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züri: Who is Who?

Veröffentlicht: November 7, 2008 in böse, erlebnisse, klugscheiss, kultur, leben, medien, reda, sinn, zürich
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als neues arbeitsinstrument fiel mir heute eine ausgabe des „who is who in Zürich“ in die hand. die 200 wichtisten leute für und in zürich. naja, dachte ich. naja.

wenn man wer ist, in zürich, kennt einem ja sowieso jeder. und wenn man niemand ist, kommt man nicht in ein solches buch. ists also für jene die gerne wer wären? so einfach ist es nicht. das buch ist eine onanievorlage für servelat-promi-groupies. ihr wisst schon, für leute, die  im kaufleuten luftküsschen an der schulter vorbei schmatzen und schuhe und handtaschen aus rom tragen.

„mit der war ich auch schon an einer party!“ (abspritz)

leute, die ein (pseudo-edles) who is who lesen, nennen servelat-promis NUR beim vornamen, wenn sie mit ihren arbeitskollegen über sie reden.

*weisch, da hab ich AMANDA gesehen, sie war grad mit BLABLA am plaudern.“

es ist also in erster linie ein buch für die zürcher szene, die sich ausgiebig selber feiert und noch immer unter mangelndem selbstbewusstsein leidet. leute, die gerne hätten, dass zürich wie london oder new york ist. nur, dass unsere leute in london oder new york untergehen würden, weil es da einfach nicht so gemütlich ist.

die leute, die in meinem zürich eine rolle spielen (zum beispiel joeyjoey, der strassenkünstler, das team von der bäcki, das den feinen quarkkuchen macht oder boni, der die rätselabende im helsinky organisiert), würden nie in so einer publikation erscheinen. ich glaub, die würden wohl auch gleich auswandern.

die einzige rubrik, die mir im WW gefallen hat, waren die newbies. da sind ein paar junge leute dabei, die zürich ein wenig aufmischen.

die anderen promis und möchtegern-promis sieht man sowieso jeden tag in der regenbogen-presse.

also bleibt mein arbeitsinstrument wohl weiterhin das online-telefonbuch und facebook, da geschieht wenigstens was spannendes.


naja, ich war ja schon zu beginn skeptisch, was twitter angeht. ich werde mir jetzt wohl jede menge feinde schaffen:

wirklich relevante inhalte hab ich beim twittern (in der schweizer -twitterszene) noch nicht gefunden. 2/3 gedankenaustausch zwischen geeks, ein wenig narzismus und ganz viel blogger-selbstdarstellung. wer traffic nicht generieren kann, twittert und hofft, sichso noch drei klicks zu holen.

dann natürlich noch alle die, die eigentlich gerne journalisten wären, aber für keinen titel arbeiten dürfen.

twittern ist gegenseitiges schulterklopfen und bestätigen, dass man jetzt auch dabei ist.