mein freund buddha

Veröffentlicht: Juni 29, 2008 in erlebnisse, geschichten, kultur, musik, reda, sinn, zürich

manchmal ist es genauso beruhigend, wie erschreckend, dass es dinge und menschen gibt, die sich nie verändern.

mein freund buddha hat seinen namen nicht von seiner gauthamischen gelassenheit oder seinem nirvanischen lächeln. buddha heisst buddha, weil er vor zwanzig jahren die kleinen LSD-filzchen mit dem kleinen buddha drauf aus amsterdam eingeführt hat.

buddha war der wilden einer. jeder in unserer hausbesetzer-klique wollte ein wenig so sein wie buddha. buddha war der erste in zürich, der als weisser dreadlocks trug. buddha konnte mit doc martens und schottenrock herumlaufen und nicht lächerlich aussehen. buddha hatte immer die schönsten freundinnen. buddha wusste, welche band gerade absolut im kommen war. buddha wurde überallhin eingeladen. buddha hätte neid geweckt, wenn er nicht so absolut charmant gewesen wär. jeder wollte buddhas freund sein, oder wenigstens mal auf seinen hund aufpassen, wenn er mit seiner band auf der bühne war. buddha war einer der helden der punkbewegung, ohne eigentlich punk zu sein. buddha war buddha (das ist schon beinahe zen).

gestern bin ich buddha nach gut fünfzehn jahren wieder begegnet, am see, in der fanzone. buddha, mit schwarzen dreadlocks, schottenrock, hund und freundin. naja, und mit ein paar zähnen, weniger aber immer noch mit seinen überaus attraktiven gesichtszügen. buddha hatte zwanzig jahre heroin überlebt und dabei noch den grössten teil seines charmes und sicher 80% seines hirns behalten.

und ich hatte einen kleinen rückfall in meine pubertät. für ein paar sekunden war ich wieder der bewundernde kleine groupie, der auch mal so wichtig sein wollte in der szene. buddha kam auf mich zu und begrüsste mich mit namen. ich meine, ich war zwar damals ein teil des harten kerns, aber zu den bigshots wie buddha, kuno und stefan eicher hatte ich nicht den draht. ich dachte nicht mal, dass die mich bemerken.

und gestern erinnert er sich an meinem namen und kommt auf mich zu, um mir die hand zu schütteln.

und trotz allem, auch wenn ich nie und nimmer tauschen wollen würde:

buddha ist buddha.

hier ein link in die vergangenheit, ich bin da auch noch irgendwo auf einem bild:

www.definitiv-zh.ch

Kommentare
  1. Mme Lila sagt:

    Dein Text weckt nostalgische Gefühle und tami viel Erinnerungen: ‚Mein‘ Buddha hiess Moses und sah aus wie Kurt Cobain.
    Und die Szene war nicht Züri, sondern provinziell Luzern. Der Sedel und das Einhorn lassen grüssen .

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