Mit ‘weisheit’ getaggte Beiträge


madonna ist weg, und letzte woche ist auch ihr kabbala-guru wieder aus unseren gefielden verschwunden. vorher hielt er es aber noch für notwendig, ein seminar zu seinem verständnis der jüdischen geheimlehre kabbala  abzuhalten. und natürlich sind alle servelat-promi-esoteriker eingetroffen, um an weisheit zu gewinnen.

naja, erstmal IST die kabbala eine esoterische, also eine GEHEIMlehre, was eigentlich öffentliche wörkshops, interviews und selbstdarstellung ausschliessen würde. das heisst, wenn man etwas davon begriffen hätte.

die esoterischen lehren verschiedensten kulturen werden nur an eingeweihte weitergegeben, um es unreifen idioten zu verunmöglichen, einen ZIRKUS daraus zu machen. nun gibt es natürlich schriften, die einen teil der kabbala zugänglich machen. ohne gründliche anleitung eines mentors, eines lehrers der aus der langen tradition der kabbalisten kommt, ist es aber einfach nur etwas weisheit, die man auch von jedem kalenderblatt lesen kann.

kabbala ist eine lehre der worte, frequenz und zahlen. es ist die lehre der worte der macht, ihrer zusammensetzung, ihrer inneren logik und vor allem ihrer frequenz, wenn sie denn ausgesprochen werden. die interpretation der heligen schrift in aramäisch und hebräisch ist nur ein kleiner teil. und um die weisheit des alten testaments und des talmuds zu begreifen, braucht man keine geheimlehre…

zudem ist die kabbala eine patriarchale hermetische schule. das heisst, sie wurde von männern aufgebaut und ausgelegt. und das hat überhaupt nichts frauenfeindliches. es ist nur so, dass esoterische ansätze sehr oft das biologische wesen des adepten berücksichtigen. es gibt esoterische wege, die kein mann beschreiten kann, weil ihm das körpergefühl dafür fehlt. und genauso ist es umgekehrt. es gibt auch wege, die von beiden geschlechtern beschritten werden können.

kurz, wer sich aus modegründen mit dingen beschäftigt, die er/sie für spirituell hält, die aber eigentlich esoterisch sind, ist zwar ein suchender, kommt aber nur schon wegen der falschen motivation nicht einen schritt weiter.

wer sich mit esoterischen halbwahrheiten interessant machen will, geheimnissvoll und spirituell, ist einfach ein idiot und könnte gleich zurück in die katholische kirche. die verstehen sich sehr gut auf schein und macht.

esoterik und spiritueller wachstum haben nicht viel gemeinsam. ausser, dass sämtliche esoterischen wege eine spirituelle reife voraussetzen, damit keine idioten mit heiligen dingen rumkasperln. ob freimaurer, schamanen, kabbalisten oder hexen, sie haben alle etwas gemeinsam, wenn sie ihr handwerk ernst nehmen:sie vermitteln kein wissen ohne verantwortungsgefühl und keine macht macht ohne mitempfinden.

spiritualität ist der geistige und ethische wachstum, also der teil der dir sagt, was du machen sollst und warum. esoterik ist die schule davon, wie du mehr bewirken kannst, nach innen, wie nach aussen. und es ist immer von vorteil, wenn man weiss, warum man etwas macht, bevor man das werkzeug in die hand bekommt.

die meisten menschen die ich kenne, mich eingeschlossen, kämpfen schon dauernd, sich mit ihren bereits vorhandenen werkzeugen nicht wie ein elefant im porzelanladen zu verhalten. der einzige mensch, den ich kenne, dem ich zutrauen würde, mit esoterischem wissen verantwortungsvoll umzugehen, ist der dalai lama. und der verzichtet darauf. warum wohl? weil er eben einen spirituellen grad erreicht hat, den wir uns kaum vorstellen können.

so, genug gewettert und gepredigt 🙂

die haustier-these

Veröffentlicht: September 6, 2008 in bildung, klugscheiss, kultur, leben, reda, Satire, sinn, stil
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es gibt zwei allgemeingültige theorien, um menschen nachhaltig zu schubladisieren:

die eine ist die Migros/Coop-Philosophie, sie ist etwas rudimentär.

die andere ist die Haustier-These: menschen anhand ihrer vorliebe für haustiere vorzuverurteilen funktioniert gar nicht schlecht als grundsätzliche orientierung im leben.

– der hundefan: mag tiere, die konsequente emotionale beziehungen eingehen, manchmal sogar mit etwas individuellem spielraum, wenns denn sein muss. vorzugsweise mit abgöttischer symbiotischer liebe oder absolutem gehorsam. hund und halter wollen  eine einheit bilden. sicherheit in der emotionalen bindung. hundehalter haben die tendenz, ihre viecher zu vermenschlichen. das schafft eine freundschaft, ohne die gefahr, verlassen zu werden…

– der reptilienhalter: reptilienhalter sind in erster linie narzissten. sie halten lebewesen, um sie fasziniert zu beobachten, aber noch viel mehr, um ihretwegen bewundert zu werden. (boaah, der hat ne boa!) zudem brauchen reptilien wenig emotionale zuwendung und sehen geil aus. ein wenig gefürchtet und cool im eigentlichen sinn des wortes.

– der goldhamsterer: dazu gehören natürlich auch meerschweinchen und alle winzigen jöö-generatoren. goldhamster sind zärtlichkeits-substitute für ihre besitzer. ein hamster ist wie ein kleines stück schokolade zwischen den mahlzeiten. es wärmt das herz, ohne dass man sich auf eine wirkliche bindung einlassen muss. kuschelkonsum mit wegwerf-charakter. die viecher leben einfach nicht so lange.

– vogel/fischhalter: vogel/fischhalter sind meist ästheten. etwas extrovertiert. sie halten ihre viecher wie andere leute kunst besitzen. dekorative inneneinrichtung, die man füttern muss. es ist schwierig, eine emotionale bindung zu einem fisch oder vogel aufrecht zu erhalten. ich gehe davon aus, das es den viechern auch egal ist. im gegensatz zu den reptilienbesitzern, wollen vogel/fischfans eher für ihren schöngeist bewundert als für cool gehalten werden. einzige ausnahme: papageienbesitzer. die spinnen irgendwie auf eine sympathische, exzentrische weise.

– rattenpunks: rattenhalter bemühen sich ungemein darum, unkonventionell zu wirken. weil sie ein abfallfressendes, krankheitsübertragendes nagetier (alles mythen!) auf der schulter rumtragen, halten sie sich für ungemein anders als andere. ratten hingegen sind durchaus dazu fähig, bindungen zu ihren haltern einzugehen, viel mehr als zum beispiel meerschweinchen, hasen, mäuse und anderer kleinkram.

– der katzenfreak: katzenhalter akzeptieren eigenständigkeit und individualität. katzen nehmen ihre halter nie ernst und benutzen sie nur, wenn sie was zu fressen oder eine streicheleinheit wollen. katzen sind wohl die gleichberechtigsten haustiere überhaupt. oft ist es so, dass katzen eigentlich ihre menschen halten und nicht umgekehrt. und katzen lassen sich nicht dressieren, im gegenteil, mit ihrem ankuscheln und schnurren manipulieren sie den besitzer…

ich bin ein katzenfan 🙂