Archiv für März, 2008


…ich bin in meinem lieblingscafe mit meiner nichte. sie ist 22, blond und überaus attraktiv (das hat sie von mir). ich bin schon ein wenig grau, gerade genug, um interessant, reif und selbstsicher zu wirken. in kombination mit der gesellschaft einer blonden 22-jährigen ist der effekt verblüffend. die frauen reagieren, je nach alter, unterschiedlich, aber reagieren tun alle.

die 18-24-jährigen: leuchtende augen, „wenn die blonde was an dem findet, muss er unheimlich kuul und erfahren sein. mit dem flirte ich auch!“

die 25-31-jährigen: „hm, ob der wohl angst vor erwachsenen frauen hat? vielleicht ist er schwul und dekoriert sich nur mit einer 22-jährigen. das werden wir jetzt mal rausfinden…“

die 32-45-jährigen: „die sau.“

die männer: „die sau. ich will auch.“

meine lieblingsbedienung im myplace, mit der ich zu flirten pflege: „die sau. die elende.“

naja, ich hab mir auf jedenfall ein t-shirt gewünscht, wo draufsteht: „sie ist nur meine nichte!!!“

aber das war dann gar nicht nötig. meine nichte hat meine not gespürt und quer durchs cafe gerufen: „ich bin familie, ich darf an ihm rumhängen“. meine familie ist ja vieles, aber dezent sind wir offensichtlich nicht. naja, wenigstens war mein eh schon schlechter ruf gerettet……

beinahe so kuul wie ich, sieht einfach schlechter aus:

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stumm

Veröffentlicht: März 30, 2008 in erlebnisse, reda, sinn, stil, zürich

…ich bin zurück von meinem kleinen urlaub. und, ich habe nun seit zwölf stunden kein wort mehr zu irgendjemandem gesprochen. ich bin tram gefahren, mitgeschwommen in der menge frühlingshungriger zürcher, kopfhörer in den ohren und  habe nicht gesprochen. kein wort. langsam füllt sich mein reservoir an worten wieder.

das wirklich schöne an einer stadt ist, dass man sich zwischen menschen bewegen kann und trotzdem eine antisoziale persönlichkeit sein kann. man kann in parks sitzen, den leuten zuschauen, geschichten sammeln und muss nicht sprechen.

ich und meine freunde:

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pilotenklatschen

Veröffentlicht: März 29, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, reise, Satire, terror, zürich

ja, ich bin wieder in zürich, und als ich ankam, hab ich wie der papst den boden geküsst. aber vorher musste ich einen weiteren flug mit air berlin über mich ergehen lassen. jaja, ich bin ein schweizer snob, aufgewachsen mit swissair, die damals fliegen noch für eine kultivierte angelegenheit hielt.

ich musste mir den flieger mit alten halbtoten teilen, die ihre rente auf mallorca verprassen. das wär ja alles in ordnung, wenn sie nicht die angewohnheit hätten, nach der landung zu klatschen. der ursprung des brauches, bei landungen zu klatschen, kommt noch aus der zeit, als man dem piloten dankbar war, lebend ans ziel gekommen zu sein. heute ist das in etwa so, wie wenn man für den busfahrer applaudiert.

und air berlin sind luftpiraten. die bieten einem dinge an, und dann greifen sie dir in die taschen. die greifen dir so tief in die taschen, dass ihre finger schon bekanntschaft mit deinem dünndarm machen. und wenn du nichts kaufen willst, versuchen sie dich zu vergiften. den halb ausgehungerten kunden werfen sie ein sandwich hin, das aus aufbereiteten gummireifen und zwei scheiben pressholz besteht. runterspühlen darfst du es mit wasser aus dem bestattungsfluss ganges (kaffee, tz). nur al italia ist noch übler, da holen sie die passagiere gleich mit dem krankenwagen von der gangway, um ihnen den magen auszupumpen. ach, swissair, wo bist du geblieben.

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nur noch schnell: man kommt in eine bar, sechzehn männer sind darin. woran erkennt man den piloten?

er kommt auf dich zu und sagt es dir.

ach ja, ich habe wieder breitbandverbindung. das netz kommt jetzt wieder heidewitzka zu mir in den laptop. ich küss gleich nochmal den zürcher boden. *schmatz*

*schmatz*schmatz*

bitte um applaus:

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leichtigkeit

Veröffentlicht: März 26, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, reise, sinn

leichtigkeit und talent sind zweischneidige geschenke des schicksals. ich sehs bei meiner schwester. nur zwei beispiele: wenn sie für eine frau kocht, die ihrem mann gerade mal ravioli aus der büchse vorsetzen kann, erzeugt sie neid. denn selbst die aufwendigste küche sieht bei ihr leicht und elegant aus. oder beim einrichten. wir besuchten ein nachbarpaar, dass gerade ein haus umbauen will, und meine schwester geht durch die räume und sieht auf einen blick, was sinn macht und was nicht. das ist ein talent, ein blick für ästhetik. trotzdem, für leute, die das nicht können wirkt es verletzend. sie setzen sich tagelang mit einem architekten hin und sehen nicht einen zehntel.

