die bessere und spannendere geschichte erzaehlen. heute hatte ich das grosse glueck, bei einer runde mit dabei zu sein, bei der maenner ihre abenteuer austauschten.

ein englischer traveler hat den reigen mit einer abenteuerlichen geschichte ueber bangkok und trickdiebe begonnen. dann kam der oestreicher mit seiner geschichte uber schlafdrogen , mit denen prostituierte ihre brustwarzen einreiben um touristen auszunehmen.

weiter machte der amerikaner, der uns erzaehlte, wie er in manila einem raeuber zum opfer fiel. der deutsche hatte auch noch eine wahnsinnig gefaehrliche geschichte mit abgerichteten hunden zu erzaehlen.

irgendwann fiel es auf, dass ich nur zuhoerte und niemanden uebrtrumpfen will. einer fragte dann nach, ob mit auf meinen reisen nie was passiert sei. ich antwortete, dass ich mal in zuerich ueberfallen wurde. auf dem nachhauseweg von einer geburtstagsparty. drei jugendliche mit taschenmessern wollten mich ausrauben. ich hatte aber bis auf mein t-shit und eine schale tiramisu (sehr feines) nichts dabei. sie gaben sich schliesslich mit dem dessert zufrieden und stellten mir die leere schale sogar noch in den hauseingang.

ich hatte den unausgesprochenen wettbewerb haushoch gewonnen.

natuerlich ist es fuer einen geltungssuechtigen grosschwaetzer wie mich schwierig, in solchen situaionen nicht alle meine alten badboy-stories zu erzaehlen. aber manchmal ist ein wenig understatement besser als grosse toene.

wir sind alles kinder 🙂

die revanche

Veröffentlicht: September 14, 2008 in beziehung, erlebnisse, gender, geschichten, kultur, leben, liebe, reda, stil, zürich
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gestern waren wir bei der besten freundin meiner freundin eingeladen. in der provinz. und weil ich weiss, wie wichtig dass der erste eindruck der besten freundin der freundin ist, hab ich mich in schale geworfen. so mit cremefarbenem hemd und dunklem jacket.

dann war ich aber für einen augenblick verunsichtert, schliesslich gingen wir in die pampas. so fragte ich:

„bin ich nicht overdressed?“

meine freundin: „nein, überhaupt nicht!“

dann ich, nach einem kurzen augenblick des überlegens:

„du meinst also, ich sei nicht anständig genug angezogen für deine freunde?“

das war die rache für jede einzelne „steht mir dieses kleid“- und  „soll ich das rote oder grüne…“-frage, die ich in meinem leben beantworten musste, obwohl ich wusste, dass jede antwort nur die falsche sein konnte.

männer, wir können das auch!

so gut es eben geht

Veröffentlicht: August 14, 2008 in beziehung, erlebnisse, familie, gender, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, reda, sinn
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ich dachte immer, die schlimmste zeit für einen mann sei zwischen sechzehn und zwanzig. all die hormone, die extreme gefühlschwankungen bewirken. dazu sollte man(n) kuul sein, während man sich seiner pickel schämt. will männlich sein, obwohl seit den siebzigern niemand mehr so genau weiss, wie das eigentlich geht. man verliebt sich, es ist die zeit der grossen dramen, grosses gefühlskino. sehr anstrengend, aber überaus bewegend.

heute war ich am see und hab mich ein wenig umgesehen. vielleicht ist das härteste alter für männer eben doch die zeit zwischen 27 und 33.

ich sehe die männer, oft schon mit zurückweichendem haar, neben sich frau, vor sich den kinderwagen, alles markenware. der gesichtsausdruck vermittelt verbissenheit oder magenschmerzen. das kuule lächeln seit der volljährigkeit im gesicht festgewachsen. die armen kerle denken, es werde von ihnen erwartet ALLES IM GRIFF zu haben.

sie sollen jugendlich sein, verantwortungsbewusst, erfolgreich, verspielt, selbstbewusst, flexibel, liebevoll, kultiviert, souverän, weitsichtig. und die armen schweine denken in dem alter noch, das liesse sich machen. sie strengen sich an, krüppeln sich den rücken krumm im bestreben, locker zu sein.

einige spezialisieren sich:

die sunnyboys, die ihr leben so eingerichtet haben, dass sie durch die wahrnehmung der anderen segeln, aber nie irgendwo festmachen. sie fürchten verbindlichkeit mehr als der wurm den haken.

die karrieristen, die denken, sie seien ihr beruf. die unheimlich flexibel im auslegen ihrer prinzipien sind, wenns um die karriere geht, in beziehungen aber meist ziemlich abschiffen.

die modernen väter, die alles für die familie geben, sich aber noch immer etwas minderwertig fühlen, weil sie nicht wie ihre schulkollegen schon eine eigene firma haben…

erst wenn mann einige jahre und einige erfahrungen reicher ist, kommt man drauf: du kannst alles tun, aber eben nur, so gut es eben geht.

früher hab ich nie verstanden, wieso das bessere der feind des guten sein soll. inzwischen weiss ich es.

einer der thermodynamischen sätze besagt, dass die energie im universum immer gleichbleibend ist. so ist es auch im leben. wenn man alles mit voller kraft betreiben will, brennt man aus.

also, was bleibt ist, entspannen und annehmen, dass man nie so gut sein kann, wie man gerne wär, aber auch nie so schlecht, wie man immer befürchtet. das nennt sich dann demut.