Emanzipation & Persönlichkeitsprothesen

Veröffentlicht: Mai 29, 2012 in beziehung, bildung, blogging, gender, klugscheiss, kultur, leben, Politik, sinn

Ehrlich, ich hab nichts gegen Emanzipation. Ich bin als Kind einer alleinerziehenden Mutter in den 70ern aufgewachsen. Ich bin einer dieser Männer, die bis 30 brauchten, um den inneren Softy zu überwinden und eine eigene Identität zu entwickeln. Trotzdem erstarre ich noch heute vor Ehrfurcht, wenn mir eine Kollegin sagt, sie schreibe für die „Emma“. Kein Witz.

Aber alles hat seine Grenzen. Unter Emanzipation verstand meine Mutter „die gleichen Rechte für beide Geschlechter“.

Jaha, Rechte, nicht die gleichen schwachsinnigen Attitüden. Es gibt schon genug Männer, die Statussymbole mit Stil verwechseln. Wieso müssen nun auch Frauen ihre Karriere wie eine Persönlichkeitsprothese vor sich hertragen? So wie Männer in den 50ern ihre Frauen als Deko benutzten, halten heut viele beruflich erfolgreiche Frauen ihre Kinder wie einen kleinen Zoo aus Gucci-Accessoirs. Sie wenden dieselben menschenverachtenden Managementstrategien an und verwechseln Erfolg mit Erfüllung. Sie wollten einmal die Machtverhältnisse ändern und endeten auf der dunklen Seite der Macht.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen erfolgreiche Frauen. Meine Frau hat sowohl einen höheren IQ als ich, wie auch eine einzigartige Stellung in der Wissenschaft – und wenn andere Männer in meinem Alter mit ihren 20 Jahre jüngeren Geliebten angeben, gebe ich mit meiner Frau an.

Was ich nicht verstehe, ist, wie es geschehen konnte, dass Frauen in ihrer Auflehnung gegen das Patriarchat an einem Punkt landen konnten, an dem einige von ihnen genaue Kopien der widerlichsten Machtmännern, ohne Persönlichkeit, aber mit riesigem Ego, werden konnten.

Oder ist es einfach so, dass die Revolution immer ihre Kinder frisst?

Die Revolution frisst ihre Kinder

Die Revolution frisst ihre Kinder

Kommentare
  1. Sogar ich gebe mit meiner 10 Jahre jüngeren Freundin an. Ist das verwerflich? Und ich gebe auch zu, dass sie viel smarter ist als ich je sein werde.
    Aber du hast natürlich recht, dass ein Machtvakuum letztlich alle reinzieht, egal ob Männlein oder Weiblein. Emanzipation hin oder her.

  2. canela sagt:

    wieso soll frau der bessere mensch sein, wenn sie geld und macht wittert? es gibt arschlochmänner und arschlochfrauen. es gibt frauen mit cojones und rückgrat und männer mit rückgrat (die cojones haben sie ja schon).

  3. Chrissi sagt:

    meines Erachtens völlig falscher Denkansatz, als wenn die dunkel seite der macht, was rein männlich konnotiertes wäre. Betrachtet man es von der Warte, dass die Form der Arbeit ungeschlechtlich ist, so wurden Frauen nicht maskulinisiert, sondern übern die gleichen Funktionswerkzeuge jetzt aus. Das hat nichts damit zu tun, dass Emanzipation bei der dunklen Seite gelandet ist, sondern dass die strukturelle Denkart männlicher herrschaft dazu führt, dass Frauen bei gleicher Berufsausführung wie Männer stets ihr Spezifikum Frau entzogen bekommen und entweder ungeschlechtlich oder männlich charakterisiert werden. Das zeigt ja schon, wie sehr das Denken in Bipolarität bei gleichzeitiger Rollenzuschreibung funktioniert…Dass man mit einer klügeren Frau angeben kann, die auch 10 Jahre jünger ist, funktioniert genauso wie bei einer gleichaltrigen klügeren Frau, oder einer dümmeren die 10 Jahre jünger ist, nach wie vor funktioniert sie aber so als, Schmuck des Mannes…Lg Chrissi

  4. animaxima sagt:

    Na ja ich konnte als Frau vor ein paar Jahren mit meinem 20 Jahre jüngeren Mann nicht angeben (was ein Mann natürlich könnte) sondern wurde eher dafür verachtet und musste mich ständig dafür rechtfertigen. Aber klar Idioten und machtgeile Individuen gibt’s auf der weiblichen wie männlichen Seite. Schlussendlich sind es (un)menschliche Begierden.

  5. Urs sagt:

    Ja, die liebe Emanzipation. Man lese einmal hier „Der Körper der Fau“ und man (frau) ist „geheilt“: http://www.emanzipation.ch

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