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die haustier-these

Veröffentlicht: September 6, 2008 in bildung, klugscheiss, kultur, leben, reda, Satire, sinn, stil
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es gibt zwei allgemeingültige theorien, um menschen nachhaltig zu schubladisieren:

die eine ist die Migros/Coop-Philosophie, sie ist etwas rudimentär.

die andere ist die Haustier-These: menschen anhand ihrer vorliebe für haustiere vorzuverurteilen funktioniert gar nicht schlecht als grundsätzliche orientierung im leben.

– der hundefan: mag tiere, die konsequente emotionale beziehungen eingehen, manchmal sogar mit etwas individuellem spielraum, wenns denn sein muss. vorzugsweise mit abgöttischer symbiotischer liebe oder absolutem gehorsam. hund und halter wollen  eine einheit bilden. sicherheit in der emotionalen bindung. hundehalter haben die tendenz, ihre viecher zu vermenschlichen. das schafft eine freundschaft, ohne die gefahr, verlassen zu werden…

– der reptilienhalter: reptilienhalter sind in erster linie narzissten. sie halten lebewesen, um sie fasziniert zu beobachten, aber noch viel mehr, um ihretwegen bewundert zu werden. (boaah, der hat ne boa!) zudem brauchen reptilien wenig emotionale zuwendung und sehen geil aus. ein wenig gefürchtet und cool im eigentlichen sinn des wortes.

– der goldhamsterer: dazu gehören natürlich auch meerschweinchen und alle winzigen jöö-generatoren. goldhamster sind zärtlichkeits-substitute für ihre besitzer. ein hamster ist wie ein kleines stück schokolade zwischen den mahlzeiten. es wärmt das herz, ohne dass man sich auf eine wirkliche bindung einlassen muss. kuschelkonsum mit wegwerf-charakter. die viecher leben einfach nicht so lange.

– vogel/fischhalter: vogel/fischhalter sind meist ästheten. etwas extrovertiert. sie halten ihre viecher wie andere leute kunst besitzen. dekorative inneneinrichtung, die man füttern muss. es ist schwierig, eine emotionale bindung zu einem fisch oder vogel aufrecht zu erhalten. ich gehe davon aus, das es den viechern auch egal ist. im gegensatz zu den reptilienbesitzern, wollen vogel/fischfans eher für ihren schöngeist bewundert als für cool gehalten werden. einzige ausnahme: papageienbesitzer. die spinnen irgendwie auf eine sympathische, exzentrische weise.

– rattenpunks: rattenhalter bemühen sich ungemein darum, unkonventionell zu wirken. weil sie ein abfallfressendes, krankheitsübertragendes nagetier (alles mythen!) auf der schulter rumtragen, halten sie sich für ungemein anders als andere. ratten hingegen sind durchaus dazu fähig, bindungen zu ihren haltern einzugehen, viel mehr als zum beispiel meerschweinchen, hasen, mäuse und anderer kleinkram.

– der katzenfreak: katzenhalter akzeptieren eigenständigkeit und individualität. katzen nehmen ihre halter nie ernst und benutzen sie nur, wenn sie was zu fressen oder eine streicheleinheit wollen. katzen sind wohl die gleichberechtigsten haustiere überhaupt. oft ist es so, dass katzen eigentlich ihre menschen halten und nicht umgekehrt. und katzen lassen sich nicht dressieren, im gegenteil, mit ihrem ankuscheln und schnurren manipulieren sie den besitzer…

ich bin ein katzenfan 🙂