Mit ‘meditation’ getaggte Beiträge


nach einer gewissen weile bekomme ich den urlaubskoller. heute wars nun soweit. ich musste morgens auf meinen kaffee warten und konnte nicht rauchen. das und der vollmond reichten, um mir einen asozialen tag zu bescheren. ich mochte mit niemandem sprechen, grummelte vor mich hin und bin immer noch nicht vollkommen gluecklich. aber mein meditationsguru hat mich mal darauf hingewiesen, dass alles kommt und geht, alles ist im fluss und das einzig bestaendige ist die veraenderung. ich muss mir unbedingt eine notiz schreiben, dass ich ihm eins vor den latz haue, wenn ich zurueck in zuerich bin.

eine der kleine f reuden, wenn man so in den cafes in nordafrika rumhaengt, ist es, die nationen der vorbeilatschenden touris zu raten. bei schweizern ist es meist einfach. die benehmen sich einfach so ueberaus zivilisiert. sie schreien nicht rum, sind vernuenftig gekleidet, wissen genau, wo man was essen darf, sind an allem interessiert und immer etwas langweilig. die franzosen sind meist laut etc.

verwirrung stiften nur die hollaender, koennte man sie doch auf distanz fuer schweizer halten. heute haben wir hollaender gesehen, die ueber zwanzig meter durch muell gewatet sind, nur um die kaugummiverpackung in einen (leeren) muelleimer zu schmeissen. das machen sonst nur schweizer…

dann die langen spaziergaenge am meer. echter sport ist das, erst gegen den wind kaempfen und dann mit dem wind rennen. ich finds entspannend 🙂


vom balkon meiner freundin sehe ich direkt auf einen spazierweg. sonntagmorgens um sieben, wenn ich meine erste zigi und meinen ersten kaffee zu mir nehme, stehe ich also da draussen und schaue auf den weg runter.

da sind keine spaziergänger. da sind jogger. nicht etwa leicht angefettete mittvierziger, sondern junge menschen, die nicht von drohendem, cholesterinbedingten herzinfarkt aus dem bett und auf die piste genötigt werden.

es sind junge menschen, die in ihren unsäglich farbigen, enganliegenden  joggingklamotten den wunderbaren weg entlang hetzen. menschen, die noch gesund sind, die um diese zeit mit ihren liebsten im bett liegen und krümel von gipfeli auf den kissen verteilen sollten. ganz bestimmt sollten sie nicht in der kälte bis an die schmerzgrenze sport betreiben. was ist nur los mit unserer welt? gestählter geist in gestähltem körper? irgendwie erinnert mich das an die mittelalterliche selbstkasteiung gewissen katholischer orden. aber selbst diese masochistischen mönche blieben für ihr leiden in ihren warmen zellen.

nun kommen mir die fanatischen jogger immer wieder mit „joggen als mentale herausforderung“. naja, sag ich dann, geradeauslaufen als mentale herausforderung hätte vielleicht den homo australicus noch beeindruckt, obwohl das geradeauslaufen auch damals schon zu den skills der breiten bevölkerung zählte.

meditative tiefe? da halt ichs lieber mit den buddhisten. die setzen sich auf ein kissen und versinken in meditative tiefe, ohne einen finger zu rühren…