nachdem die SVP letztes jahr den 1. mai verbieten wollten (was dann aber doch zu kompliziert wurde, wegen der anpassung der internationalen kalender an die schweizer zeitrechnung) findet dieses jahr der tag der arbeit wie immer stadt.
hier einige tipps, was man als alter zürcher linker beachten sollte:
– brecht an der demo keine pflastersteine aus den altstadtstrassen, das ist pfui. nehmt praktische sixpacks mit Abbruchsteinen von zuhause mit.
– macht die kinderwagen demosicher. bei transa kriegt man überrollbügel und tränengassichere abdecknetze für die gängigen kinderwagenmarken. da kriegt ihr auch die kleinen roten fähnchen mit den schwarzen sternen, mit denen euer nachwuchs so süss aussieht.
– lest nochmals die gängigen graffitis. es wär peinlich, wenn ihr an den demos die sprech-chöre nicht auswendig mitschreien könntet. im zweifelsfall: „Aufruhr, Widerstand! es gibt kein ruhiges Hinterland“ oder „Hoch die internationale Soooolidarität!“ und für secondos: „el pueblo unido!“
– bevor ihr eine bank-schaufensterscheibe einschlagt, schaut, dass die eigentümer nicht selbst verarmte randständige sind (UBS), oder die schäden indirekt wieder an eurem konto abziehen.
– stellt eure BMWs schon im seefeld ab
– die herren dürfen sich ab heute nicht mehr rasieren. ein genosse hat keine zeit für so metrosexuellen pipifax. bei den damen gilt das für die beine, schliesslich ist man am tag der arbeit kein lustobjekt und kämpft neben dem klassenkampf auch gleich den geschlechterkampf!
– am fest auf dem kasernen-areal dürft ihr wieder mal zu bands tanzen, die ihre tickets nicht für 250 franken verkaufen. aber männer, bewegt euch nicht zu hektisch, euer bauch könnte aus dem original che-tshirt, in dem ihr in den achzigern so geil ausgesehen habt, platzen.
– haltet euch bei den kebabs am stand der PKK zurück (siehe vorherigen punkt)
– ihr dürft den jungen jede euer abenteuerlichen 80er-jahre-bewegungsgeschichten nur einmal erzählen. bei höherer dosis werden sie reaktionär und liebäugeln mit den schweizer demokraten!
– nehmt eure digital-kamera mit, vielleicht gibts sich eine gelegenheit für ein erinnerungsfoto mit Autonomen-Legende andrea stauffacher.
„wir bringen nur gerade den müll raus!“