Mit ‘szenis’ getaggte Beiträge

berlin, berlin

Veröffentlicht: Dezember 27, 2009 in bildung, erlebnisse, geschichten, klugscheiss, kultur, leben, reda, reise, Satire, soundblog, stil, zürich
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ok, als zürcher braucht man eine zweitwohnung in berlin, weil sonst ist man kein szeni. und echte berliner kennen mindestens einen zürcher künstler, schriftsteller (drehbuchautor) oder schauspieler.

aber dass sich alle so unheimlich um integration bemühen, ist mir erst beim besteigen der air berlin maschine (verpflegung: 1 twix, zu teilen mit dem sitznachbarn, deshalb hat es ja zwei riegel in einer packung!) aufgefallen.

die berliner szenis waren die mit alprausch-jacke und „zürcher“-tasche. nein, nicht freitag, sondern eine, auf der „zürcherin“ draufstand. die gibts für alle kantone.

die zürcherin hingegen war mit engem kurzen grünen filzmantel, che-käppi, schwarzem omi-rock und geringelten strümpfen unterwegs. mit ledertasche aus dem second-hand am prenzlberg.

jaja, wenn sich nur die moslems auch so um integration bemühen würden!

dann hab ich heut noch berliner gesehen, die im londoner-style unterwegs waren, kleiner doherty-hut, zu enge röhrenjeans und lange lederjacke.

am witzigsten war aber das irische pärchen, das voll im berlin-style unterwegs war und in der u-bahn versuchte, am handy ihren kollegen mitzuteilen, dass sie am schlesischen tor aussteigen würden:

„the station is called „scheiss… schweisss, schleissch toar. ….no! I don’t take the piss. no, it doesn’t mean „shit“! thats the name of the station. the germans ARE odd!

in kreuzberg, wo ich meine ausleihwohnung hab (jaja, vom drehbuchautor von „barfuss“, understatement namedropping sozusagen) ist sogar noch ein wenig von der berliner athmosphäre der 80er zu spüren.

letztes mal, als ich in berlin war, stand die mauer noch.

morgen berichte über meinen nachmittag mit dem aktfotografen.

damals


ich war am oberen letten gestern. nur partygriiten, freizeit-bodybuilder, szene-chicks mit grossen sonnenbrillen und gladiator-sandalen (üärks) und oberarmtribaltätowierte aus der provinz. sehen und gesehen werden.

natürlich lästerte ich mir den mund fusselig. bis eine freundin mich schief ansah und sagte:

„du bist nur nicht gerne hier, weil du als narzisstischer profilneurotiker mit ausgeprägtem geltungsdrang hier unter all den anderen narzisstischen profilneurotikern mit ausgeprägtem geltungsdrang nicht auffällst.“

„hm“, dachte ich, „da ist was wahres dran.“

aaaaaaaaaber!

ich bin natürlich der viel bessere narzisstische profilneurotiker mit ausgeprägtem geltungsdrang als die! die schaffens auf der Muhammed-Ali-Selbstdarstellungsskala gerade mal auf eine 5, während ich bereits zu den profinarzissten vom schlage eines sarkozy zähle.

nämlich.

und alle da sind mindestens zwanzig jahre jünger. *jammer*

Bauernregel (mit emil steinbergers stimme):
„am lettä, am lettä, sind alli weichi weggä!“
letten


inzwischen alt, aber er muss einfach nochmals gespielt werden!

mehr von ian constable hier (neuer song“mitm auto uf züri)


ich war jetzt zwei abende hintereinander im xenix. und ich hab da nichts mehr verloren.

die kleinen, die denken, es sei das erste mal, dass jemand auf die idee kommt, sich ein kleid aus mamas 70er vorhängen zu nähen, sind süss. genauso die pärchen, die eigentlich nur zusammen sind, weil ihre kreativen projekte so gut zusammenpassen:

„weisch, min fründ isch drehbuech-autor. nei, verchauft het er no nüüt, aber er isch huere guet“

oder

„weisch, mini fründin produziert uuu independent sound. nei, verchauft hätt sie no nüüt, die sind viiel z independent“)

was ich aber ein wenig lächerlich finde, sind die „ewigen“. die zehn xenixer, die schon da rumhingen, als meine ältere schwester noch im kindergarten war. die szene-groupies an sich binden, indem sie die „grossen geschichten von damals, als das kanzlei auch noch dazugehörte“ erzählen. leute, die ihre EIGENEN 70er-jahre-vorhänge zu kleidern verwurstelt haben. leute, die schon seit zwanzig jahren jeden kennen, der mal eine galerie aufmachen wollte, oder der gute kontakte nach berlin (BERLIN!) hatte.

die leute, die halt immer noch unbedingt dazugehören wollen. naja, einige würden behaupten, die menschen bleiben sich treu. ICH würde behaupten, diese menschen haben schwierigkeiten, sich weiterzuentwickeln.

es gibt noch einen ort, wo man den stillstand in zeitlupe beobachten kann: in der züribar. die züribar ist ein lebendes museum für die alt-80er. „jaja, damals als das Pigalle noch wirklich ne bar war!“

ich muss mich ja auch immer in acht nehmen, nicht in meine „wohlgroth-nostalgie“ zu verfallen, aber ich geb mir mühe und hab das übel erkannt.

wir können die zeit nicht festhalten, auch nicht, wenn wir in grausligen siebzigerjahre-klamotten an den orten verweilen, die uns früher glanz verliehen….

ganz selber aufgenommen vor ort und in echt:
xenix