und der wichtigste teil. meine schwester hat ihren teil an prüfungen gehabt in ihrem leben, aber sie jammert nicht. so erscheint sie den anderen vom glück begünstigt. wenn man etwas gut kann, sollte man kleine fehler machen, oder man sollte ein wenig jammern, ansonsten setzt man andere zurück.

ich kenn das von mir. ich habe die gabe, unbeschwert zu wirken. dinge zu nehmen, wie sie sind und für mich und meine umgebung das beste draus zu machen. trotzdem versuche ich, mich in mein gegeüber einzufühlen und zu verstehen, wieso es sich scheisse fühlt. und dann nicht gerade mit der idealen lösung (aus meiner sicht) zu kommen. wenn einem etwas leicht fällt, sollte man es diskret tun.

die leichtigkeit in unserer familie kommt auch nicht von ungefähr. wir hatten den schweren teil in grossen dosen gleich zu beginn.

grosse dosen:

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aaaaaahhhhhh

Veröffentlicht: März 23, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, reise, Satire, sinn, stil, Uncategorized

…ich bin 75 kilo!!!! ich bring meine schwester um. jetzt hab ich mich solange um sport gedrückt!!! ich bin FÜNRUNDSIEBZIG KILO!!!! und meine schwester kocht jeden tag seit ich hier bin 4 gänge-menüs, die irgendwelche kochpreise gewinnen würden.

mein idealgewicht ist 70 kilo, und ich hab mich nie auch nur im geringsten anstrengen müssen, um das zu halten. im gegenteil, ich war immer eher untergewichtig. ich werde eine partei gründen und wir werden als erstes alle kochbücher verbrennen. ich hab immer muskeln gehabt, die ich genetisch von meinen afrikanischen vorfahren mitbekommen habe, ich war ein adonis. EIN ADONIS! und jetzt? für immer vorbei.

kommentar meiner schwester: du hast schwere knochen.

DAS haben wir früher der fetten cousine auch immer gesagt, um sie zu trösten.

meine schwester weiter: du siehst schlank aus, für deine 75 (!) kilo.

büüüääähähääää. alles für immer im arsch.

ab morgen faste ich. fertig. aus. so nicht.

vorher:

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jetzt:

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amelie

Veröffentlicht: März 21, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, single, sinn, stil

…ich muss erst durch einen kitschigen film daran erinnert werden, dass alles möglich ist. wie konnte ich das innert 8 monaten vergessen?

erst diese amelie-geschichte hat mich daran erinnert, dass ich etwas riskieren muss und dass immer alles möglich ist. ich sollte es eigentlich wissen.

wunder sind normalerweise meine angelegenheit 🙂

also, ab morgen wird wieder alles ganz anders. ich schwör!!!

go-kart

Veröffentlicht: März 19, 2008 in erlebnisse, kultur, reda, reise, Satire

mein schwager ist ein herzensguter mensch mit einer engelsgeduld (sonst wär er wohl nicht mit meiner schwester verheiratet). es gibt nur drei dinge, die ihn aus der ruhe bringen: das erste sind fahradfahrer, die ihm und seinem offroader die strasse versperren. das zweite sind anfänger auf dem golfplatz. für mich war golf ja immer eine art folklore, bei der schlechtangezogene menschen sozial und kulturell interagieren konnten, ohne gleich besoffen unter den tisch zu kippen. deshalb spielen doch soviele schotten golf…..

und das dritte, das meinen schwager aus der ruhe bringt, durfte ich heute miterleben. sie haben mich heute morgen in den oben erwähnten offroader gepackt, quer über die insel gebrettert und mich am strand gassi geführt. mit den zwei hunden. auf dem rückweg wollte mein schwager seinen eigenen go-kart besuchen (hab ich schon erwähnt, das er eine affinität für vierrädrige dinge hat?). er schwärmte von seinem kleinen geschoss, hat 160 ps und fährt 54 Km/h oder umgekehrt. ihr wisst ja, autos sind nicht meine stärke, nicht mal zwergausgaben.

also, wir fahren vor der go-kart-bahn vor, wo er seinen kart eingestellt hat. und siehe da. oder eben siehe da nicht: kein kart. kein kart-mechaniker. nur ein mallorcine, der uns in ein paar worten deutsch erklärte: firma futsch, renn-go-kart keine ahnung und besitzer wieder in deutschland.

mein schwager: nein, ICH besitzer

mallorcine: nein nein, besitzer in deutschland.

mein schager: nein, ICH besitzer, wo go-kart? WO GO KART??????

wir fanden dann heraus, das der typ, der auf die karts aufpassen sollte irgendwo weg ist (in deutschland wahrscheinlich) dass aber seine geschäftspartner irgendwo anders auf der insel ein neues geschäft eröffnet hätten.

weiter wissen wir noch nicht, aber ich stell mir vor, wie die beiden deutschen Go-Kart-Kidnapper mit dem erlös der renngurke eine pizzeria eröffnet haben. oder sie haben die ganzen einzelteile auf dem schwarzmarkt verhökert….

naja, wir werdens rausfinden. zum ersten mal hab ich mich wieder ein wenig so gefühlt, wie früher, wenn ich auf reisen war. ich liebe abenteuer, besonders wenn andere sie erleben. die emotionen!! das adrenalin!!! unbezahlbar.